Logo FRANKFURT.de

Nilgänse in Frankfurt am Main

Die Nilgans ist eine von vielen Gänsearten, die sich in den letzten Jahren vermehrt im Stadtgebiet Frankfurts angesiedelt haben. Ebenso vertreten sind die Grau-, die Streifen-, und die Kanadagans.
Die Nilgans wird als nicht invasives Neozoen eingestuft, was bedeutet, dass sie zu den sogenannten „Neubürgern“ gehört und momentan im Naturhaushalt nur geringfügige Schäden hervorruft. Sie wird deshalb aus naturschutzrechtlicher Sicht (Obere und Untere Naturschutzbehörde) als unproblematisch angesehen.

Gänse im Höchster Stadtpark,<br />
© Grünflächenamt Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.

Die Ansiedlung der Gänse in den Städten ist eine natürlich Folge von mehreren Faktoren wie dem Klimawandel, Nahrungs- und Brutplatzangebot und inner- und zwischenartlicher Konkurrenz. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gibt es viele Bürger und Bürgerinnen die sich über das Naturerlebnis und die Möglichkeit die Gänse aus der Nähe zu Beobachten freuen.
Durch die große Mobilität der Gänse lässt sich ihr Bestand nicht auf einen Ort beschränken, aber es zeigen sich im Raum Frankfurt einige Ballungsschwerpunkte wie der Ostpark, die Maininsel am Portikus und das Mainufer in Höchst und Sachsenhausen. Auch in einigen Schwimmbädern ist momentan ein vermehrtes Auftreten der Gänse zu beobachten.
Leider werden die Tiere häufig durch die Parkbesucher ge- und überfüttert. Das große Nahrungsangebot führt zu einer übermäßigen Kotproduktion die wiederum als Störung und Verunreinigung gesehen wird. Aus hygienischer Sicht ist dies allerdings unbedenklich, da der Gänsekot zu 90% aus unverdautem Gras besteht. Für die Gänse ist das Füttern jedoch eine ernste gesundheitliche Bedrohung. Wasservögel, insbesondere Gänse vertragen die im Brot enthaltene Hefe nicht. Es kann zu großen Beeinträchtigungen des Gefieders kommen, so dass die Gans nicht mehr in der Lage ist zu fliegen und durch sogenannte Kippflügel eine dauerhafte Behinderung erleidet.

Durch die Kommunikation der zuständigen Ämter, dem Austausch mit anderen Kommunen und einigen Bürgerbeteiligungen wurden etliche Maßnahmen zur Regulierung der Nilganspopulation in Frankfurt in Betracht gezogen. Einige davon sind jedoch unter Berücksichtigung der Tierschutz-, Jagd- und Naturschutzgesetze kaum umsetzbar oder wären nur mit einem sehr hohen personellen oder finanziellen Aufwand zu realisieren.

Die tatsächlich umsetzbaren Maßnahmen sind:
- Im Bereich von Ufervegetationen sollen, unter Berücksichtigung der Nutzerwünsche der Bevölkerung, Wiesen angelegt werden. Die Gänse meiden hohes Gras da es sie verunsichert und Feinde erst spät sichtbar sind.
- Die strikte Durchsetzung des in der Grünanlagensatzung verankerten Fütterungsverbotes
(§ 2, Abs. 2.2).
- Das Aufstellen von Schildern mit Hinweis und Erläuterung zum Fütterungsverbot.
- Verlagerung vorhandener Spielbereiche unmittelbar an Weihern ins Parkinnere, wodurch die Belastung der Spielflächen durch Gänse verringert werden soll.