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15.12.2016

Der Liegenschaftsfonds - eine Offensive für gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau

Mit dem Liegenschaftsfonds startet die Stadt Frankfurt am Main ein Verfahren, um Liegenschaften insbesondere an Gruppen zum gemeinschaftlichen Wohnen zu vergeben. Bislang waren die gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnprojekte bei der Grundstücksvergabe gegenüber professionellen Akteuren benachteiligt – nicht zuletzt wegen der hohen Grundstückskosten. In Frankfurt konnten deshalb erst wenige Projekte ihre innovativen Ansätze vom gemeinschaftlichen und kooperativen Wohnen mit neuen Grundrissen in einer bewusst gewählten Nachbarschaft umsetzen. Der Liegenschaftsfonds soll diese Lücke im Frankfurter Wohnungsmarkt schließen und für mehr Dynamik sorgen, denn klar ist, dass der Bedarf nach neuen Wohnformen angesichts veränderter Lebensmodelle, Wohnbiographien und des demographischen Wandels stetig zunimmt.

Welche Aufgaben hat der Liegenschaftsfonds?

Als städtebauliches Instrument verfolgt der Liegenschaftsfonds im Wesentlichen das Ziel, brachgefallene oder mindergenutzte Liegenschaften

  • als Potenziale für den Wohnungsbau zu erschließen und
  • insbesondere für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen zur Verfügung zu stellen.


Auf diese Weise sollen zudem städtebauliche Missstände beseitigt werden.

Wie werden die Liegenschaften vergeben?

Der Liegenschaftsfonds ist insgesamt mit 6,8 Mio Euro ausgestattet und wird von der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (KEG) betreut. Welche Grundstücke über den Fonds angekauft werden, wird zuvor von einem ämterübergreifenden Arbeitskreis (Beteiligte: Amt für Bau und Immobilien, Denkmalamt, Stadtplanungsamt, Bauaufsicht und Amt für Wohnungswesen) geprüft. Die Liegenschaften werden im Konzeptverfahren zum Festpreis, den die kommunale Wertermittlung berechnet, vergeben. Dies hat den Vorteil, dass bei der Vergabe nicht der Preis entscheidet, sondern die beste Idee. Am Konzeptverfahren können Gruppen mit mindestens drei Haushalten teilnehmen. Die Projektgruppen werden aufgefordert, in einer 10-seitigen Bewerbung ihre Gruppe, ihre Ideen und Konzepte für die Liegenschaft, ein überzeugendes Finanzierungsmodell und die angestrebte Rechtsform darzustellen. Wie das Projekt in den Stadtteil wirken möchte und ob es gemeinschaftlich genutzte Flächen gibt, spielt zudem eine wesentliche Rolle. Wer am Ende den Zuschlag bekommt und einen Vertrag mit der KEG abschließt, darüber entscheidet ein Beirat, besetzt mit Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft.

Welche Liegenschaften sind aktuell ausgeschrieben?

Sossenheimer Weg 66

Bei der 5. Ausschreibung per Konzeptverfahren des Liegenschaftsfonds geht es um den Sossenheimer Weg 66 in Unterliederbach.

Die Konversionsgrundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (KEG), die mit der Bearbeitung betraut ist, hat am 16.05.2017 das Objekt für den Liegenschaftsfonds erworben.
Das Grundstück wird zum ermittelten Verkehrswert als Festpreis an die Wohninitiative mit dem besten Konzept verkauft.

Die konstituierende Sitzung des Beirats ist für den 27. September 2017 anberaumt. Der Beirat wird festlegen, ob und welche Abweichungen der Kriterien für diese Ausschreibung gelten sollen. Auch der letztendliche Zeitplan wird in der Sitzung beschlossen. Ab diesem Zeitpunkt läuft dann die Frist von drei Monaten.


Lage: Unterliederbach, Sossenheimer Weg o.Nr. (im Bereich Hausnummer 66)
Größe des Grundstücks: 1.195 m²
(Brutto-)Geschossfläche: Eine Bauvoranfrage der BSMF bei der Bauaufsicht zur bestmöglichen Ausnutzung des Grundstücks ergab, dass das Grundstück mit zwei Baukörpern mit jeweils zwei Voll- und einem Dachgeschoss und insgesamt etwa 700 bis 800 m² Geschossfläche bebaubar sei. Somit wären dort beispielsweise sechs Wohneinheiten möglich.
Kaufpreis: Verkehrswert als Festpreis – wird von der kommunalen Wertermittlung noch erhoben. Das Grundstück ist inzwischen frei von Bebauung. Ein Gutachten liegt vor, wonach keine Altlasten zu erwarten sind.

Bewerben können sich ausschließlich selbstorganisierte, gemeinschaftliche Wohnprojekte,
gekennzeichnet durch
- die Beteiligung der künftigen Nutzer an der Planung
- eine langfristig angelegte, gemeinschaftliche Verfassung und Organisation
- eine auf Dauer angelegte und gleichberechtigte Mitbestimmung der Projektmitglieder bei Angelegenheiten des Projektes

Ansprechpartner
 
Link-IconKatharina Wagner
Telefon:+49 (0)69 212 34703
Telefax:+49 (0)69 212 46891
E-Mail:Link-Iconkatharina.wagner [At] stadt-frankfurt [Punkt] de
Link-IconBirgit Kasper
Telefon:+49 (0)69 91 50 10 60
Telefax:+49 (0)69 91 50 10 61
E-Mail:Link-Iconinfo [At] gemeinschaftliches-wohnen [Punkt] de