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Das DomRömer-Projekt im Untergrund

Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz verschaffte sich einen Überblick über die Arbeiten des Stadtvermessungsamtes in der Bauphase

Ab in die U-Bahn-Röhre: Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz begleitete in der Nacht vom 9. auf den 10. August 2012 einen Vermessungstrupp, um sich die Vorgehensweise des Stadtvermessungs-amtes vor Ort zeigen zu lassen. Hintergrund sind die laufenden Bauarbeiten auf dem Dom-Römer-Areal: Baubegleitend übernimmt das Stadtvermessungsamt die sogenannte geodätische Beweissicherungsmessung. Hierfür wurden vor dem Beginn der Abrissarbeiten des Technischen Rathauses in einem Umkreis vom Römerberg bis zur Domstraße und von der Berliner Straße bis zur Saalgasse an ausgewählten Gebäuden (einschließlich der Tiefgarage Dom/Römer) 370 markante Punkte definiert und mit Höhenbolzen gekennzeichnet. In der unter der Tiefgarage verlaufenden U-Bahntrasse wurden weitere 350 Punkte definiert, markiert und im Rahmen einer sogenannten Nullmessung im Oktober 2009 gemessen. Seitdem sind bis heute 52 Folgemessungen in einem festgelegten Zeitrhythmus erfolgt und die Höhenveränderungen dokumentiert worden.

  © Stadt Frankfurt am Main
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Diese Beweissicherungsmessungen belegen, ob durch die umfangreichen Bauarbeiten Hebungen oder Senkungen des betroffenen Gebietes stattfinden und dadurch unter Umständen Schäden an den Gebäuden entstehen. Die Experten sind aufgrund der immensen Massen, die durch den Abriss des Technischen Rathauses als „Gegengewicht“ auf der Tiefgarage wegfallen, davon ausgegangen, dass mit einer Anhebung der Tiefgarage gerechnet werden musste. Bisher wurden maximal 85 mm Hebungen dokumentiert, die aufgrund des Baufortschrittes wie zu erwarten rückläufig sind. In der U-Bahn-Röhre ist ein sogenannter Alarmwert vorab definiert worden, der bei 3 mm Differenzverformung liegt. Dieser Wert ist bis heute noch bei keiner Messung erreicht worden. Die Höhenmessungen sind ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von Vorfällen – wie etwa den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Die Überwachung der Höhenbolzen in der U-Bahn-Röhre findet alle zwei bis vier Wochen ausschließlich in der betriebsfreien Zeit zwischen 1:15 Uhr und 3:45 Uhr statt.

Auch in anderen Projektabschnitten war das Stadtvermessungsamt stets eingebunden. So wurde das Amt beauftragt, präzise Vermessungsdaten des gesamten Dom-Römer-Areals zu liefern, auf denen die Planungen basieren. Hierbei waren insbesondere die genauen Lage- und Höhendaten der Tiefgarage von größter Bedeutung, da die Neubebauung ihr statisches Fundament auf einem Großteil der alten Tiefgarage finden wird. Ein zweiter und für die Fortentwicklung des gesamten Projektes entscheidender Auftrag war die katastertechnische Bildung des Baugrundstücks, als Voraussetzung für den ersten Bauantrag im Mai 2011.

Ansprechpartner
 
Link-IconJoachim Kaiser
Telefon:+49 (0)69 212 35824
Telefax:+49 (0)69 212 97 40513
E-Mail:Link-Iconjoachim.kaiser [At] stadt-frankfurt [Punkt] de