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Vermessung eines römischen Brennofens

Einsatz des terrestrischen Laserscanners im Auftrag des Denkmalamtes

© Stadt Frankfurt am Main
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Im Frankfurter Stadtteil Nied wurden bei Bauarbeiten Teile einer ca. 2000 Jahre alten römischen Ziegelei und ein sehr gut erhaltener Brennofen entdeckt. Da sich dieser bedeutende Fund auf einem Privatgrundstück befindet und zeitnah überbaut wird, sollten zur Sicherung und der digitalen Erhaltung detaillierte, dreidimensionale Daten erhoben werden.

Die Vermessung des römischen Brennofens samt Schürkanal, der umliegenden Wasserbecken sowie der angrenzenden Topographie erfolgte mit dem Laserscanner Leica C10 . Vermarkte Verknüpfungspunkte wurden polar mit einem Tachymeter sowie zusätzlich mit GPS aufgemessen. Diese Messdaten dienten der späteren Registrierung der einzelnen 3D-Punktwolken und der anschließenden Transformation vom lokalen ins übergeordnete Gauß-Krüger-System. Die Geometrie des Brennofens lückenlos zu erfassen war vor allem im Bereich der dicht beieinander liegenden Rippen schwierig. Die Auflösung in den besonders relevanten Bereichen liegt dank der mehrfachen Punktüberlagerung im Mittel bei 2mm. Insgesamt wurden auf 33 Standpunkten 260 Mio. Punkte gemessen. Mit einer Digitalkamera nahm man 330 Bilder auf, welche später zur Texturierung der 3D-Punkte sowie zur Erzeugung einer fotorealistischen Darstellung der 3D-Szene (Leica TruView) benötigt wurden.

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Anschließend erfolgte die Aufbereitung der rund 10GB Rohdaten im Innendienst. Nach dem Import aller Daten folgten die Deklaration der Verknüpfungspunkte sowie die Bereinigung der Punktwolken. Im zweiten Schritt konnte mittels der vorher aufbereiteten Messdaten vom GPS und Tachymeter die Vereinigung der einzelnen Punktwolken und die Überführung dieser Daten ins übergeordnete Koordinatensystem durchgeführt werden. Die so erzeugte Punktwolke wurde dann texturiert, um den Informationsgehalt zu steigern.

Somit waren die Daten vollständig aufbereitet, jedoch noch nicht ausreichend interpretiert. Ein Schwerpunkt war beispielsweise die Kartierung der Steinplatten und der Rasensoden im Bodenbereich des Ofens. Ein großer Vorteil der Laserscandaten ist hierbei, dass diese eine vollständige, umfassende Datengrundlage bieten und eine selektive Interpretation zu verschiedenen Zeitpunkten ermöglichen.

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Neben den reinen Messdaten sind vor allem die visuellen Ergebnisse (TruViews, texturierte Punktwolken, 3D-Modell) von großer Bedeutung. Diese Ergebnisse dienen nicht nur den Archäologen zur nachträglichen Analyse des Ofens, sondern bieten auch der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, den gut erhaltenen römischen Brennofen dreidimensional, interaktiv und auch messbar zu betrachten.

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