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28.01.2016

Informationsabend über Cannabis als Medizin

Von A wie Appetitlosigkeit, Arthrose, Asthma oder ADHS über M wie Migräne, Morbus Crohn, Multiple Sklerose bis Z wie Zwangsstörung reicht das Spektrum von Krankheiten und Leiden, die sich durch Cannabisprodukte spürbar verbessern und lindern lassen, sagt Dr. Franjo Grotenhermen. Eine Liste von mehr als 60 Krankheiten, bei denen medizinisches Cannabis Patienten nachweislich helfe, stellte der praktizierende Arzt, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) und Geschäftsführer der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM), beim Informationsabend „Cannabis als Medizin“ vor, zu dem Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig und das Drogenreferat am 16. Februar in die Räume der Caritas Frankfurt eingeladen hatten. Allein wegen der Fülle an Einsatzmöglichkeiten seien Cannabisprodukte „keine Medikamente wie alle anderen“, so Grotenhermen in seinem Vortrag, andererseits könne es aber niemals so viele Zulassungsstudien für alle Indikationen geben, um das therapeutische Potenzial auszuschöpfen.

Entsprechend groß war das Interesse und der Informationsbedarf zum Thema – mit gut 120 Besucherinnen und Besucher war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. In der folgenden Diskussion forderten insbesondere Ärzte aus dem Bereich der Palliativmedizin, verschiedene Patienten und Angehörige verbesserte Behandlungsmöglichkeiten mit medizinischem Cannabis. Mit hohen Erwartungen wurde deshalb auch der neue Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums besprochen, nach dem Cannabisblüten verschreibungsfähig und unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen auch erstattet werden sollen. Für Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“.

Noch müssen Patienten darauf warten, weshalb das Gesundheitsdezernat und das Drogenreferat der Stadt Frankfurt im Juni vorigen Jahres das Beratungsangebot Medical Marihuana Projekt gestartet haben, das die beiden Berater, der Rechtsanwalt Markus Cronjäger und der Arzt Dr. Michael Schmidt, beim Informationsabend vorstellten und eine erste – positive – Bilanz zogen. Termine für die Beratungen vergibt das Drogenreferat für den ersten Mittwoch, in der Zeit von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr, eines Monats, Telefon 069 / 212 30124.

„Mein Wunsch ist, dass mit dem Thema Cannabis als Medizin rational und sachlich umgegangen wird“, sagte Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig in der Abschlussrunde des Abends. „Cannabis besitzt ein vielfältiges Potenzial als Medikament – das ist eine Tatsache. Ich hoffe, dass es uns gelingt, es zum Wohl des Patienten einzusetzen und wünsche ich mir auch weitere Forschung in diesem Bereich.“