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Wie schädlich sind Acrylamid und Phthalate (Weichmacher) wirklich?

Sowohl Acrylamid als auch die Phthalate hatten in den letzten Jahren zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit und Sorge geführt. Die Schlagzeilen lauteten beispielsweise: „Acrylamid in der Nahrung – Krebs aus Deutschen Landen“ oder „Phthalate : Unfruchtbar durch Weichmacher“.

Hohe innere Belastung an Acrylamid und Weichmachern in der Bevölkerung

Aufgrund der inneren Belastung in der Allgemeinbevölkerung kann eine tägliche Aufnahme von etwa 60 µg Acrylamid für Erwachsene abgeschätzt werden. Nach einer acrylamidreichen Mahlzeit (z.B. Pommes und Bratkartoffeln) kann sie auf das 10 fache des „Normalen“ erhöht und durch eine mehrtägige acrylamidarme Ernährung auf ca. 10 % des „Normalen“ reduziert werden. In allen bisher publizierten Untersuchungen hatten Raucher vierfach höhere Belastungen (Addukte oder Merkaptursäureausscheidung) als Nichtraucher, ein Befund, der in der Diskussion zu Acrylamid in aller Regel nicht erwähnt wird. Aber hier wäre ein Minimierungspotenzial gegeben.

Auf der Grundlage umfangreicher Daten zur Phthalatbelastung der Allgemeinbevölkerung hat die Kommission Human-Biomonitoring Referenzwerte für die Allgemeinbevölkerung abgeleitet. Demnach liegt die derzeitige Belastung mit DEHP (Diethylhexylphthalat) in einem nicht geringen Teil der Allgemeinbevölkerung (ca. 10 %) über den publizierten Werten für die tolerierbare Zufuhr. Die Hauptzufuhr erfolgt offenbar über die Nahrung, die Studien erbrachten keinen Hinweis auf eine relevante Aufnahme an DEHP durch Hausstaub (zB PVC-haltiger Boden) oder durch die Luft. Biomonitoring-Untersuchungen an Frühgeborenen oder an Dialysepatienten konnten aber zeigen, dass phthalathaltige Weich-PVC-Infusionsschläuche zu einer erheblichen Phthalatbelastung führen können. Dieses Problem ist erkannt und kann durch Umstellung auf andere Materialien gelöst werden.

Zur Belastung von Kindern mit Acrylamid und Phtalaten hat die Stadt Frankfurt im Frühjahr 2007 eine Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse können Sie über den nebenstehenden Link ("Belastung von Kindern mit Acrylamid ...") einsehen.