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Fernbleiben von der Schule

Wenn Kinder nicht in die Schule gehen

Dass Kinder und Jugendliche mal eine Unterrichtsstunde schwänzen, hat es zu allen Zeiten gegeben. Doch in letzter Zeit finden sich vermehrt Meldungen in der Presse, dass Schüler immer häufiger und länger der Schule fernbleiben. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat eine Befragung von über 10.000 Schülern im Jahr 2003 ergeben, dass 15 – 18% der Neuntklässler pro Schulhalbjahr den Unterricht 5 und mehr Tage schwänzen. Die Zahlen beziehen sich auf die Städte Hamburg, Hannover und München und auf ländliche Regionen

Aus welchen Gründen bleiben die Kinder der Schule fern?

Schulschwänzen ist die häufigste Form des Fernbleibens von der Schule. Je häufiger und länger die Kinder nicht in die Schule gehen, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg. Die Kinder selbst machen sich indes anfangs oft keine Gedanken, welche Folgen das Schwänzen nach sich ziehen kann.

Schulschwänzer bilden eine Gruppe der sog. „Schulverweigerer“. Eine andere Gruppe sind Kinder mit ausgeprägter Schulangst. Sie befürchten unangenehme Situationen, z.B. nach einem vorangegangenen Misserfolg erneut in der Schule zu versagen. Eine wichtige Ursache kann ferner die Furcht vor Demütigungen durch Schüler oder Lehrer sowie vor körperlichen Übergriffen sein.

Wiederum andere Schüler bleiben der Schule fern wegen Problemen, die gar nicht direkt mit der Schule zu tun haben. Das können aktuelle Ereignisse, Verluste oder Enttäuschungserlebnisse sein. Eine besondere Art dieser Schulverweigerung ist die eher seltene Schulphobie. Hier bestehen oft unbewusste Ängste vor dem Verlassenwerden und Sorgen um die Hauptbezugspersonen. Die Beteiligten selbst erkennen diese Zusammenhänge häufig nicht, weil der Blick einseitig auf die Schule gerichtet ist.

Was kann man tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Problem der Schulverweigerung anzugehen. Ganz wichtig: Jede Maßnahme sollte mit der Überlegung verbunden sein, was den Schüler oder die Schülerin dazu motiviert, dem Unterricht fernzubleiben. Deshalb sollten Eltern und Lehrer zuerst das Gespräch miteinander und mit dem Schüler oder der Schülerin suchen und gemeinsam verbindliche Vereinbarungen treffen.Die Schule kann in abgestuften Schritten Entschuldigungen oder ärztliche Atteste verlangen, schriftlich auf den Verstoß gegen die Schulpflicht hinweisen und ggf. Maßnahmen nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz einleiten.

Für Eltern besteht die Möglichkeit, sich vom Staatlichen Schulamt oder bei einer Beratungsstelle fachkundigen Rat einzuholen oder sich an Kinderpsychiater oder Kinderpsychologen zu wenden.

Information – Beratung – Behandlung zum Thema „Fernbleiben von der Schule"

  • Staatliche Schulamt Stadt Frankfurt am Main
    Schulpsychologischer Dienst
    Stuttgarter Straße 18-24
    60329 Frankfurt am Main
    Tel.: 069/ 38 989 00
  • Erziehungsberatungsstellen
  • Niedergelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie
    psychologische Psychotherapeuten
  • Klinikum der Johann Wolfgang Goethe- Universität
    Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters - Ambulanz -
    Deutschordenstraße 50
    60528 Frankfurt am Main
    Tel.: 069/ 6301 - 59 20