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Lassa-Fieber

Lassa-Fieber ist eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die 1969 erstmals in der nigerianischen Stadt Lassa diagnostiziert wurde. Erkrankungen an Lassa-Fieber kamen bislang fast ausschliesslich in Westafrika vor. 1996 gab es eine Lassa-Epidemie mit knapp 200 Erkrankungen und über 60 Todesfällen in Sierra Leone.

Ähnlich wie beim Ebola-Fieber kann neben dem Befall vieler Organe auch das Blutgerinnungssystem des Menschen schwer beeinträchtigt werden, so dass starke Blutungen möglich sind. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel über Lebensmittel, die mit dem Urin von infizierten Nagetieren in Berührung kamen. Von Mensch zu Mensch werden die Viren über Kontakt mit Blut, Stuhl, Speichel, Erbrochenem, Sekreten, Urin und Samenflüssigkeit von erkrankten Personen übertragen. Eine Übertragung durch Tröpfchen (Niesen etc.) ist untypisch für diese Erkrankung.
Die Inkubationszeit des Lassa-Fiebers beträgt in der Regel 7 - 10 Tage, als maximale Spanne sind 3 - 24 Tage möglich. Im Falle einer Infektion beginnt die Krankheit mit hohem Fieber, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwindelgefühl und Durchfall. Eine ausgeprägte Halsentzündung (Pharyngitis) gehört ebenfalls zu den häufigen Symptomen. In der zweiten Woche kommt es zu starken Magenschmerzen, Erbrechen sowie typischen Schwellungen in Gesicht und am Nacken.
Das Lassa-Fieber kann in ca. 15% aller Fälle tödlich verlaufen, deswegen ist eine intensivmedizinische Behandlung der Patienten dringend erforderlich. Unter den Bedingungen der modernen Intensivmedizin ist die Todesrate jedoch wahrscheinlich deutlich niedriger. Im Gegensatz zu anderen hämorrhagischen Fiebern, wie Ebola, kann das Lassa-Fieber vermutlich medikamentös behandelt werden. Das dafür vorgesehene Präparat Ribavirin (Virazole ®) ist zwar in Deutschland nicht zugelassen, kann aber im Ernstfall über internationale Apotheken beschafft werden.

Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich jederzeit an Ihr Gesundheitsamt wenden!