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Aufbau eines Humanitären Fachärzte-Netzwerks

Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Krankenversicherung

Die steigende soziale Ungleichheit in Deutschland wirkt sich teils dramatisch auf die Gesundheit der Menschen aus. Trotz der seit 2009 bestehenden Krankenversicherungspflicht in Deutschland, waren dem Statistischen Bundesamt zufolge ca. 79 000 Menschen (2015) in Deutschland ohne Krankenversicherung. Das Problem ist jedoch viel größer, als diese Zahl vermuten lässt, denn Obdachlose und Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus müssen als Nichtversicherte hinzugerechnet werden. Insbesondere in Großstädten, wie Frankfurt am Main, leben viele Menschen ohne Krankenversicherung. Die Gründe sind vielfältig, angefangen bei fehlenden Sprachkenntnissen bis hin zu besonderen kulturellen und sozialen Voraussetzungen.

Unser Ziel ist es, diese Barrieren zu überwinden und so jedem in dieser Stadt eine Basisgesundheitsversorgung zugänglich zu machen.

Für die ärztliche Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung wurde 2001 die Afrika-Sprechstunde am Gesundheitsamt ins Leben gerufen. Um dem steigenden Bedarf von Menschen aus allen Ländern der Welt gerecht zu werden, wurden die Sprechstunden erweitert und 2009 in „Humanitäre Sprechstunde“ umbenannt. Dieses niedrigschwellige Angebot ermöglicht Menschen ohne Krankenversicherung in Frankfurt am Main eine kostenlose, anonyme ärztliche Versorgung, teilweise in Zusammenarbeit mit verschiedenen Frankfurter Kliniken im Rahmen eines Entbindungsprogramms sowie vereinzelten, niedergelassenen Ärzten.

Unsere Behandlungsmöglichkeiten in der Humanitären Sprechstunde sind jedoch begrenzt, sodass wir auf niedergelassene Fachärzte in Frankfurt am Main zur Mitbehandlung im Rahmen eines fachärztlichen Konzils angewiesen sind.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich interessierte Fachärzte folgender Fachrichtungen engagieren könnten:

  • Urologie,
  • Zahnmedizin,
  • Radiologie,
  • Kardiologie,
  • Psychiatrie/Neurologie,
  • Orthopädie,
  • Hämatologie,
  • Infektiologie,
  • Chirurgie,
  • HNO,
  • Diabetologie,
  • Phlebologie und
  • Gynäkologie.


Da unsere Patienten aus verschiedensten Herkunftsländern kommen
und teils über keine sehr guten, deutschen Sprachkenntnisse verfügen,
wäre es hilfreich, wenn der Facharzt über Fremdsprachenkenntnisse verfügt.
Besonders gesucht werden Fachärzte, die Englisch, Türkisch, Bulgarisch oder Rumänisch sprechen.

Unsere Patienten kommen meist aus prekären Lebensverhältnissen,
weshalb auch ihre finanzielle Situation entsprechend angespannt ist.
Deshalb würden wir uns wünschen, dass die Fachärzte eine kostengünstigere Behandlung für eine vereinbarte Anzahl unserer Patienten anbieten.
Nach einer mindestens einjährigen, erfolgreichen Kooperation der
Facharztpraxis mit der Humanitären Sprechstunde erhält die Praxis ein
repräsentatives Zertifikat als Mitglied im Humanitären Fachärzte-Netzwerk.
Wenn jeder Arzt im Rahmen seiner Möglichkeiten einen kleinen Beitrag
leistet und damit die „Last“ auf viele Schultern verteilt werden kann, können wir gemeinsam die gesundheitliche Ungleichheit in Frankfurt ein wenig minimieren und den menschenrechtlich verbrieften Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle ermöglichen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
 
Link-IconMarisa Pietzsch
Telefon:069 212-34860
E-Mail:Link-Iconmarisa.pietzsch [At] stadt-frankfurt [Punkt] de