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PCP - Pentachlorphenol in Lederkleidung: ein Beispiel

Trotz PCP-Verbots kann es in bestimmten Fällen immer noch zu hohen inneren Belastungen kommen, was folgende Fallbeschreibung aus unserer umweltepidemiologischen Untersuchung aus Frankfurt zeigt:

Bei allen Mitgliedern einer Familie wurden auffällig hohe PCP-Konzentrationen festgestellt, die deutlich über dem Referenzwert von 12 µg/l lagen (siehe Tabelle). Aus der Wohnungsanamnese ergab sich kein Hinweis auf die Anwendung von Holzschutzmitteln; die PCP-Konzentration in der Hausstaubprobe lag unter 1 mg/kg. Als Quelle der inneren Belastung konnte die unangenehm riechende Lederjacke des Vaters herausgefunden werden: die Materialanalyse der Lederjacke erbrachte 2265 mg PCP/kg. Die Jacke wurde als Sondermüll entsorgt. Nachuntersuchungen zeigten bei allen Familienmitgliedern einen deutlichen Abfall der inneren Belastung.

Weitere Informationen zum Thema "Human-Biomonitoring" können Sie beim Umweltbundesamt erhalten, indem Sie dort nach "HBM-Kommission" suchen.

PCP-Konzentration in Blutplasma- und Urinproben einer Familie - verursacht durch die PCP-haltige Lederjacke des Vaters.

Tabelle
Verlauf
Vater
Mutter
Kind
Juni 1989: Der Vater hatte die Lederjacke bis Mai regelmäßig getragen. Die Lederjacke befand sich in der Wohnung.
60 µg/l Blut
10 µg/l Blut
24 µg/l Blut;
11,5 µg/l Urin




Nov. 1998: Der Vater hatte die Lederjacke 6 Monate lang nicht getragen. Die Lederjacke befand sich aber weiter in der Wohung.
5,8 µg/l Blut
nicht untersucht
nicht untersucht




Dez. 1998: Die Lederjacke befand sich seit einem Monat nicht mehr in der Wohnung.
nicht untersucht
4,8 µg/l Blut
7,6 µg/l Urin