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PCB - Polychlorierte Biphenyle im Blut der Bevölkerung

Die PCB reichern sich wegen ihrer großen Beständigkeit und geringen biologischen Abbaubarkeit im Ökosystem und in der Nahrungskette an. Sie sind heute überall nachweisbar, besonders in tierischer Nahrung (bgvv.de) aber auch im menschlichen Blut (umweltbundesamt.de). Besonders hohe PCB-Gehalte werden im menschlichen Fettgewebe und in der Muttermilch (umweltbundesamt.de) gefunden.

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat zwei umweltepidemiologische Untersuchungen zur inneren PCB-Belastung bei Kindern und Erwachsenen durchgeführt:

1994 wurden Erzieherinnen, in deren KiTa PCB-Konzentrationen über 300 ng/m3 (maximal ca. 1500 ng/m3) gefunden worden waren, auf freiwilliger Basis auf ihre PCB-Blutbelastung untersucht. Im Vergleich mit den Referenzwerten konnte keine über die allgemeine Hintergrundbelastung nachweisbare Zusatzbelastung im Blut der Erzieherinnen nachgewiesen werden (Veröffentlichungsverzeichnis). Inzwischen wurden diese Ergebnisse in einer Vielzahl weiterer Untersuchungen aus verschiedenen Regionen in Deutschland bestätigt. D.h., eine PCB-Belastung in der Raumluft führt vor dem Hintergrund der allgemeinen, sehr viel höheren PCB-Aufnahme über die Nahrung in aller Regel nicht zu einer nachweisbar höheren inneren PCB-belastung der Raumnutzer.

1998 wurde im Rahmen einer größeren umweltepidemiologischen Untersuchung die aktuelle PCB-Belastung bei über 630 Kindern und Erwachsenen aus Frankfurt analysiert. Es zeigte sich die bekannte, mit zunehmendem Alter ansteigende innere PCB-Belastung der Erwachsenen. Im Vergleich mit den Referenzwerten von 1991/94 haben die PCB-Blutplasmaspiegel bei Erwachsenen deutlich, um ca. 30 % abgenommen. Für Kinder liegen bislang keine geeigneten Vergleichswerte vor. Damit bestätigen diese Daten den nach dem PCB-Verbot von 1989 allgemein abnehmenden Trend der PCB-Belastung in der Umwelt, der Nahrung und der Muttermilch.

PCB wurde bis zu ihrem Verbot in den 1980er Jahren vielfältig eingesetzt. U.a. in Kondensatoren, Fugendichtungsmasse und Beschichtungen.

Weitere Informationen zum Thema "Human-Biomonitoring" können Sie beim Umweltbundesamt erhalten, indem Sie dort nach "HBM-Kommission" suchen.

Stand: August 2017