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Asbest - Innenraumluftbelastung und Erkrankungsrisiko durch Asbest

Asbest ist ein natürliches Mineral der Erdkruste und wurde wegen der Eigenschaften Nichtbrennbarkeit, chemische Beständigkeit, Hitze-, Korrosions- und Fäulnisbeständigkeit zum Brandschutz und zur Isolierung in Gebäuden und in Geräten eingebaut. In der Außenluft liegt die Konzentration an Asbestfasern üblicherweise bei 50-150 Fasern/m3, in Räumen mit Asbestbauteilen in schlechtem Zustand können in Einzelfällen deutlich höhere Werte gemessen werden (in Abhängigkeit von Erschütterungen etc bis zu mehreren tausend Fasern/m3). – Inzwischen ist Asbest verboten und die Sanierung von Spritzasbestprodukten in bestimmten Richtlinien geregelt.

Wie hoch ist das Erkrankungsrisiko durch Asbest?
Wenn Asbestfasern eingeatmet werden, können – nach Latenzzeiten von mehreren Jahren bis Jahrzehnten – folgende Erkrankungen entstehen: Asbestose, asbestbedingtes Lungenkarzinom und das Mesotheliom, ein bösartiger Tumor des Brust- und Bauchfells. Bei Asbest in Umweltkonzentrationen wurde bislang ausschließlich das Mesotheliom beschrieben. In der Bundesrepublik erkranken jährlich 2 von 100.000 Männern und 1 von 100.000 Frauen an einem Mesotheliom. Dies stimmt mit den Abschätzungen für das Risiko bei einer Asbestbelastung mit 100 Fasern/m3 über das ganze Leben überein (entsprechend in etwa der Außenluftbelastung).

Das asbestbedingte Risiko z.B. durch den Besuch einer Schule/Arbeitsstätte – unter der Annahme einer hohen Asbestbelastung von 1000 Fasern pro Kubikmeter Raumluft über 5 Jahre – wird auf 0,3-0,4 Erkrankte pro 100.000 Exponierte geschätzt. Es liegt damit ca. 50 fach unter dem ebenfalls nicht selbstbestimmten Risiko eines tödlichen Unfalls innerhalb von 5 Jahren und mehr als 100fach unter dem in der Regel unfreiwillig eingegangenen Krebs-Risiko durch Passivrauchen.

In Frankfurt wurden in den 1980er-1990er Jahren alle Schulen auf Asbest untersucht und saniert.

Stand: August 2017