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MRSA in Krankenhäusern

In den 80er Jahren hat das Problem der MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) in Krankenhäusern weltweit stark zugenommen. Besonders in Südeuropäischen Ländern ist MRSA in Krankenhäusern weit verbreitet (bis zu 80 %). Geringe Probleme hingegen werden aus den Niederlanden aber auch aus den skandinavischen Ländern berichtet, wo sehr strenge Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen zur Verhütung der MRSA-Weiterverbreitung in Krankenhäusern ergriffen werden.

Neue Daten aus Deutschland zeigen, dass hier in den letzten Jahren das MRSA-Problem in Kranken-häusern erheblich zugenommen hat. 1998 waren insgesamt 15,2% aller untersuchten Staphylokokkus aureus-Stämme aus klinisch relevantem Untersuchungsmaterial „MRSA“. Gegenüber 1990 (1,7 %) und 1995 (8,7 %) ist das ein deutlicher Anstieg. Für die skandinavischen Länder und Holland liegt diese Rate deutlich niedriger (< 1%).

Die Keime sind deswegen für Krankenhäuser so bedeutsam, da dort einerseits Kranke und Abwehr-geschwächte eng zusammen untergebracht sind und Infektionen dort leicht weitergegeben werden können. Zum anderen ist bei den Patienten entweder durch Verletzungen oder durch medizinische Maßnahmen die Haut- und Schleimhautbarriere oft verletzt, wie z.B. durch Operationen oder invasive Maßnahmen wie Katheter etc. Darüber hinaus werden dort häufig Antibiotika eingesetzt, und die Antibiotika-resistenten Keime haben dort gegenüber den antibiotika-empfindlichen Keimen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

Zu Hause, außerhalb der Krankenhäuser, haben MRSA keinen Wettbewerbsvorteil. Für gesunde Angehörige von MRSA-besiedelten besteht keine Gefahr. Zu Hause reicht eine normale, gute Hygiene aus.