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14.02.2014

Altersgerechte Wohnungen und die Bestattungskultur in Frankfurt

Außer dem Thema "Neue Satzung für den Seniorenbeirat" beherrschten zwei Schwerpunktthemen die Februarsitzung des Seniorenbeirates, nämlich altersgerechtes Wohnen und die Bestattungskultur in Frankfurt.

Für eine sachgerechte Diskussion war es erfreulich, dass zwei Magistratsmitglieder zur Information als auch zur Beantwortung von Fragen des Seniorenbeirates zugesagt hatten. Sowohl die Sozialdezernentin Frau Prof. Daniela Birkenfeld als auch der Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz und zusätzlich noch der Leiter des Grünflächenamtes, Herr Heldmann, in Vertretung der Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig berichteten und informierten.

Wohnungsbau

Olaf Cunitz informierte über die Herausforderungen beim altersgerechten und generationenübergreifenden Wohnen, ein Thema, das mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit benötige. Es gehe um eine der zentralen Aufgaben des nachhaltigen und zukunftsorientierten Wohnungs- und Städtebaus der kommenden Jahre. Der Bedarf an barrierefreien und auch an rollstuhlgerechten Wohnungen in Frankfurt sei enorm hoch und werde noch zunehmen, so Cunitz weiter. Das Interesse, Barrieren abzubauen ist sehr hoch. Doch das kostet Geld und stößt auch – etwa bei Miet- oder Eigentumswohnungen – häufig auf Schwierigkeiten. Auch in Altbauten, besonders natürlich in denkmalgeschützten Gebäude, sind bauliche Veränderungen häufig problematisch Die Mehrheit der älteren Menschen möchte gern in ihren eigenen vier Wänden möglichst lange wohnen bleiben. Dazu hieß es: "Wir als Stadt Frankfurt verstehen altersgerechtes Wohnen als eine Querschnittsaufgabe im Rahmen der bestehenden Wohnungsbauförderung". Daher unterstütze die Kommune mit unterschiedlichen Förderprogrammen bauliche Verbesserungen des seniorengerechten Wohnens, im Neubau wie bei Modernisierungen, führte der Planungsdezernent aus. Unter altersgerechtem Wohnen muss man sich nicht immer sehr aufwendige Maßnahmen vorstellen. Oft ist beispielsweise das Tieferlegen der Lichtschalter oder Veränderungen im Bad schon sehr hilfreich. Die Stadt Frankfurt bietet gerade auch für ältere Menschen zahlreiche Hilfen an. Eine Anlaufstelle dafür ist die Leitstelle Älterwerden im Rathaus für Senioren, sie bietet unter seniorenangebote@stadt-frankfurt.de und direkt im Rathaus für Senioren Informationen und Hilfen an.

Friedhofskultur

Friedwälder, anonyme Gräberfelder, pflegeleichte Gräber, Urnenbestattungen, alle diese Möglichkeiten bieten Frankfurts Friedhöfe. Doch diese in den letzten Jahren stark veränderte Friedhofskultur führt zu Problemen bei der Finanzierung der Friedhöfe. Was diese Probleme für die Stadt bedeuten, erläuterte Herr Heldmann, der Leiter des Grünflächenamtes und zuständig für 36 Friedhöfe der Stadt, dem Seniorenbeirat. Er betonte, dass finanzielle Probleme und verschärfte Bauvorschriften auch für die Schließung des 100 Jahre alten Krematoriums auf dem Hauptfriedhof waren. Erfreulich sei, dass die Kosten für die Friedhöfe nicht allein den Nutzern angelastet würden, sondern auch aus Mitteln des Denkmalschutzes und des Grünflächenamtes finanziert würden. Allerdings mussten trotzdem die Friedhofsgebühren im letzten Jahr erhöht werden. Um den neuen Herausforderungen durch die religionskonforme Bestattung von Muslimen zu begegnen, ist mit der KAV ein Arbeitskreis gebildet worden. So ist es jetzt schon möglich, auf dem Friedhof Heiligenstock, die Bestattungen ohne Sarg und ausgerichtet nach Mekka durchzuführen. Da die Bürger Friedhöfe zunehmend vorwiegend als städtische Grünflächen empfinden, ergeben sich auch Konflikte beispielsweise durch Fahrradfahrer und Jogger. Herr Heldmann betonte, dass es zurzeit keine Pläne zur Schließung der kleinen Vorort-Friedhöfe gebe, dieses aber in der Zukunft nicht gänzlich auszuschließen sei.

Satzung und Abwicklungspraxis des Rathauses für Senioren bei Tagesfahrten für Senioren

Des Weiteren gab es Nachfragen und Stellungnahmen an die Sozialdezernentin zu der vom Magistrat verabschiedeten Satzung (M 205) für den Seniorenbeirat, die sowohl Inhalte als auch Vorgehensweise betrafen. Aufgrund des laufenden Geschäftsganges wurden keine Auswirkungen auf die unterschiedlichen Auffassungen des Magistrats und des Seniorenbeirates in Aussicht gestellt.
Kontrovers wurde auch das Thema Bekanntmachungen der Seniorenfahrten diskutiert. Diese Themen werden den Seniorenbeirat weiter beschäftigen.

R.H.Sterzel