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21.08.2013

Seniorenbeiratssitzung am 21. August 2013

Ethik in der Altenpflege

Das Leben in einem Altenpflegeheim birgt aufgrund der besonderen Wohn- und Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner – neben vielen anderen praktischen Alltagsfragen – auch erhebliche ethische Probleme und Fragestellungen. Dabei geht es nicht nur um die ‚klassischen’ Themen ethischer- und rechtsrelevanter Entscheidungen am Lebensende. Allein der institutionelle Rahmen, unterschiedliche Sichtweisen der jeweils Beteiligten u.v.m. bringen ethische Fragen mit sich: Wie steht es um die Autonomie und Selbstbestimmung? Um Privatheit und Individualität? Werden medizinisch/pflegerische Probleme auch ethisch bewertet? Wie gehen wir mit Patientenverfügungen um? In welchem Maße stellen sich Fragen der Gerechtigkeit, z.B. in der Ressourcenverteilung? Damit mögen nur einige schlaglichtartige Stichworte genannt sein.

Diesem erheblichen Bedarf an Beratung und Fortbildung in ethischen Fragen des Heim- und Stationsalltages stellt sich das Frankfurter Netzwerk Ethik in der Altenpflege. Frau Dr. Bockenheimer-Lucius berichtete in einem interessanten Vortrag während der letzten Seniorenbeiratssitzung über Entstehung, Zielsetzung und Aufgaben dieses Netzwerkes. Die Ethik-Komitees sind interdisziplinäre Gremien aus Pflegenden, Ärzten, Angehörigen der Sozialdienste, der Seelsorge, Juristen und Ethikern. Ihre konkreten Aufgaben sind Ethikberatung im Einzelfall, Entwicklung von Leitlinien und Mitarbeiterfortbildung.

Die Notwendigkeit eines solchen Netzwerkes für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zu ethischen Themen wurde in der anschließenden Diskussion bestätigt. Das gerade mit im Seniorenbeirat häufig diskutierte Problem der alternden Migranten und Migrantinnen, deren Moralvorstellungen durch eine andere Religion und Erziehung in Konflikt zu denen des Pflegepersonal stehen kann, kann durch solche Diskussionsrunden thematisiert und aufgearbeitet werden.

Die wissenschaftliche Begleitung des Ethik-Komitee-Projektes ist am Senckenbergischen Institut für Geschichte und Ethik der Medizin angesiedelt.

Weitere Informationen unter http://www.ethiknetzwerk-altenpflege.de.

Beförderungsdienst

Ein etwas praktischeres Problem erläuterte Herr Köhler dem Seniorenbeirat. Er berichtete über die Weiterentwicklung des Beförderungsdienstes für Menschen mit Außergewöhnlichen Gehbinderungen. Herr Köhler schaffte für unsere Gespräche mit Älteren Menschen, Klarheit über Probleme der Zuzahlung, der Nutzung und stellte klar, dass die neue Verordnung "eine bessere Nutzerfreundlichkeit durch flexiblere Handhabung bezüglich Nutzungsfrequenz sowie Nutzungsgebiet ermöglicht" wird. Die wesentlichen Punkte sind die Aufgabe der bisherigen Kontingente bei einer Eigenbeteiligung von 0,75 €. In Zukunft kann das Taxiguthaben nach eigenen Vorstellungen aufgebraucht werden und die Eigenbeteiligung pro Fahrt beträgt 1 €. Dabei ist die Wahl des Taxiunternehmens frei. Alle Frankfurter mit AG Ausweis erhalten eine Kundenkarte mit einer Grundleistung von 500 Euro und für Frankfurt Passinhaber von 1000 Euro.

Satzung und Öffentlichkeitsarbeit

Die Probleme mit der Erstellung einer neuen Satzung sind noch nicht behoben. Als nach wie vor unbefriedigend wurde von den meisten Teilnehmern die mangelnde Eigenständigkeit des Seniorenbeirates in seiner Außendarstellung gesehen. Dies wurde intensiv und engagiert diskutiert.

Ehrenamtliche Sicherheitsberater in Frankfurt ermöglichen.

Ein Antrag zur Etablierung ehrenamtlicher Sicherheitsberater wurde beschlossen und an die Sozialdezernentin weitergegeben.

Renate H. Sterzel, Heinrich Trosch, Josef Ullrich