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06.02.2013

Süchte im Alter

"Süchte im Alter" war das Schwerpunktthema der Seniorenbeiratssitzung am 6. Februar 2013.
Der Seniorenbeirat war bei dieser Sitzung zu Gast bei der Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige. Frau Claudia Beise von der Stiftung begrüßte die Sitzungsteilnehmer.

"Süchte im Alter"

  • Hilfe, bei meiner Nachbarin vermüllt die Wohnung!
  • Der Opa ist angetrunken gefallen und hat sich die Hüfte gebrochen!
  • Mein Mann verspielt seine gesamte Rente!
  • Meine alte Tante bestellt dauernd nutzloses Zeug im Internet!
  • Durch zu viele Medikamente kann ich mit meiner Mutter kaum noch sprechen!


Alle diese Probleme sind auf Süchte zurückzuführen und beeinträchtigen die Lebensqualität von Senioren. Um über diesen Problemkreis fachkundige Informationen zu erhalten, hatte der Seniorenbeirat auf seiner letzten Sitzung Frau Dr. Gabriele Scheffler vom Drogenreferat, Herrn Bernd Nagel von der Stiftung Waldmühle und Frau Edith Schmidt-Westerberg von der Evangelischen Suchtberatung eingeladen. Anhand der Beispiele wurde schnell klar, wie Süchte, die häufig erst nach der Berufstätigkeit auftreten, nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Angehörigen zu schaffen machen. Da viele Menschen zudem im Alter allein leben, ist es häufig schwierig, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen. Auch lange Wege, ungünstige Sprechzeiten von Ämtern können für Hilfesuchende ein Hindernis sein, entsprechende Beratungen zu erhalten. Die Anzahl der Hilfsangebote ist groß, von Selbsthilfegruppen über amtliche Stellen und kirchliche Beratungen. Es wäre gerade für die Seniorenbeiräte wichtig zu wissen, welche Hilfen es in den einzelnen Stadtteilen gibt, um gezielt Rat und Hilfe vermitteln zu können. Besser erreichbar scheinen Menschen mit schon längerer Drogenkarriere zu sein, da diese den Ämtern bekannt sind und meist auch von dort Hilfe erhalten.

Die Sozialdezernentin, Frau Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, hat gern den Vorschlag aufgenommen zusammen mit der Gesundheitsdezernentin, Frau Rosemarie Heilig, zu diesem im Bewusstsein der Bevölkerung noch neuen Thema eventuell eine Bürgeranhörung zu veranstalten.

Satzung

Ein wichtiges Thema auf der Seniorenbeiratssitzung am 06.02.13 war die Erstellung von Eckpunkten für eine neue Satzung unter Aufgabe der Geschäftsanweisung des Magistrats. Da sich der Seniorenbeirat keineswegs nur als Beratungsgremiums des Magistrats fühlt, sondern weitere politische Mitwirkungsmöglichkeiten erhalten möchte, wie beispielsweise ein Anregungsrecht an die Stadtverordnetenversammlung, die Durchführung von Öffentlichen Sitzungen, Bürgerfragestunden und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, hat der Seniorenbeirat eine neue Satzung entworfen. Diese Satzung steht jedoch noch nicht im Einklang mit den derzeitigen Geschäftsordnungen der Ortsbeiräte und der Stadtverordnetenversammlung. Zur Durchsetzung seiner Forderungen wird sich der Seniorenbeirat nun an alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung wenden und um Hilfe bei der Umsetzung seiner Forderungen werben

Konflikte Radfahrer und Fußgänger

Der Seniorenbeirat hatte sich mit einer Anfrage über das nicht immer erquickliche Miteinander von Radfahrern und Fußgängern an Verkehrsdezernent Stefan Majer gewandt. Dieser bestätigte gerade im Zuge des immer dichter werdenden Radverkehrs und der immer noch nicht optimal ausgebauten Radwege, dass es zu Konflikten gerade zwischen Senioren und Radfahrern kommen kann. Allerdings schlagen sich diese Konflikte nicht in erhöhten Unfallzahlen nieder. Um das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen, wird die Stadtpolizei, die den ruhenden Verkehr kontrolliert, angewiesen, auch Radfahrer bei Fehlverhalten wie dem Fahren auf Gehwegen anzuhalten und mit einer "Roten Karte" zu belegen.
Aber auch die Senioren, die teilweise durch schlechtes Hören erschrecken, wenn Radfahrer dicht an ihnen vorbeifahren, sollten vorausschauend unterwegs sein, um ihrerseits nicht die Radfahrer zu gefährden. Die Stadt Frankfurt wird in den nächsten Jahren vor allem durch planvolle Verbesserung der Infrastruktur für eine klarere Abgrenzung von Fußgängern und den durch die Technik auch immer schneller fahrenden Radfahrern sorgen. "Zu Fuß gehende schützen, Rad fahrende sicher führen", so steht es im Koalitionsvertrag.

Seniorenfahrten

Ein weiterer Antrag, der sich für eine Verdopplung der Seniorentagesfahrten durch Entkopplung der Fahrten mit Schiff und Bus beschäftigt, wurde erst einmal zurückgestellt, um ein Gespräch mit den Sozialbezirksvorstehern zu führen, die für den Verkauf dieser Karten zuständig sind. Es wird befürchtet, dass durch die Entkopplung unzumutbare Mehrarbeit entsteht.

Verbesserte Öffentlichkeitsarbeit

Schließlich setzte sich ein Antrag mit einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit des Seniorenbeirates ein, um die Arbeit dieses Gremiums bei den Senioren bekannter zu machen.

R. H. Sterzel
- Vorsitzende des Seniorenbeirates -