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05.12.2012

Altern in der neuen Heimat

Wie man fern seines Geburtslandes im Alter lebt, damit hat sich der Seniorenbeirat auf seiner letzten Sitzung am 5. Dezember 2012 schwerpunktmäßig beschäftigt.

Andere kulturelle Wurzeln, ein anderer Umgang mit Älteren Menschen, die nicht perfekt gelernte Sprache des Landes, in dem man gearbeitet hat, diese Aspekte können im Alter zunehmend in den Vordergrund treten und zu Problemen werden. Der neue Leiter des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten, Herr Dr. von Ungern-Sternberg, berichtete über die Situation von Gastarbeitern und Gastarbeiterinnen, die jetzt allmählich in das Rentenalter kommen.

Bedingt durch die meist schwere körperliche Arbeit der ersten Gastarbeitergeneration ist ihr körperlicher Gesundheitszustand im Vergleich zu dem anderer Senioren häufig schlechter. Auch die Rentenansprüche sind geringer, weil diese Menschen häufig nicht so viele Rentenjahre vorweisen können. Herr Dr. von Ungern-Sternberg berichtete, dass das AmKA zurzeit eine Studie über Angebote für ältere Migranten und Migrantinnen erstellt.

Eindrucksvoll wurden statistische Zahlen und Erhebungen ergänzt durch direkt nachvollziehbare Einblicke in das Leben von Migranten und Migrantinnen durch den Vorsitzenden der KAV (Kommunale Ausländervertretung), Herrn Enis Gülegen. Er berichtete beispielsweise über die so genannten Winterstörche, das sind Migranten, die die Sommermonate in ihren alten Heimatländern verbinden und im Winter wieder nach Deutschland zurückkehren. Er plädierte dafür, eine religiöse und kulturelle Sensibilität für diese Menschen zu entwickeln.

Der Seniorenbeirat bekräftigte, dass er als Sprachrohr auch für diese Seniorinnen und Senioren tätig sein muss, die von uns eine historische Solidarität erwarten dürfen. Wie dieser Anspruch in einer neuen Satzung umgesetzt werden kann, darüber wird der Seniorenbeirat auf seiner nächsten Sitzung entscheiden. Diese wird sich außerdem schwerpunktmäßig mit dem Thema "Süchte im Alter" befassen.

Die Stellungnahme des Magistrats zu unserer neuen Satzung wurde verteilt und soll zunächst im Arbeitskreis besprochen werden.

Künftig kann auf die Website des Seniorenbeirats unter http://www.seniorenbeirat.frankfurt.de direkt zugegriffen werden. Außerdem werden verschiedene Suchfunktionen ermöglicht. Die Einrichtung erfolgt Anfang nächsten Jahres.

Es gab Berichte von 6 Fachtagungen (siehe auch die Webseiten im Kasten "Links zu Informationen zu den Fachtagungen" auf dieser Seite rechts):
- Mitmachen und Mitreden
- Qualität in Altenpflegeheimen
- Altersbildung im demographischen Wandel (Informationen von info@keb-frankfurt.de)
- Infobörse für gemeinschaftliches Wohnen
- Wohnen - für ein langes Leben in der Stadt
- Workshop an der FH: "...bis 100 in der eigenen Wohnung"

Der Seniorenbeirat wünscht allen Lesern Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

Nächste Sitzungen des Seniorenbeirats: 6.2.; 8.5.; 21.8.; 4.12.2013

R. H. Sterzel
- Vorsitzende des Seniorenbeirates -