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2005: Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen

Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen engagierte sich seit Jahrzehnten frauenpolitisch und setzte sich in hohem Maße für die Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft ein.
Die streitbare und engagierte Persönlichkeit setzte mit ihrer psychoanalytischen Arbeit, ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und ihrem entschiedenen Eintreten für sozialpolitische und demokratische Ziele Maßstäbe.

Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen verband den Feminismus der neuen Frauenbewegung und die aufklärerische Tradition der Psychoanalyse in besonderer Weise miteinander.
"Die friedfertige Frau" (1989), so heißt ihr erfolgreichstes Buch, ist die Aufforderung an ihre Geschlechtsgenossinnen, sich der Fesseln einer traditionellen Rolle zu entledigen – und nicht eine Verteidigung des Weiblichkeitsklischees, das etwa dem Klischee des von Natur aus kriegerischen Mannes gegenübergestellt wurde.

An der Gründung des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts im Jahre 1960 war sie zusammen mit den aus dem amerikanischen Exil nach Frankfurt zurückgekehrten Begründern der kritischen Theorie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und ihrem Mann Alexander an vorderster Front beteiligt. Nach dessen Tod fungierte sie als Herausgeberin der renommierten PSYCHE - Zeitschrift für Psychoanalyse - und ihre Anwendung, der sie als Ehrenmitglied des Herausgebergremiums und der Redaktion bis zu ihrem Tod die Treue hielt.

Ihr Lebenswerk als engagierte Psychoanalytikerin und Feministin der ersten Stunde ist weltweit anerkannt.

Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen verstarb 94jährig am 12. Juni 2012 in Frankfurt am Main