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1992: Prof. Dr. Helga Einsele

Prof. Dr. Helga Einsele übernahm 1947 die Leitung der Preungesheimer Frauenhaftanstalt. Sie setzte sich auf vorbildliche Weise für wegweisende Verbesserungen der Lebensbedingungen inhaftierter Frauen ein. Sie ergriff dabei besonders Partei für die sozial schwächsten, die lebenslänglich inhaftierten Frauen und deren Kindern. Ihr Werk hat einen prägenden Einfluss auf die Humanisierung des Strafvollzugs ausgeübt. Sie führte Therapie- und Selbsthilfegruppen im Gefängnis ein, lange bevor im Zuge von Reformen diese Ansätze breite Anerkennung fanden. 1969 erhielt sie den Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union, das Land Hessen ehrte sie mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille.
Große öffentliche Aufmerksamkeit erregte sie 1974 mit dem "Mutter-Kind-Haus", in dem inhaftierte junge Frauen zusammen mit ihren Kleinkindern leben können. Später war Prof. Dr. Helga Einsele Mitglied im Vorstand des Vereins, der das Haus unterstützt. Als sie 1975 in Rente ging, wurde die "Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen" ins Leben gerufen.

Prof. Dr. Helga Einsele ist im Februar 2005 verstorben.