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17.07.2012

Babyboom im Frankfurter Zoo

(pia/zoo) Besonderer Niedlichkeitsfaktor derzeit im Frankfurter Zoo: Ein junges Gorillababy, zwei junge Robbenkinder und eine kleine Giraffe sind dort dieser Tage zur Welt gekommen - rechtzeitig innerhalb der Sommerferien, könnte man meinen...

Stolz präsentiert Gorilla-Dame Rebecca ihr Neugeborenes. © Zoo Frankfurt, Foto: Lisa Groschupff
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Ein kleiner Flausch

Stolz präsentierte Gorilla-Dame Rebecca am Morgen des 10. Juli den Tierpflegern im Menschenaffen-Haus des Frankfurter Zoos ihr Neugeborenes. In der Nacht zuvor hatte sie das Kleine ohne Komplikationen zur Welt gebracht. „Wir freuen uns sehr über das erste gemeinsame Kind von Gorilla-Mann Viatu und Rebecca“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch glücklich. Der 13-jährige Viatu ist seit seiner Ankunft in Frankfurt jetzt zum zweiten Mal Vater eines gesunden Jungtiers geworden. Im Dezember 2010 brachte Dian den kleinen Quembo zur Welt, der jetzt schon recht selbständig durch die Gehege tobt. „Es ist sehr erfreulich, dass Schwangerschaft und Geburt bei der bereits 29-jährigen Rebecca nach zwei Fehlgeburten nun so reibungslos verlaufen sind“, so Niekisch. „Nachdem unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger im Revier eindeutige Veränderungen am Körper und im Verhalten von Rebecca beobachten konnten, war die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang groß. Jetzt scheint sich diese Hoffnung erfüllt zu haben, aber wir müssen abwarten, wie sich das Jungtier in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt“, so der Zoodirektor weiter.

Kulleraugen auf den Klippen

Gleich zwei Mal Nachwuchs gab es in den vergangenen Wochen in den Robbenklippen des Frankfurter Zoos. Am 28. Mai wurde der kleine Zwergseebär Ole geboren. Knapp einen Monat später folgte am 26. Juni der kleine Seehund-Junge Henry. Die beiden kulleräugigen Jungtiere sind quicklebendig und werden von ihren routinierten Müttern fürsorglich gesäugt. Die Geburt bei den Zwergseebären verlief etwas ungewöhnlich: Das Junge wurde nämlich in der Futterküche der Robbenklippen geboren. „Zwergseebären versuchen, so weit wie möglich vom Wasser entfernt zu gebären, da Zwergseebär-Babys nicht von Geburt an schwimmen können. Erst wenn sie einige Wochen alt sind, fangen sie an, sich für ihr Element – das Wasser – zu interessieren“, erklärt Manfred Niekisch. Mutter Bella sah in diesem Fall die zu dem Zeitpunkt offenstehende Futterküche als besten Platz an. Ehe sie in die Gruppe zurückkehrte, verbrachte Bella mit ihrem Kind dort fast fünf Tage und gewährte den Tierpflegern, ganz „Löwen-Mutter“, in dieser Zeit nur eingeschränkt Zutritt. Nach der Eingewöhnungsphase wurde das Jungtier mittlerweile in die Gruppe integriert.Nach mehr als einem halben Dutzend Geburten ist das ranghöchste Zwergseebär-Weibchen routiniert und kümmert sich gut um den kleinen Ole. Vater des Kleinen ist der 2002 im Zoo am Meer in Bremerhaven geborene Otti.

Der jüngste Zuwachs bei den Robben ist der kleine Seehund Henry. Er wurde am 26. Juni geboren. Im Gegensatz zu den Zwergseebären können Seehunde von Geburt an schwimmen und tauchen. Der kleine Wonneproppen hat sein Geburtsgewicht von circa zehn Kilogramm mittlerweile verdoppelt und wird nun acht bis zehn Wochen von seiner Mutter Herta mit fettreicher Milch ernährt. In dieser Zeit muss das Seehund-Baby eine dicke Speckschicht ansammeln. „Danach muss Henry lernen, sich selbst zu versorgen und Fische zu fangen – dies können dann bis zu sechs Kilogramm täglich werden“, so Niekisch. Herta ist ebenfalls schon eine erfahrene Mutter. Sie lebt seit August 2003 in Frankfurt. Vater Fridolin wurde 2001 im Zoo am Meer in Bremerhaven geboren und kam mit etwa einem Jahr nach Frankfurt.

Giraffenbaby Kianga. Foto: Zoo/Lisa Groschupff
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Sonnenschein mit langem Hals

Am Sonntag, 24. Juni, kam im Zoo Frankfurt ein großäugiges Netzgiraffen-Mädchen zur Welt. Mutter Monique kümmert sich liebevoll um ihre zierliche Tochter Kianga - was auf Swahili "Sonnenschein" beduetet. „Mit 68,5 Kilogramm Geburtsgewicht und einer Größe von 1,69 Meter ist das kleine Netzgiraffen-Mädchen sehr zierlich“, so der Zoodirektor: „Es war eine leichte Geburt“. Nach nur einer Viertelstunde war das Jungtier geboren. Es kam am Vormittag inmitten der Giraffen-Gruppe zur Welt, Mutter Monique hat die Geburt gut überstanden. Sie ist die „dienstälteste“ Giraffen-Mutter im Zoo Frankfurt und hat bereits fünf männliche und zwei weibliche Jungtiere zur Welt gebracht. Die ersten Tage haben Mutter und Kind getrennt von Vater Hatari und der Gruppe verbracht, um sich in Ruhe aneinander gewöhnen zu können. Kleine Giraffen werden bis zu einem Jahr lang gesäugt. Sie interessieren sich aber schon früh für anderes Futter und fangen ab dem 21. Tag an Grünfutter aufzunehmen. Netzgiraffen werden seit 1993 erfolgreich im Zoo Frankfurt gezüchtet.