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29.06.2012

Frankfurt beglückwünscht Kopenhagen

EU verleiht den Green Capital Award an die dänische Hauptstadt

(pia) 18 europäische Großstädte hatten sich beworben, drei schafften es in die Endrunde. Soeben hat die EU-Kommission in Vitoria-Gasteiz den Gewinner bekannt gegeben: Kopenhagen wird Europäische Umwelthauptstadt 2014. Die dänische Hauptstadt setzte sich gegen die Mitfinalisten Frankfurt am Main und Bristol durch.

Der Green Capital Award wurde im Jahr 2010 erstmals an Stockholm verliehen. Titelchancen haben Städte, die bereits hohe Umweltstandards unter Beweis gestellt haben und sich für die Zukunft anspruchsvolle Ziele setzen. Nach Hamburg (2011), Vitoria-Gasteiz (2012) und Nantes (2013) wird nun Kopenhagen ein Jahr lang seine Rezepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit ganz Europa teilen. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik und Mercedes Bresso, Präsidentin des Ausschusses der Regionen, machten es bei der Zeremonie im Palacio Montehermoso in Vitoria-Gasteiz bis zuletzt spannend für die angereisten Delegationen aus Kopenhagen, Bristol und Frankfurt am Main. Mit Kopenhagen siegte dann doch der Favorit im Wettbewerb.

Umweltdezernentin Manuela Rottmann beglückwünschte die dänische Delegation zu dem Titel. „Kopenhagen gibt ganz Europa ein Vorbild, wie sich Wohlstand, eine nachhaltige Stadtentwicklung und soziale Verantwortung verbinden lassen. Gerade beim Klimaschutz und im Radverkehr kann auch Frankfurt noch viel von Ihnen lernen.“ Zugleich dankte Rottmann dem Frankfurter Green Capital Team für seinen bravourösen Einsatz. „Wer hätte am Anfang gedacht, dass Frankfurt es unter den europäischen Umwelt-Champions ins Finale schafft. Der Wettbewerb hat viel in Bewegung gebracht. Der Green City-Gedanke ist inzwischen fest in der Stadt verankert. Vieles, was vorher unverbunden nebeneinander zu stehen schien - Radfahren, Abfalltrennung, Stromsparen oder die Parks – hat nun einen gemeinsamen Bezugspunkt. Green City ist ein gemeinsames Dach für alle diese Initiativen und stärkt sie.“

Rottmann hofft, dass das Frankfurter Nachhaltigkeitsforum auch künftig den Magistrat bei komplexen Planungsprozessen beraten wird. 16 Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Disziplinen hatten die Bewerbung unterstützt und ihr gesammeltes Wissen eingebracht. „Diese vielfältigen Kompetenzen aus der Bürgergesellschaft brauchen wir mehr denn je“, sagte Rottmann.

„Frankfurt hat eine ehrliche Bewerbung abgegeben und sich nicht als Ökotopia dargestellt“, sagte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz. „Das war aus meiner Sicht der richtige Ansatz, der aber leider nicht von Erfolg gekrönt war.“ Auch Cunitz gratulierte Kopenhagen und sicherte zu, dass die Stadt Frankfurt genau verfolgen werde, wie sich die die „Grüne Hauptstadt Europas 2014“ positioniere. „Die Teilnahme an dem Wettbewerb hat sich aber auch für uns gelohnt: Wir werden die vorgetragenen Ziele auch ohne diesen Titel konsequent weiterverfolgen.“

Frankfurt konzentriert sich beim nachhaltigen Stadtumbau auf vier ressortübergreifende Gestaltungsfelder:

1. Mobilität und Verkehr

Die Entwicklung einer stadtverträglichen Mobilität in allen Bereichen hat für Frankfurt hohe Priorität. Zwar gibt es noch immer ein hohes Verkehrsaufkommen und damit Lärm- und Abgasbelastungen in der Stadt, aber die Infrastruktur zum Beispiel für den Radverkehr und die Fußgänger hat sich deutlich verbessert. Das wird von der Bevölkerung wahrgenommen und angenommen. Die Stadt wird auch zukünftig den ÖPNV und den Radverkehr weiter ausbauen, um den Autoverkehr und die damit verbundenen Belastungen (wie Abgase, Lärm und Platzbedarf) zu reduzieren.

2. Planen und Bauen im verdichteten Stadtraum

Frankfurt am Main wächst. Für die Menschen müssen Wohnflächen zur Verfügung gestellt werden, ohne die Freiflächen zu verlieren. Frankfurt setzt auf Nachverdichtung im Bestand, die sich an ökologischen Kriterien orientiert, auf Konversionen von Gewerbeflächen und auf die Entwicklung von Siedlungsflächen gemeinsam mit der Region.

3. Klimaschutz und Energieeffizienz

Energie- und Ressourcenbereitstellung sind die Basis für die Zukunftsfähigkeit des Standortes. Als Kommunen nimmt Frankfurt die lokale Verantwortung für die globale Entwicklung wahr. Energiesparen, Energieeffizienz und der Einsatz regenerativer Energien sichern die Zukunftsfähigkeit des Standortes und tragen zur CO2-Einsparung bei. Frankfurt treibt die Sanierung im Bestand voran, gestaltet Neubauten energieeffizient sowohl beim Wohnungs- als auch beim Gewerbebau. Das Ziel ist 100 Prozent erneuerbare Energie bis 2050, der Weg dorthin wird gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern definiert.

4. Wirtschaft und Konsum

Frankfurt bringt wirtschaftlichen Erfolg mit dem ökologischen Aus- und Umbau der Stadt in Einklang. Die Unternehmen werden sich mehr und mehr ihrer Verantwortung bewusst. Nachhaltigkeit ist Teil der Unternehmensstrategie. Nachhaltigkeitspolitik braucht darüber hinaus die Beteiligung der Wissenschaft, der Verbände und der Institutionen.

www.frankfurt-greencity.de