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10.02.2012

Chinesische Dinge

Museum für Angewandte Kunst sucht nach dem spezifisch Chinesischen

(pia) Was sind chinesische Dinge? Ist das alles, was „Made in China“ ist? Kaum, denn all den Fernsehern, Kühlschränken, Solarmodulen, Billigmöbeln oder Ipads haftet kaum etwas Chinesisches an, obgleich sie auf chinesischen Werkbänken zusammengeschraubt worden sind. Kaum anders geht es den Chinesen selbst: In den vergangenen dreißig Jahren hat sich das Land so grundlegend verändert, dass es vielen Menschen dort zunehmend schwer fällt, sich ihrer eigenen kulturellen Wurzeln zu vergewissern.

Das Museum für Angewandte Kunst hat sich anlässlich des Kulturjahres Chinas in Deutschland 2012 zusammen mit der Drachenbrücke – Gesellschaft für Kulturaustausch mit Asien und der Popcorn Idea Factory aus Peking auf die Suche nach Dingen gemacht, die eine spezifisch chinesische Qualität haben. Das Ergebnis ist als Ausstellung vom 23. Februar bis 27. Mai zu besichtigen. Darin sollen die „Chinesischen Dinge“ auf ihre gesellschaftlich-kulturelle Bedeutung hin analysiert werden.

Das Projekt ist Teil der Reihe „Essentially Chinese“ der Popcorn Idea Factory aus Peking. Das dreisprachige Buch „Chinesische Dinge“ dieser Ideenfabrik war gewissermaßen der Ausgangspunkt für die Ausstellung. Peter Schneckmanns von der „Drachenbrücke“ entdeckte es auf der Messe in Frankfurt und konnte daraufhin die heutigen Partner in Peking und Frankfurt für das Projekt gewinnen. Es ist ein Novum, dass Schneckmann und Stephan von der Schulenburg als Asien-Kurator des Museums ein Team von chinesischen Akademikern einladen, uns ihren Blick auf das China von heute zu vermitteln. Damit wird eine Kooperation fortgesetzt, die bereits 1993 mit einer Ausstellung zur Chinesischen Avantgarde mit dem Titel „Maos ungezähmte Kinder“ begann.

Zugleich gibt es im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt auch eine interaktive „deutsche Definition“ dessen, was „Chinesische Dinge“ sind. Hierfür wurden alle am Thema Interessierten, wie auch Besucher und Freunde des Museums aufgefordert, ihrer Auffassung nach passende „Chinesische Dinge“ aus ihrem Besitz leihweise zur Verfügung zu stellen. Eine deutsch-chinesische Jury hat eine Auswahl aus den Einsendungen getroffen, diese werden in wechselnden Präsentationen den aus Peking gelieferten Chinesischen Dingen an die Seite gestellt.