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07.11.2014

Alte Brücke: Neuer Brückenbauverein saniert Brickegickel

(pia) Die Alte Brücke, in ihrer Geschichte als wichtiges Wegekreuz richtungsweisend für die Entwicklung der Stadt Frankfurt, bündelte die Pilgerströme nach Santiago de Compostela, ermöglichte den Kurfürsten sich zur Wahl der Könige und Kaiser zu versammeln und schuf die Voraussetzung für das Messe- und Bankenwesen. Noch heute gibt die Alte Brücke der Stadt ihr unverwechselbares Gepräge.

Die bestandsnahe Sanierung der Alten Brücke, mit der seit Sommer 2013 das historische Erscheinungsbild wiederbelebt und die Funktionalität des Brückenbauwerks erneuert wird, nähert sich ihrem Ende. Sofern die Wettergöttin weiterhin gnädig bleibt, kann die Alte Brücke in neuer Pracht vor Jahresende wieder ohne Einschränkungen begangen und befahren werden. Neben an heutige Mobilitätserfordernisse angepasste Verkehrsflächen werden künftig neue Natursteinbrüstungen und neue Leuchten das Queren des Mains über der Brücke flankieren.

Alte Brücke, Baustelle im Juli 2014, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: T.Schäfer
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In diesem Zusammenhang hat der „Neue Brückenbauverein e.V.“ der Stadt Frankfurt angeboten, die Kosten für die Sanierung des Brückenkreuzes und des Brückenhahns zu tragen. Mit großer Freude hat Verkehrsdezernent Stefan Majer das Angebot angenommen: „Das Geschenk freut mich sehr. Mit Blick für das Detail haben Christoph Mäckler und der Brückenbauverein die Wichtigkeit des Denkmals gesehen und beispielhaftes Bürgerengagement gezeigt“.

Denn zu den besonderen Wahrzeichen der Brücke zählte bereits seit dem frühen 15. Jahrhundert das Brückenkreuz mit seinem goldenen Hahn, im Volksmund auch als Brickegickel bekannt. Um die Brücke zum vereinbarten Zeitpunkt fertigstellen zu können – so die Überlieferung - soll der Baumeister der ersten Frankfurter Steinbrücke einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben und versprach diesem die Seele des ersten Lebewesens, welches über die Brücke gehen würde. Der Teufel erwartete freilich eine Menschenseele, der schlaue Baumeister hingegen aber trieb einen Hahn über die Brücke - und betrog somit den Teufel. „Die Alte Brücke und der Brickegickel haben nach dem Frankfurter Sagenschatz eine untrennbare Geschichte. Daran soll sich auch nichts ändern“, so Majer abschließend.