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28.03.2014

Magistrat beschließt Abschied vom Energieträger Gas in der Stadtbeleuchtung

(pia) In seiner Sitzung am Freitag, 28. März, hat der Magistrat einen Vortrag an die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Sie sieht vor, bei der Stadtbeleuchtung zukünftig kein Gas mehr einzusetzen. In den sogenannten Umrüstungsgebieten, die in Abstimmung von Stadtplanungsamt und Denkmalamt definiert und festgelegt wurden, sollen rund 1.450 Gasleuchten durch LED-Straßenbeleuchtung, die den gewohnten Gasleuchten nahezu vollständig nachempfunden sind, ersetzt werden. Die alten Lampengehäuse bleiben bestehen, nur das leuchtende Innenleben wird gegen LED-Technik ausgetauscht. „Das sieht man von außen nicht“, sagt Verkehrsdezernent Stefan Majer, „sogar die Glühstrümpfe werden nachgebildet und dienen der Lichtlenkung und -färbung.“

Damit ist es nicht nur möglich, die heute geltenden Normwerte für Straßenbeleuchtung zu erreichen. Es kommt mehr Licht auf die Straße, was für die Verkehrssicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen wichtig ist: „An die warme Lichtfarbe des Gaslichts kommen wir bis auf 19 Grad Kelvin heran, bei einer sehr gleichmäßigen und blendfreien Ausleuchtung“, sagt Majer.

LED-Umrüstsatz für gasbetriebene Straßenlaternen, © Verkehrsdezernat Frankfurt am Main
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Im übrigen Stadtgebiet soll eine Umrüstung auf die ansonsten im Stadtgebiet üblichen und bewährten Leuchtentypen erfolgen. Hier sieht Majer in der weiteren Diskussion wichtige Gestaltungsspielräume insbesondere für die Ortsbeiräte: „Stadtplanung und Denkmalamt haben sich beschlussgetreu in der Definition der Umrüstungsgebiete wesentlich an Geltungsbereichen von Erhaltungssatzungen, denkmalgeschützten Gesamtanlagen und Flächendenkmälern orientiert. An diesen objektiven Kriterien und Abgrenzungen führt kein Weg vorbei, auch schafft dies die Grundlage für eine quartiersweise Arrondierung und Beordnung der Straßenbeleuchtung in ihrer Wirkung im Stadtbild. Hierauf fußt unser Vorschlag und daran richten sich auch die geplanten Investitionen aus. Jedoch können die Ortsbeiräte hier durchaus auch andere Straßen, in denen heute Gasbeleuchtung brennt, für eine Umrüstung auf die den Gasleuchten nachempfundene LED-Laternen vorsehen – die finanziellen Möglichkeiten hierzu könnten beispielsweise über die Ortsbeiratsbudgets gegeben sein.“

Durchschnittlich will der Magistrat für das Vorhaben jährliche Mittel in Höhe von 4,86 Millionen Euro aufwenden, nach zwölf Jahren soll die Umstellung abgeschlossen sein. Nach weiteren zwölf Jahren haben sich diese Mehrausgaben dann, so die aktuellen Berechnungen, amortisiert – und in jedem folgenden Jahr ist der städtische Haushalt dann nachhaltig von laufenden Kosten in Millionenhöhe entlastet. „Über den Fortgang des Projektes werden wir Stadtverordnetenversammlung und Öffentlichkeit jährlich vollständig transparent berichten“, so Majer, „auch werden wir prüfen, wo in unserer Stadt zur Erinnerung an die technischen, kulturellen und stadtgestalterischen Besonderheiten die Gasbeleuchtung in einer Straße so lange in Betrieb bleiben kann, wie wir Ersatzteile bekommen.“