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19.11.2012

Maler und Zeitzeuge – Studientag zu Arnold Daghani

Studientag im Jüdischen Museum

(pia) Der in der Bukowina geborene Künstler Arnold Daghani (1909-1985) beschäftigte sich in seinem Schaffen über Jahrzehnte mit seinen Erlebnissen in Zwangsarbeitslager und Ghetto. Seine Bilderserien, Künstlerbücher und Alben sind zugleich Kunstwerke, Zeitzeugnisse und Mittel der Traumabewältigung. Ein Studientag im Jüdischen Museum am Sonntag, 25. November, eröffnet den Besuchern einen Zugang zum komplexen Werk Daghanis, in dem biografische und zeitgeschichtliche Bezüge in aufeinander bezogenen Schichten von Bild und Text verwoben sind.

Los geht es um 14:30 Uhr mit dem Vortrag in englischer Sprache "The Painter Arnold Daghani – An Introduction to His Work", gehalten von Deborah Schultz. Daghani ist ein hierzulande nahezu unbekannter Künstler. Seine Arbeit wurde bestenfalls vor allem als Zeitdokument des Holocaust wahrgenommen. Der Vortrag stellt das Werk des Malers und Zeichners vor, der auf originelle Weise Einflüsse etwa der mittelalterlichen Buchmalerei und der Konzeptkunst verbindet.

Um 15:30 Uhr gibt es eine Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Erik Riedel. Bei den Bildern von Arnold Daghani lohnt sich immer etwas genauer hinzusehen. Die Führung will auf die Details und Bezüge in Daghanis Zeichnungen, Gouachen, Schriftbildern und Collagen und hinweisen, die bei einer oberflächlichen Betrachtung leicht übersehen werden.

Um 18 Uhr schließt die Veranstaltung mit der Lesung "Das Grab ist im Kirschgarten" aus dem Tagebuch und Briefen Arnold Daghanis, gehalten von Helge Heynold. Bereits im Zwangsarbeitslager hat Daghani ein Tagebuch begonnen, in dem er seine Erlebnisse im Lager und die Flucht mit seiner Frau festgehalten hat. Es wurde 1947 auf Rumänisch veröffentlicht. Die 1960 erschienene deutsche Ausgabe löste zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen Kriegsverbrecher in den westukrainischen Zwangsarbeitslagern aus, bei denen Daghani auch als Zeuge aussagte.

Der Eintritt zum Studientag ist frei. Die Teilnehmerzahl für Vortrag und Führung ist begrenzt. Anmeldungen werden erbeten an riedel@juedischesmuseum.de .