
15.11.2012
Renaissance für den Mostapfel
Stadt pflanzt neue Obstwiese mit alten Sorten
(pia) Goldparmäne, Notaris, Roter Fresquin und Köstliche von Charneu sind alte Apfelsorten mit klangvollen Namen, die nicht verschwinden sollen. Da viele Bäume am Berger Hang bereits sehr alt sind und zusammenzubrechen drohen, hat sich das Umweltamt entschlossen, in Seckbach eine neue Obstsortenwiese zum Erhalt der Biodiversität anzulegen. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig hat dort jetzt gemeinsam mit dem Pomologen Werner Nussbaum einen Frankfurter Mostapfel gepflanzt. Von diesem Baum und 25 anderen Hochstämmen alter Sorten sollen Reiser für die Veredelung von Obstbäumen gewonnen werden. Auf diese Weise können alte lokale Sorten wieder verbreitet werden.
Werner Nussbaum hatte in den vergangenen beiden Jahren die Apfel- und Birnbäume am Berger Hang untersucht. Er erfasste 1933 Obstbäume und stellte dabei 83 Apfelsorten und 27 Birnensorten fest. Auf den Streuobstwiesen fanden sich aber auch viele Zwetschgenbäume (darunter 5 Mirabellen und 1 Amarelle), Speierlinge, Walnüsse, Süßkirschen, Sauerkirschen, Quitten, Mispeln und Kirschpflaumen sowie je eine Aprikose, Edelkastanie und Schwarznuss. "Die neue Obstsortenwiese trägt dazu bei, dieses kulturelles Erbe zu erhalten", sagte Umweltdezernentin Heilig. "Die Sortenvielfalt der Obstbäume ist über viele Jahrhunderte entstanden, die heimischen Sorten sind robust und weniger anfällig für Krankheiten, vor allem aber schmecken sie sehr gut."



