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22.10.2012

'Zukunftschancen der betroffenen Kinder eingeengt'

Oberbürgermeister Peter Feldmann, © Frank Widmann
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Bertelsmann-Studie zu Kinderarmut bestätigt Oberbürgermeister Feldmann

(pia) Die Studie der Bertelsmann Stiftung belegt zwar, dass die Armutsquote der unter Dreijährigen – vor allem im Osten - sinkt, in Großstädten bleiben die Herausforderungen jedoch hoch. „Trotz des allgemeinen leichten Positivtrends, den die Studie vermeldet, legt sie zu Recht den Finger in die Wunde der Situation in den Großstädten. Das trifft den Punkt“, kommentiert Oberbürgermeister Peter Feldmann die Studie und sieht darin eine Bestätigung seines Schwerpunktthemas Kinderarmut.

„Selbstverständlich ist 'Kinderarmut' nur ein Schlagwort. Dahinter steckt ein gefährlicher Mix aus Bildungsarmut und einem Defizit an gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe, der die Zukunftschancen der betroffenen Kinder einengt. Es ist noch viel zu tun. Dieser Herausforderung will ich mich als Oberbürgermeister stellen“, so Feldmann.

Die Studie der Bertelsmann Stiftung fordert eine bedarfsorientierte Verteilung staatlicher Gelder, beispielsweise eine gezielte Förderung des Wohnumfelds oder eine bessere Ausstattung von Kitas, dort wo die Probleme am größten sind. Diese Forderung sei richtig aber nicht neu, so Feldmann. In Frankfurt liegen ausführliche Analysen zur kleinräumigen Sozialberichterstattung vor. Man weiß, wo Armut und Benachteiligung besonders hoch sind. Viele städtische Projekte reagieren auch bereits. Der Bedarf ist aber bei weitem noch nicht gedeckt. „Es fehlt nicht an Analysen und guten Ratschlägen, sondern an Geld und der notwendigen Infrastruktur“, kritisiert Feldmann.

Der Oberbürgermeister unterstreicht deshalb seine Forderungen nach einem gesunden, kostenlosen Mittagessen, dem Zugang zu Hausaufgabenhilfe und einem günstigen Schülerticket. Man dürfe die Kommunen nicht allein lassen: Das Land müsse endlich Verantwortung für den Ausbau von Ganztagsschulen übernehmen. Auch das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes löse die Probleme nicht. Es werde viel Geld für Bürokratie verschleudert, anstatt dort Infrastruktur zu stärken, wo besonders viele von Benachteiligung betroffene Kinder leben.