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12.10.2012

Rosemarie Heilig: 'Ökostrom macht nicht arm'

Frankfurt hilft allen Haushalten und Betrieben bei der Energiewende

(pia) Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig wirft der Bundesregierung Etikettenschwindel bei der Umlage für erneuerbare Energien vor. "Ökostrom macht nicht arm", sagte Heilig, "nur die Subventionen der Bundesregierung für große Stromverbraucher treiben die Preise in die Höhe." Die Stadt Frankfurt gehe da einen anderen Weg: "Wir fördern nicht den Energieverbrauch, sondern das Energiesparen." So lasse sich die Energiewende für einen Haushalt oder ein kleineres Unternehmen kostenneutral verwirklichen.

Privatkunden zahlen tatsächlich nur etwa ein Zehntel ihres Strompreises für die Förderung von Ökoenergien, der Rest sind falsch deklarierte Subventionen für die Industrie oder für große Rechenzentren. Mit diesem Zehntel des Strompreises (circa 2,5 Cent von 25 Cent pro Kilowattstunde) ist es gelungen, Biblis und andere Atomkraftwerke abzuschalten, das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue in Mainz obsolet zu machen und die Neubaupläne für das Großkraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg auf Eis zu legen. Aus Heiligs Sicht hat ganz Frankfurt deshalb heute schon eine große Dividende aus dem Erneuerbare Energien Gesetz: "Wir leben sicherer und atmen eine bessere Luft. Mit Wind und Sonne statt Atom und Kohle werden wir auf Dauer auch viel Geld einsparen."

Heilig erläuterte, dass Solarstrom aus großen Anlagen aktuell nur noch mit 12,71 Cent vergütet werde – das ist etwa die Hälfte des Endverbraucherpreises pro Kilowattstunde. Die Vergütung für Windstrom an Land betrage 8,93 Cent - etwa ein Drittel des Strompreises, den ein Haushalt bezahlen muss. "Windkraft aus Hessen ist heute schon preisgünstiger als das Verbrennen importierter Kohle."

Wie der Bundesverband Erneuerbare Energie in einem Hintergrundpapier veröffentlicht hat, hilft nur die Hälfte der Umlage den erneuerbaren Energien. Die andere Hälfte subventioniert Strompreise für Großverbraucher. Allein von der Stromrechnung der Stadtverwaltung von 12 Millionen Euro gehen so 1,6 Millionen Euro an Großverbraucher. Umweltdezernentin Heilig sagt: "Das kann nicht sein. Wir wollen mit dem Geld der Bürger das Stromsparen fördern und nicht Großverbraucher subventionieren."