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09.10.2012

Magistrat beschließt kritische Stellungnahme zum Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: „Frankfurt spricht beim Fluglärm mit einer Stimme“

(pia) Der Frankfurter Magistrat sieht in dem vom Regierungspräsidium Darmstadt vorgelegten Entwurf des Lärmaktionsplans für den Flughafen aktuell „kein geeignetes Instrument, um die Fluglärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet zu senken“. Der Entwurf erfülle nicht die in ihn gesetzten Erwartungen, kritisiert der Magistrat in einer offiziellen Stellungnahme, die Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig federführend erarbeitet hat.

Heilig wertet es als großen Erfolg, dass der Magistrat der Vorlage geschlossen zugestimmt hat: „Es ist wichtig, dass Frankfurt beim Thema Fluglärm mit einer Stimme spricht, denn nur so kann ich in den Gremien etwas für die lärmgeplagten Bürger erreichen.“ Die Stadträtin hob hervor, dass Frankfurt weiter für eine Reduzierung der Fluglärmbelastung in der gesetzlichen Nacht kämpft, nicht nur in der so genannten Mediationsnacht.

„Neben der Reduzierung der Ausnahmegenehmigungen für Starts und Landungen zwischen 23 und 5 Uhr auf ein Minimum sollten Konzepte entwickelt werden, um die Belastung in den Tagrandstunden, zwischen 22 und 23 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr, so gering wie möglich zu halten.“

Verlässliche Lärmpausen

Der Frankfurter Magistrat sieht eine Möglichkeit hierzu in der Schließung einzelner Bahnen zu bestimmten Stunden. Das Konzept der bevorzugten Bahnnutzung, „Dedicated Runway Operations (DROps)", wird bisher in Frankfurt nur für Starts zwischen 5 und 6 Uhr angewendet. Vor dem Hintergrund der extremen Belastung des Frankfurter Südens durch die Landungen schlägt der Magistrat der Stadt Frankfurt vor, DROps und damit verlässliche Lärmpausen insbesondere in den Nachtrandstunden beziehungsweise am Wochenende auch für die Landungen zu prüfen.

Die Stellungnahme soll nun kurzfristig auch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden, denn das Regierungspräsidium hat sehr knappe Fristen gesetzt. Auch Bürger können nur noch bis 19. Oktober zu dem mehr als 100-seitigen Entwurf des Lärmaktionsplans Stellung nehmen.