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19.09.2012

Vier Künstler für den Deutschen Pavillon

Deutscher Beitrag zur 55. Biennale von Venedig 2013

(pia) Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museum für Moderne Kunst (MMK) wurde nach 2011 erneut zur Kuratorin für den Deutschen Pavillon der 55. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia 2013 berufen. Nun werden der kuratorische Ausgangspunkt von Susanne Gaensheimer und die eingeladenen Künstler vorgestellt. Mit ihren Plänen für den deutschen Beitrag zu der kommenden Biennale in Venedig führt Susanne Gaensheimer den transnationalen Ansatz fort, den sie bereits in der Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief in den Jahren 2010 bis 2011 begonnen hatte.

"Für meine Entscheidung, Christoph Schlingensief nach Venedig einzuladen gab den Ausschlag, dass Schlingensief nicht nur für die Kunst in Deutschland repräsentativ ist, sondern seine Fragestellungen in einen globalen Kontext stellt", so Gaensheimer. Christoph Schlingensief, der als Entgrenzer der Künste über 30 Jahre lang in verschiedenen Ausdrucksformen die deutschen Themen seiner Generation in kompromissloser Deutlichkeit bearbeitet hatte, plante für den Deutschen Pavillon 2011 eine grundsätzliche Problematisierung des deutschen, europäischen, westlichen Verhältnisses zu Afrika, bei der die vermeintliche Eindeutigkeit sogenannter nationaler Identitäten aufgehoben worden wäre. Die kritische Beschäftigung mit der Bedeutung der traditionellen Form nationaler Repräsentation in den Länderpavillons auf der Biennale in Venedig setzt Susanne Gaensheimer 2013 fort.

Künstlerisches Schaffen in Deutschland ist heute von vielfältigen Arten der Zusammenarbeit zwischen Künstlern aus aller Welt und einem internationalen intellektuellen und kulturellen Austausch geprägt. Deutschland soll daher auf der 55. Biennale in Venedig nicht als hermetische nationale Einheit, sondern als aktiver Teil eines komplexen, weltweiten Netzwerkes repräsentiert werden. Aus diesem Grund hat Susanne Gaensheimer vier internationale Künstler aus unterschiedlichen Ländern eingeladen. Dabei sind Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng und Dayanita Singh.

Die Künstler sind in den großen Museen und Sammlungen der Welt vertreten und haben an wichtigen internationalen Großausstellungen und Filmfestivals teilgenommen. Ihre Werke, Ausstellungen, Publikationen und Filme sind Teil der internationalen künstlerischen Diskurse und haben diese in den vergangenen Jahren zum Teil mitbestimmt. Darüber hinaus sind alle vier Künstler in besonderer Weise mit der deutschen Kunstszene verbunden.

"Nachdem der deutsche Pavillon unter der Leitung von Susanne Gaensheimer im vergangenen Jahr ungeachtet des frühen Todes von Christoph Schlingensief ein so großer Erfolg wurde, steht die diesjährige Künstlerauswahl für eine konsequente Fortsetzung dieses wagemutigen und anspruchsvollen Diskurses. Die dargestellten Lebensentwürfe garantieren die Auseinandersetzung mit der wesentlichen Entwicklung unserer gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft im internationalen Kontext. Die erneute Berufung Susanne Gaensheimers zur Kuratorin des deutschen Pavillons für die Kunstbiennale in Venedig ist eine persönliche Auszeichnung ihrer herausragenden Kompetenz," erklärt Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, Felix Semmelroth.