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07.09.2012

Filme über den Bankier

Zum 200. Todestag von Mayer Amschel Rothschild

(pia) Mayer Amschel Rothschild, der Begründer des Bankhauses, wurde 1743 oder 1744 im Ghetto der Frankfurter Judengasse geboren und starb hier am 19. September 1812. Seine Nachfahren wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts zu den führenden Bankiers Europas. Sie finanzierten Staaten, Unternehmen, Eisenbahnen und sogar den Bau des Suezkanals. Aber ohne Mayer Amschel Rothschild wäre der spätere Erfolg der Familie nicht möglich gewesen. Zu seinem 200. Todestag zeigt das Deutsche Filmmuseum zwei Leinwandstreifen über den Bankier.

Zuerst wird der Film "Die Rothschilds. Aktien auf Waterloo", von 1940 unter der Regie von Erich Waschneck, am Dienstag, 11. September, um 18 Uhr gezeigt. Die nationalsozialistische Variante einer Rothschild-Biografie setzt im Jahr 1806, mit der Flucht des Kurfürsten Wilhelm IX. vor napoleonischen Truppen ein. Bei einem Zwischenhalt in Frankfurt übergibt Wilhelm seinem "Agenten" Mayer Amschel Rothschild eine riesige Geldsumme zur Aufbewahrung. Rothschild unterschlägt das Geld. Der Familie gelingt es, sich auf der Grundlage dieses neu erworbenen Reichtums über ganz Europa zu verstreuen und das Vermögen über die Jahrzehnte enorm zu vermehren. Ein einführender Vortrag des Filmwissenschaftlers Alfons Arns erläutert die antisemitischen Mechanismen des Films.

Am Donnerstag, 20. September, folgt dann "The House of Rothschild", ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 1934. Beginn ist um 20 Uhr. In den engen und überfüllten Straßen des Frankfurter Judenghettos lebt der Geldwechsler Mayer Amschel Rothschild mit seiner Familie. Aufgrund der judenfeindlichen Gesinnung der Verwaltung scheitert eine wichtige Transaktion. Der kranke Familienvater weist seine fünf Söhne an, sich in den fünf wichtigsten europäischen Städten geschäftlich niederzulassen und mit gegenseitigem Zusammenhalt ein Netzwerk gegen die Unterdrückung aufzubauen. Sie sind so erfolgreich, dass die Rothschilds bald die Geschicke ganzer Staaten beeinflussen. Die Einführung zum Film gibt Alfons Arns.

Das gesamte Kinoprogramm für den September steht online als PDF zum Herunterladen unter http://www.kino-des-deutschen-filmmuseums.de