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23.08.2012

Beispielhaft für die Aufwertung Alt-Sachsenhausens

Hessischer Denkmalschutzpreis 2012 für die gelungene Sanierung des Kuhhirtenturms

(pia) Am 23. August hat der mittelalterliche Kuhhirtenturm, einer der wenigen erhaltenen Bauten der Sachsenhäuser Befestigungsanlagen, den Denkmalschutzpreis 2012 des Landes Hessen erhalten. Damit wird die Stadt Frankfurt am Main für ihre ämterübergreifende Initiative, mit der Sanierung des städtischen historischen Gebäudes neue Kulturimpulse in den Stadtteil einzubringen und ein beispielhaftes Zeichen für die Aufwertung Alt-Sachsenhausens zu setzen, geehrt. Es freuen sich neben dem Hochbauamt als Projektleiter das Architekturbüro Jo Franzke, das die Sanierung im Auftrag der Stadt Frankfurt durchführte, das Stadtplanungsamt, das die Sanierung initiierte und finanzierte und das Kulturamt, in dessen Verwaltung der Turm übergegangen ist.

Leben Hindemiths widerspiegeln

Bürgermeister und Baudezernent Olaf Cunitz hebt das besondere Sanierungskonzept im Innenbereich hervor: „Die Ausführung orientiert sich bewusst am historischen Zustand der 1920-er Jahre, denn die Turmräume sollen das Leben und Wirken Hindemiths anhand einiger noch erhaltener und sorgsam restaurierter Originalbefunde von Wand-, Deckenputz, Eingangstür und Fensterläden aus jener Zeit widerspiegeln“.

Kuhhirtenturm, © Hochbauamt Frankfurt, Sabine Stark-Zöllner
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Denkmalschutzpreis wird jährlich vergeben

Der Denkmalschutzpreis wird seit 1986 jährlich vom Land Hessen gemeinsam mit der Lotterie-Treuhand GmbH vergeben. Die Jury ist mit fachkundigen Vertretern der Denkmalbehörden, des Landesdenkmalrates, des Handwerks und der Lotterie Treuhand-GmbH besetzt. Die Ehrung geht an Initiativen, die bei der Bewahrung eines Denkmals Herausragendes geleistet haben, überregional bedeutend sind und damit Vorbildcharakter aufweisen. Für private Denkmaleigentümer und bürgerschaftliche Initiativen ist der Landespreis mit 15.000 Euro dotiert, die Stadt Frankfurt freut sich über eine Bronzeplakette, die künftig das ausgezeichnete Kulturdenkmal schmückt und die sorgfältige Restaurierung dokumentiert.

Hochkarätige Anerkennung

Auch Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth ist hocherfreut: „Der Preis ist eine hochkarätige Anerkennung für die gelungene und fachgerechte Sanierung des Kuhhirtenturms. Durch die Instandsetzungsarbeiten wurde der alte Wehrturm in ein Kleinod verwandelt, der die Frankfurter Stadtgeschichte dokumentiert und unser kulturelles Erbe erlebbar macht.“ Alle Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung dem Frankfurter Denkmalamt, dessen Amtsleiterin Dr. Andrea Hampel nun den Preis in Vertretung von Prof. Dr. Felix Semmelroth entgegen nehmen kann.

Ursprünglich 1490 errichtet

Das ursprünglich 1490 errichtete Ensemble aus Turm und Torhaus diente einst als Wehrturm und Gefängnis. In den 1920-er Jahren erfolgte der Umbau zu einer Wohnung für den Komponisten Paul Hindemith, der hier einige Jahre lebte und arbeitete. Nun liegen die sorgsam restaurierten Räumlichkeiten in der Hand der Paul-Hindemith-Stiftung, die hier Ausstellungs- und Vortragsräume sowie einen kleinen Kammermusiksaal unterhält. Die Stiftung hält damit die Erinnerung an den Komponisten wach, der 1963 in Frankfurt am Main verstarb und dessen Nachlass ebenfalls in Frankfurt am Main archiviert ist.

Ausstellung sonntags geöffnet

Der Kuhhirtenturm und damit die Ausstellung über das Leben und Wirken von Paul Hindemith kann sonntags zwischen 11 und 18 Uhr besichtigt werden. Außerdem finden im Kammermusiksaal regelmäßig hochkarätige Konzerte statt. Weitere Informationen zum Kulturprogramm gibt es unter www.kultur-frankfurt.de.