Logo FRANKFURT.de

13.08.2012

Nicht weniger als alle Schattierungen

Am Donnerstag, 16. August, ist Bahnhofsviertelnacht

(pia) Am Donnerstag, 16. August, veranstaltet das Presse- und Informationsamt zum fünften Mal die Bahnhofsviertelnacht. Von 19 bis 23 Uhr stellen Bewohner und Anlieger sich und ihren Stadtteil vor und laden zu einem Blick hinter die Fassaden des Viertels.

„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass das Quartier das ganze Jahr über attraktiv ist – sei es, um dort einzukaufen, auf Veranstaltungen zu gehen oder Dienstleistungen zu nutzen“, sagt Nikolaus Münster, Leiter des städtischen Presseamtes. „In der Bahnhofsviertelnacht präsentieren wir die ganze Bandbreite des Lebens im Stadtteil.“

Neben Künstlern, Gastronomen, Gewerbetreibenden, Sozialeinrichtungen, verschiedenen Organisationen und Kreativen sind in diesem Jahr mehrere Einrichtungen und Projekte von und für Kinder und Jugendliche mit von der Partie: Im „Internationalen Familienzentrum e.V.“, Wiesenhüttenplatz 33, können sich Besucher durch verschiedene Ausbildungsräume führen lassen, darunter etwa die Metallwerkstatt oder die Küche, wo es die ein oder andere kleine Kostprobe gibt. anmelden kann man sich unter http://www.bahnhofsviertelnacht.de

Unter dem Titel „Faszination Stimme, Sprache, Sprechen – Logopädie zum Anfassen“ gibt auch die „Hochschule Fresenius“, Gutleutstraße 82, praktisch und spielerisch Einblick in die Logopädie-Ausbildung. GM-Foto in der Taunusstraße 47 zeigt „Alles kann besonders sein“, ein Fotografieprojekt mit Kindern von Prostituierten und ihren Freunden. Auf junge Auszubildende der Gastronomieberufe trifft man im Kronenhof in der Wilhelm-Leuschner-Straße 12. Am „Tisch der Wunder“ im Hof der Karmeliterschule erfahren Besucher von 18 bis 21 Uhr bei physikalischen Spielereien, wie junge hochbegabte Menschen gefordert und gefördert werden. Parallel dazu liest Ingeborg Bellmann aus ihrem Buch „Vatersuche. Töchter erzählen ihre Geschichte“. Die Weißfrauenschule und die Karmeliterschule stellen sich im Schulhof in der Moselstraße 11 vor.

Drei unterschiedliche Bildungseinrichtungen auf einem Schulhof

Zentraler Anlaufpunkt der Bahnhofsviertelnacht ist der Hof der Karmeliterschule. Schüler und Auszubildende von Weißfrauenschule, Karmeliterschule (Grundschule) und VHS-Hochbegabtenzentrum kommen auf diesem Schulhof täglich zusammen.

Die Weißfrauenschule ist eine Sprachheilschule, die ein kooperatives Angebote der Sprachheilambulanz anbietet. Die Karmeliterschule, früher Grund- und Hauptschule in einem und jetzt eine reine Grundschule, legt aufgrund der Schülerstruktur einen Schwerpunkt auf Sprachförderung. Beide Einrichtungen haben in jüngster Vergangenheit neue Formen der Kooperation entwickelt. So dient die Weißfrauenschule der Karmeliterschule seit 2011 als Beratungs- und Förderzentrum. Ab dem Schuljahr 2012/13 werden die Schüler zum Mittagessen gemeinsam versorgt. Außerdem nehmen mittlerweile Schüler der Weißfrauenschule an dem Projekt „Fußball trifft Kultur“ (LitCam, Eintracht Frankfurt) teil, das seit einigen Jahren an der Karmeliterschule angeboten wird.

In der ersten Etage der Karmeliterschule ist das Hochbegabtenzentrum der Volkshochschule (VHS) Frankfurt am Main beheimatet. Es ist Anlaufstelle für hochbegabte und besonders begabte Kinder und Jugendliche sowie Eltern, Lehrer und Erzieher.

Neue Perspektiven mit „Walk Man“

Für Jugendliche, die nach Problemen in Familie, Schule oder Ausbildung auf der Straße landen, ist das Bahnhofsviertel häufig ein naheliegender Aufenthaltsort. Seit 1996 versucht „Walk Man“, eine Hilfeeinrichtung der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe für jugendliche Obdachlose, Zugang zu diesen jungen Menschen zu finden und mit ihnen eine neue Perspektive zu entwickeln.

Verschiedene Angebote in einem Haus

Das Internationale Familienzentrum (IFZ) arbeitet als Sozialer- und Bildungsträger in verschiedenen Stadtteilen von Frankfurt am Main. Es macht Beratungs-, Bildungs- und Integrationsangebote an ausländische und deutsche Familien. Am Wiesenhüttenplatz werden berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen in den Bereichen Metall, Gesundheit und Soziales, Garten/Landschaftsbau und Küche angeboten. Besucher der Bahnhofsviertelnacht können einen Einblick in die Arbeit und die Werkstätten bekommen.

„Alles kann besonders sein“

Sophia Edschmid lebt seit fünf Jahren im Bahnhofsviertel. Die Kunstpädagogikstudentin bietet bei dem Verein Doña Carmen ehrenamtlich einen „Kunst-Nachmittag“ für Kinder von Prostituierten und deren Freunde an. Daraus ist die Ausstellung „Alles kann besonders sein“ entstanden, fotografiert von Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren. Die Fotografien werden bei GM-Foto in der Taunusstrasse 47 gezeigt.

Grundlagen schaffen

Auch die Hochschule Fresenius - im Oktober 2010 von Darmstadt nach Frankfurt ins Bahnhofsviertel verlegt - arbeitet eng mit der Weißfrauenschule zusammen. Der Standort für die Logopädie-Ausbildung wurde nicht nur wegen der günstigen Verkehrsanbindung gewählt, sondern auch weil man dort einen großen Förderbedarf erwarten konnte.

Informationen zur Bahnhofsviertelnacht 2012

Für einige Programmpunkte ist im Vorfeld eine Anmeldung erforderlich. Nähere Informationen dazu und zum Programm der Bahnhofsviertelnacht 2012 unter www.bahnhofsviertelnacht.de oder unter Telefon 069/212-37809.