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08.08.2012

'Würdiger städtebaulicher Rahmen'

Magistrat beschließt Neugestaltung der Straßen an der Westend-Synagoge

(pia) Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat die Vorplanung zur Neugestaltung der Straßenzüge an der Westend-Synagoge beschlossen. Die Neugestaltung soll als Projekt „Westend-Synagoge“ in das Programm „Schöneres Frankfurt“ aufgenommen werden. Die Gesamtkosten werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

„Ziel der Neugestaltung der umgebenden Straßen ist es, der Westend-Synagoge ein ihrer Bedeutung entsprechendes Entree zu geben und zugleich die notwendigen Sicherheitseinrichtungen in die Gestaltung des öffentlichen Raumes zu integrieren“, erläutert Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz. „Durch die Neuordnung des öffentlichen Raumes wird Frankfurts Hauptsynagoge und dem Zentrum der jüdischen Gemeinde ein würdiger städtebaulicher Rahmen gegeben.“

Die Planung sieht vor, die bestehenden Betonbarrieren und sonstigen Sicherheitseinrichtungen zu entfernen. Die begehbaren Flächen um die Westend-Synagoge werden soweit möglich vergrößert und mit drei Stufen eingefasst. Die Stufen sind das zentrale Element der funktionalen und gestalterischen Neuordnung: Sie sollen einerseits als Sicherheitselemente das Parken verhindern, andererseits als eine würdige Geste an das Gebäude verstanden werden. Sie verlaufen rings um den Gebäudekomplex und rahmen diesen ein. An den Kreuzungspunkten ist ein barrierefreier Zugang über Rampen gewährleistet.

Die Gestaltung der Gehwegflächen leitet sich aus der Fassade der Synagoge ab. Sie weist eine Bänderung auf, die sich auch in der bestehenden Mauer an der Synagoge wiederfindet. Grundsätzlich soll eine helle Pflasterung mit dunklen Bändern realisiert werden. Auch die öffentliche Beleuchtung ist Bestandteil der Planung. Der erhaltenswerte Altbaumbestand wird berücksichtigt. Durch die Neuordnung der öffentlichen Flächen und anliegenden Straßen wird es notwendig, drei Linden zu entfernen, die aber innerhalb des Planungsbereiches nachgepflanzt werden.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung soll die Planung zügig weitergeführt und eine Bau- und Finanzierungsvorlage erstellt werden.

Die Westend-Synagoge ist eines der wenigen jüdischen Gotteshäuser, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten geblieben ist. Sie wurde zwar in der Nacht vom 9. November 1938 und bei den Bombenangriffen des 2. Weltkrieges stark beschädigt, aber nicht zerstört. 1950 wurde sie nach provisorischer Renovierung wiedereingeweiht, 1989 bis 1994 denkmalgerecht restauriert.