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06.08.2012

Der Verkehr wird intelligent

simTD: In Frankfurt startet ein Feldversuch zur Car-to-X Kommunikation

(pia) Nach mehrjähriger Forschungsarbeit startet heute, 6. August, einer der weltweit größten Feldversuche zur Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation (Car-to-X Kommunikation) im Rhein-Main-Gebiet. Mit einer Versuchsflotte von 120 Fahrzeugen und rund 100 straßenseitigen Kommunikationseinrichtungen werden in den nächsten Monaten auf Autobahnen und Bundesstraßen zwischen Frankfurt und Friedberg sowie auf städtischen Straßen in Frankfurt Funktionalität, Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit der simTD-Technologie erstmalig unter realen Bedingungen getestet.

Frankfurt nimmt bei dem Projekt eine Vorreiterrolle unter den deutschen Großstädten ein. „Heute beginnen wir hier in Frankfurt am Main, die Technologien von morgen zu testen“, sagt Verkehrsdezernent Stefan Majer. „Entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge können unmittelbar mit unserer Verkehrsleitzentrale Daten und Informationen austauschen. Das Fahrzeug selbst wird zum Sensor, zugleich werden auch Assistenzsysteme getestet, die einen weiteren Beitrag zur Vermeidung schwerer Unfälle liefern können.“

Anfang des Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung 1,5 Millionen Euro für die Modernisierung von Ampeln bewilligt, um die straßenseitige Infrastruktur im Testgebiet Niederrad mit neu entwickelter Technik auszustatten. Um die Kommunikation zwischen den Ampeln und den Fahrzeugen zu ermöglichen, sind weitere Infrastrukturbestandteile erforderlich, deren Anschaffung durch das Land Hessen finanziell unterstützt wird.

Mit der Technik wird der Verkehrsteilnehmer beispielsweise vor Gefahrenstellen gewarnt, eine aktuellere Verkehrslage kann ermittelt werden. Auf Basis der aus dem Fahrzeug gewonnenen Information wird zum einen die lokale Schaltung an der Ampel optimiert, zum anderen ein Verkehrslagebild prognostiziert, um bestmögliche Steuerungsstrategien in einem großflächigen Netzzusammenhang zu realisieren. Im Fokus steht dabei, die Wartezeiten für den Fuß-, Rad- und Autoverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu priorisieren. Der Verkehr in der Stadt soll so flüssiger und effizienter fließen. Darüber hinaus wird der Autofahrer über die optimale Geschwindigkeit informiert, um die nächste Ampel bei Grün zu erreichen.

Das von Automobilherstellern und -zulieferern, Telekommunikationsunternehmen, Forschungsinstituten, Bund, Land Hessen und Stadt Frankfurt am Main getragene Gemeinschaftsprojekt hat einen Umfang von circa 70 Millionen Euro. Davon werden circa 40 Millionen Euro von den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie sowie für Bildung und Forschung und durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) bereitgestellt.

Das Forschungsprojekt dient auch dazu, die technologischen Rahmenbedingungen für die deutschland- und europaweite intelligente Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur zu schaffen.

Stadtrat Majer sieht Frankfurt in Sachen Mobilität ganz vorne: „Neben der Förderung von Fuß- und Radverkehr und dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs testen wir mit simTD die Verkehrsmanagementtechnologien von morgen.“

simTD-Projektpartner sind: Adam Opel AG, Audi AG, BMW AG, BMW Forschung und Technik GmbH, Daimler AG (simTD-Projektleitung), Ford Forschungszentrum Aachen GmbH, Volkswagen AG, Robert Bosch GmbH, Continental Teves AG & Co. oHG, Deutsche Telekom AG, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), Technische Universität Berlin, Technische Universität München, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Universität Würzburg, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement und Stadt Frankfurt am Main.

Gefördert und unterstützt wird das Projekt durch die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Bildung und Forschung (BMBF), Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie durch das Land Hessen, den Verband der Automobilindustrie e.V. und das Car 2 Car Communication Consortium.