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16.04.2018

Vortrag über Verstrickungen der Frankfurter Stadtverwaltung in die ‚Euthanasie‘-Morde im Nationalsozialismus

(ffm) Am Montag, 23. April, beschließt Historiker Peter Sandner mit seinem Vortrag „Verwaltung des Krankenmordes. Die Rolle der Stadt Frankfurt am Main“ den Veranstaltungszyklus des Instituts für Stadtgeschichte zur Präsentation des „Denkmals der Grauen Busse“. Mehr als 1000 Frankfurter mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen wurden 1941 in der NS-„Euthanasie“-Anstalt Hadamar bei Limburg ermordet. Grau gestrichene ehemalige Postbusse beförderten die zuvor in Landesheil- oder Heilerziehungsanstalten eingewiesenen Patienten nach Hadamar, wo sie medizinisches Personal nach ihrer Ankunft mittels Giftgas umbrachte.

Sandner beleuchtet in seinem Vortrag die Vorgehensweise der hiesigen Stadtverwaltung und ihres Fürsorgeamtes, das für Verpflegung und Versorgung der eingewiesenen Frankfurter aufkam. Als Träger der Heilanstalten fungierte der Bezirksverband Nassau, der sich mit verschiedenen Eingaben der Frankfurter Verwaltung konfrontiert sah. Letztere kritisierte die Unterversorgung der Patienten in den Anstalten und das Gewinnstreben des Bezirksverbandes.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Der Eintritt ist frei. Aktuelle Informationen unter http://www.stadtgeschichte-frankfurt.de und zum Begleitprogramm der Präsentation des „Denkmals der Grauen Busse“ unter http://www.die-grauen-busse-frankfurt.de .

Die Veranstaltung ergänzt die noch bis zum 19. Mai im Dormitorium laufende Ausstellung „Auf Herz und Nieren. Geschichte des Frankfurter Gesundheitswesens“ und beleuchtet einen speziellen Aspekt der Verstrickungen der kommunalen Behörden in den nationalsozialistischen Massenmord. Der Eintritt zur Ausstellung ist ebenfalls frei.