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13.11.2017

Regenreicher Sommer 2016 hilft den Bäumen im Frankfurter Stadtwald

Buchen mit Herbstfärbung © Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt
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(kus) Der diesjährige Waldzustandsbericht für den Frankfurter Stadtwald zeigt eine leichte Verbesserung des Gesundheitszustandes bei den Hauptbaumarten Buche und Kiefer, Sorgenkind bleibt die Eiche.

Der Gesundheitszustand des Frankfurter Stadtwaldes hat sich nach dem Trockenstress vor zwei Jahren und einer leichten Erholung 2016 noch einmal verbessert. Insbesondere die überdurchschnittlich hohen Niederschläge in den Sommermonaten von 223 Liter pro Quadratmeter sorgten für eine gute Wasserversorgung und verbesserten Laubwuchs.

Die Zustandserhebung wird seit 1984 auf 166 fest ausgewiesenen Probeflächen durchgeführt. Dabei werden insgesamt 1660 Bäume, davon sind 38 Prozent Eichen, 34 Prozent Kiefern und 28 Prozent Buchen einschließlich sogenannter Edellaubhölzer - etwa Esche und Ahorn - in ihrer Entwicklung untersucht. Diese Auswahl entspricht weitgehend der Zusammensetzung der Hauptbaumarten im Stadtwald.

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass sich die Bäume des Stadtwaldes langsam erholen. Sorgenkind ist und bleibt allerdings die Eiche. Während bei Buchen und Kiefern eine deutlich verbesserte Belaubungssituation registriert werden konnte, sind inzwischen 92,6 Prozent der Eichen nicht mehr voll belaubt. Stärkere Schadbilder haben allerdings leicht abgenommen. Den größten Stress haben Eichen auf Sandböden mit geringem Wasserhaltevermögen.

„Waren es früher vor allem Luftschadstoffe, die dem Wald zu schaffen machen, zeigen die vergangenen Jahre schon deutlich die Auswirkungen der Klimaveränderung“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Die beste Antwort auf den Klimawandel sieht die Stadträtin und Biologin in einer naturnahen Waldbewirtschaftung, wie sie in Frankfurt durch das FSC-Siegel verbürgt ist.

Stadträtin Rosemarie Heilig, © Sandra Mann
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„Strukturreiche Mischwälder, in denen auch Totholz stehen oder liegen bleibt, sind anpassungsfähiger gegenüber Umweltveränderungen und regenerieren sich besser“, erläuterte Heilig. Außerdem bieten solche Wälder vielen seltenen heimischen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Hierzu zählen Hirschkäfer, Heldbockkäfer sowie viele Vogel- und Fledermausarten, die auf Totholz oder geschützte Höhlenbäume angewiesen sind. Der diesjährige Waldzustandsbericht widmet deshalb dem Naturschutzkonzept des Frankfurter StadtForsts erstmals ein eigenes Kapitel.

Ein weiteres Thema sind die Schädlinge. Trockene Jahre und zeitig einsetzender Frühling fördern die Entwicklung von Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, insbesondere Schwammspinner, Frostspanner und Eichenprozessionsspinner, die dem Eichenlaub besonders zusetzen. Bei gemeinsamem Auftreten können sie erheblichen Blattfraß verursachen. Im Stadtwald wird die Entwicklung der Schadinsekten über ein Monitoring in Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt überwacht.

Alle, die sich für die Details interessieren, können den Waldzustandsbericht 2017 im Internet auf der Seite des Grünflächenamtes herunterladen.