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02.10.2017

Die ,Euthanasie‘-Morde im Nationalsozialismus und ihre Nachwirkungen

Logo Institut für Stadtgeschichte, © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
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Vortrag im Institut für Stadtgeschichte

(kus) Am Montag, 9. Oktober, beginnt um 18.30 Uhr mit dem Vortrag von Gerrit Hohendorf zum Thema „Rassenhygienische ,Ausmerze‘ und Ökonomie der Erlösung. Die ,Euthanasie‘-Morde im Nationalsozialismus und ihre Nachwirkungen“ ein neuer Vortragszyklus im Institut für Stadtgeschichte.

Im Fokus der Reihe stehen die medizinhistorischen Ereignisse der systematischen Ermordung von Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen im „Dritten Reich“. In den Jahren 1939 bis 1945 wurden etwa 300.000 Männer, Frauen und Kinder im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms im damaligen deutschen Reichsgebiet, aber auch in den besetzten Gebieten Polens, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei ermordet. Sie lebten in Heil- und Pflegeanstalten, wurden in „Kinderfachabteilungen“ eingewiesen, waren zur Arbeit in Deutschland gezwungen oder wurden in den Konzentrationslagern als „lebensunwertes Leben“ aussortiert.

In seinem Vortrag beleuchtet der Münchner Professor Gerrit Hohendorf die Hintergründe, die Umsetzung und die gesellschaftlichen Nachwirkungen der ersten systematischen Massenvernichtungsaktion im Nationalsozialismus, die zugleich als ein wesentlicher Schritt auf dem Weg in den Holocaust verstanden werden kann.

Der Vortragszyklus wird mit zwei Veranstaltungen fortgesetzt: Jan Erik Schulte, Leiter der Gedenkstätte Hadamar, stellt am 29. Januar 2018 die Geschichte der Landesheilanstalt Hadamar vor, in der 1941 bis 1945 rund 15.000 Menschen ermordet wurden. Peter Sandner, referiert am 23. April 2018 über die Verwaltung des Krankenmordes und die Rolle der Stadt Frankfurt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Aktuelle Informationen gibt es unter http://www.stadtgeschichte-frankfurt.de im Internet und zum Begleitprogramm der Präsentation des „Denkmals der Grauen Busse“ unter http://www.die-grauen-busse-frankfurt.de .