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09.08.2017

Neuzugang auf der Afrikasavanne des Frankfurter Zoos

Paddy vervollständigt die Gruppe der Addax-Antilopen

(kus) Am Mittwoch, 9. August, war es am frühen Morgen soweit: der dreieinhalbjährige Paddy durfte zum ersten Mal gemeinsam mit den drei Addax-Weibchen auf die große Anlage des Frankfurter Zoos. Zuvor hatten sich die vier bereits am Gatterzaun kennenlernen können. Der Zoo Frankfurt hält die hoch bedrohte Antilopenart seit September 2016 – jetzt hofft man, dass sich zu gegebener Zeit Nachwuchs einstellen wird.

„Er ist schon ganz schön beeindruckend – unser neuer Addax-Bock, der aus dem Marwell Zoo in England zu uns gekommen ist. Für seine dreieinhalb Jahre ist er groß und muskulös. Besonders schön sind natürlich die für die Art typischen gedrehten Hörner“, freut sich Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch über den Neuzugang. „Jetzt hoffen wir, dass er sich mit den drei Weibchen gut versteht und die Gruppe schnell zusammenfindet, denn die Addax-Antilopen, die auch Mendesantilopen genannt werden, sind derartig hoch bedroht, dass es wichtig ist, zumindest in den Zoos eine stabile Population aufzubauen“, erklärt Niekisch.

Addax-Antilope Jeanne (l) begrüsst Artgenossen Paddy (r) im Zoo, © Zoo Frankfurt
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Addax-Antilopen (Addax nasomaculatus) gehören zu den Pferdeböcken. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war einst das nördliche Afrika, über die Sahara bis zum Sudan. Heute ist die Art extrem gefährdet. Aktuelle Zahlen der Weltnaturschutzunion IUCN gehen von weniger als 100 Tieren aus, die in zwei kleinen Gebieten in Niger und Tschad überlebt haben. Wilderei mit modernen weitreichenden Waffen und der Verlust von Lebensraum, auch durch die Ausbeutung von Ölvorkommen, sind die Gründe für den Niedergang der einst weit verbreiteten Population. Aktuell werden Addax in Deutschland lediglich in sechs Zoos gehalten, im restlichen europäischen Raum insgesamt in weiteren 34.

Da es in den steinigen Wüsten und Halbwüsten sehr heiß werden kann, sind die Antilopen vor allem in den Dämmerungsstunden aktiv, wenn es etwas kühler ist. Die Addax kommen anders als ihre verwandten Arten auch längere Zeit ohne Wasser aus, da sie ihren Feuchtigkeitsbedarf über ihre Nahrung, also Gräser, Kräuter und Wurzeln decken. Die Tiere sind sehr gesellig und leben häufig in Familienverbänden, die meistens aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihren Jungtieren bestehen. Man trifft sie aber auch als Einzelgänger an.

Neben Paddy leben im Zoo Frankfurt die im März 2014 geborene Tinne, die eineinhalb Jahre alte Tommie und die zweijährige Jeanne.