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18.01.2017

Frankfurt kulturell – 2017 in Kunst, Musik, Literatur und bei Festen

Kunstwerk 'Großer liegender Akt' (Grand Nu couché) von Henri Matisse, 1935, Öl auf Leinwand, Exponat der Ausstellung 'Matisse - Bonnard. Es lebe die Malerei' vom 13. September 2017 bis 14. Januar 2018 im Städel Museum, © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2016
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Zu Beginn des neuen Jahres geben wir einen Ausblick auf die Ausstellungen und Veranstaltungen der Frankfurter Kulturlandschaft, auf Feste und Sportevents. Im Lauf des Jahres können sich Abweichungen oder Terminänderungen ergeben. (Teil 2)

(kus) Frauen und Kinder sind die Hauptdarsteller der zweiten Jahreshälfte in vielen Frankfurter Museen: Dem Schaffen von Jil Sander, Jeanne Mammen, Maria Sybilla Merian und dem Leben der Jungen und Mädchen der Steinzeit widmen sich verschiedene Schauen. Das Jüdische Museum geht mit dem Pop Up Boat vor Anker, das Gesundheitsamt feiert seinen 100. Geburtstag unter anderem mit einer Schau im Institut für Stadtgeschichte.

Soziale Spannungen, politische Kämpfe – die Weimarer Republik war eine Zeit gesellschaftlicher Umbrüche. Und künstlerischer Revolutionen: Künstlerinnen und Künstler hielten, jeder auf seine Weise, die Geschehnisse der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, den Kampf um die Demokratie in Deutschland in ihren Werken fest. Kriegsversehrte, Armut, rauschhaftes Vergnügen in der Großstadt, das neue Frauenbild. In der Ausstellung „Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen“ (27. Oktober bis 25. Februar 2018) vereint die Kunsthalle Schirn rund 200 Arbeiten von bekannten und unbekannten Künstlern. Werke von Max Beckmann, Otto Dix, Jeanne Mammen oder Hans und Lea Grundig bilden zusammen mit historischen Fotografien, Filmen, Zeitschriften und Plakaten ein Panorama der Jahre zwischen 1918 und 1933.

Kunstwerk 'Pianistin und Damespieler' von Henri Matisse, 1924, Öl auf Leinwand, Exponat der Ausstellung 'Matisse - Bonnard. Es lebe die Malerei' vom 13. September 2017 bis 14. Januar 2018 im Städel Museum, © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2016
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Zur selben Zeit Amsterdam. Am 13. August 1925 schreibt Henri Matisse seinem Freund Pierre Bonnard: „Es lebe die Malerei!“. Mit diesen Worten auf einer Postkarte beginnt ein 20 Jahre andauernder Briefwechsel zwischen den befreundeten Künstlern Matisse und Bonnard. Vom 13. September bis 14. Januar 2018 zeigt das Städel mit „Matisse - Bonnard. 'Es lebe die Malerei'“ gut 100 Gemälde, Plastiken und Zeichnungen der beiden Künstler, setzt sie in einen Dialog und eröffnet damit Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Über Jahrzehnte haben sich Bonnard und Matisse ausgetauscht und in ihren Werken immer wieder mit ähnlichen Themen auseinandergesetzt – jeder in seiner eigenen künstlerischen Handschrift.

Das MMK Museum für Moderne Kunst plant vom 25. November bis 2. April 2018 eine seiner größten Ausstellungen. „Globale Gleichzeitigkeiten. Die Sammlung des MMK im Dialog mit lateinamerikanischer Kunst der 1960er- und 70er Jahre. Auf allen Ebenen seines Haupthauses in der Domstraße werden Werke amerikanischer Pop- und Minimalart sowie maßgeblicher Positionen aus Deutschland aus der Sammlung des MMK denen lateinamerikanischer Sammlungen gegenüber gestellt. Somit erlaubt „„Globale Gleichzeitigkeiten“ eine neue Perspektive auf die eigenen Bestände und weitet den Blick für nicht-westliche Positionen.

Mode und Pflanzendarstellung

In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung erinnert das Städel an eine der berühmtesten Töchter Frankfurts: „Maria Sibylla Merian und die Kunst der Pflanzendarstellung“ ist der Titel der Schau, die vom 11. Oktober bis 14. Januar 2018 Blumendarstellungen in Zeichnung und Druckgrafiken vom 15. bis 18. Jahrhundert zeigt. Im Zentrum steht, anlässlich ihres 300. Todestags, Maria Sybilla Merian und ihr Schaffen als Kupferstecherin, Naturforscherin, Forschungsreisende, Malerin.

Jil Sander, Fotografie von Peter Lindbergh, 1991, Exponat der Ausstellung über die Modeschöpferin vom 4. November 2017 bis 6. Mai 2018 im Museum Angewandte Kunst, © Foto: Peter Lindbergh, Marie Claire Germany, 1991
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Eine der einflussreichsten Modeschöpferinnen ihrer Generation ist die Hamburgerin Jil Sander. Das Museum Angewandte Kunst präsentiert vom 4. November bis 6. Mai 2018 in der weltweit ersten Einzelausstellung Sanders Entwürfe, ihren Erfindungsreichtum, die Auswirkung ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst. Die Frage nach der Qualität im Design steht im Fokus der multimedialen Installationen und Tableaus der Schau.

Häuser von Frauen und Spuren von Kindern

Noch mehr außergewöhnliche Frauen können Besucher des Deutschen Architekturmuseums kennenlernen: Mit „Frau_Architekt – Seit über 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf“ geht das DAM vom 30. September bis 25. Februar 2018 auf Reise zurück in die Zeit, als es alles andere als selbstverständlich war, dass Frauen Häuser entwerfen. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von Emilie Winkelmann, die 1907 als erste Frau ein Architekturbüro in Berlin eröffnete, über Lotte Cohen, die als Erbauerin Israels gilt, über Iris Dullin-Grund, die den Städtebau in der DDR maßgeblich beeinflusst hat und Sigrid Kressmann-Schach, eine höchst umtriebige Unternehmerin im West-Berlin des Wiederaufbaus bis zu den Architektinnen der Gegenwart wie etwa Gesine Weinmiller.

„Steinzeitkinder. Kleine Jäger und Sammler“. Das Archäologische Museum begibt sich vom 5. August bis 3. Dezember auf die Suche nach antiken Kinderspuren. Erst in den vergangenen Jahrzehnten konnten Archäologen flüchtige Beweise sichtbar machen: kleine Hand- und Fingerabdrücke in Höhlen oder auf Gefäßen. Ob sie tatsächlich von Kindern stammen, zeigt die Ausstellung, die die Welt der Mädchen, Jungen und ihrer Familien während des jüngsten Abschnitts der Altsteinzeit beleuchtet. Anfassen diverser Exponate erlaubt – für kleine und große Besucher.

Gesundheit und Gespräche

Nicht ganz so weit zurück in der Zeit geht die Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte: „Aufklärung – Vorsorge – Schutz: Frankfurts öffentliches Gesundheitswesen“. Sie berichtet von Frankfurts erstem Arzt – 1381 urkundlich erwähnt, behandelte er in erster Linie städtische Mitarbeiter – und schlägt über die Jahrhunderte einen Bogen zu den Aufgaben des heutigen Gesundheitsamts von der Stadthygiene bis zum Kampf gegen multiresistente Keime. Anlass ist das 100-jährige Bestehen des Gesundheitsamts 2017. Die Ausstellung läuft vom 5. September bis 8. April 2018.

Das Jüdische Museum will im September wieder mit dem Pop Up Boat am Museumsufer ankern. Auf dem Programm stehen Workshops, Lesungen und Gespräche mit den Mitarbeitern und der Direktorin des Hauses, das sich auch kommendes Jahr im Um- beziehungsweise Neubau befindet.

Open Books und Literatur im Römer

Literaturliebhaber kommen wie immer im Herbst auf ihre Kosten. Parallel zur Buchmesse – 2017 ist Frankreich Gastland – können sie bei Open Books (10. bis 14. Oktober) an verschiedenen Orten in der Innenstadt ihre Lieblingsautoren treffen, Lesungen besuchen, Neuerscheinungen entdecken. Einen Tag später startet mit Literatur im Römer (11. bis 12. Oktober) ein Lesefest, das sich in Frankfurts Rathaus mit Lesungen und Gesprächen 16 Autorinnen und Autoren sowie ihren Werken widmet.

Teilnehmer des Ironman Frankfurt auf der Radstrecke, 5. Juli 2015, © Foto: Charlie Crowhurst, Getty Images for IRONMAN
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Sport, Musik und Feste

Am 9. Juli messen sich die Eisenmänner beim Ironman European Championship Frankfurt in 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rennradfahren und Marathonlauf. Dieselbe Laufstrecke absolvieren hunderte Teilnehmer des Marathons, der am 29. Oktober stattfindet.

Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober lädt die Stadt zum swingenden Bürgerfest auf den Römerberg ein: Jazz zum Dritten. Es gilt: Eintritt frei. Noch mehr Jazz bekommen Musikfreunde vom 24. bis 28. Oktober beim Deutschen Jazzfestival.

Vom 29. November bis 3. Dezember findet zum dritten Mal die B3 – Biennale des bewegten Bildes statt. Ihr Leitthema lautet: „On Desire. Über das Begehren“. In Frankfurt und um Frankfurt herum präsentiert und thematisiert die B3 die neuesten Trends und Entwicklungen auf dem Gebiet des bewegten Bildes. Rund 250 nationale und internationale Akteure aus Kunst, Medien und Technologie stellen ihre Projekte vor und diskutieren sie mit den Besuchern.

Der Reigen der großen Frankfurter Feste im Spätsommer und Herbst beginnt am 4. August mit dem Mainfest – bis zum 7. August wird es am Mainkai und auf dem Römerberg gefeiert. Beinahe nahtlos schließt sich vom 11. bis 20. August das Apfelweinfestival an der Hauptwache an. Vom 25. bis 27. August kann man beim Museumsuferfest durch Frankfurts Ausstellungshäuser schlendern oder zu beiden Seiten des Mains essen, trinken, bummeln und feiern. Es folgt der Rheingauer Weinmarkt in der Freßgass‘ vom 30. August bis 8. September. Am 8. September startet die Herbstdippemess, bis zum 17. September rummelt’s auf dem Festplatz am Ratsweg. Vom 27. November bis 22. Dezember lädt der Weihnachtsmarkt von Liebfrauenberg über Paulsplatz und Römerberg bis zum Mainkai zu Beisammensein, Glühwein und Karussellfahrten ein.