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22.07.2015

Plätze, Protagonisten, Perspektiven aus Folge 7

Die neue Folge "FRANKFURTinsights" gewährt zum siebten Mal einmalige Einblicke

(pia) „FRANKFURTinsights – die 1000 Wunder Frankfurts“ gewährt exklusive Einsichten in seltene Berufe und besondere Lebensentwürfe. In der siebten Folge begleiten wir Zoo-Tierärztin Christina Geiger bei ihrer Arbeit und besuchen die Musikkneipe „Mampf“ im Sandweg. Zudem streifen wir mit einem eigensinnigen Lebenskünstler durch die Stadt und zeigen, dass in der Commerzbank-Arena nicht nur Fußball gespielt wird.

Zoo-Tierärztin Christina Geiger, Szenenfoto aus Folge 7 der Filmserie 'FRANKFURTinsights – die 1000 Wunder Frankfurts', © Stadt Frankfurt am Main
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Alles im Griff im Gehege

Wie lassen sich die Zahnschmerzen eines ausgewachsenen Nashorns lindern und wie verhilft man einem Alpaka zur schnittigen Sommerfrisur? Mit solchen Fragen ist Zoo-Tierärztin Christina Geiger von Berufs wegen konfrontiert. Wenn sie zu einem ihrer Patienten gerufen wird, dann handelt es sich zwar nicht immer um einen akuten Notfall. Vorsicht im Umgang mit den haarigen, borstigen oder schuppigen Zeitgenossen ist jedoch stets geboten – und wenn es sich auch nur um eine Routineuntersuchung handelt.

Zwar ist nicht jedes Tier im Frankfurter Zoo so wenig umgänglich wie ein Gorillamännchen oder ein grimmiger Löwe. Doch selbst wenn keine akute Gefahr für die behandelnde Ärztin besteht, so gilt es doch, den zu behandelnden Patienten so wenig Stress wie möglich auszusetzen. Da kann es auch schon einmal vorkommen, dass die Veterinärmedizinerin mit dem Blasrohr anrückt und erst in das Gehege steigt, wenn ihr Patient im Reich der Träume angekommen ist.

Natürlich gibt es auch zahme und zutrauliche Tiere. Doch da die Mitarbeiter des Frankfurter Zoos großen Wert auf den Erhalt der natürlichen Menschenscheu ihrer Tiere legen, wird während der Behandlung nur selten gekuschelt. Dafür bleibt auch kaum Zeit. Denn bei 4500 Tieren und gut 450 Tierarten, die auf einer Fläche von elf Hektar quasi unter einem Dach leben, gibt es für Christina Geiger immer genug zu tun.

Jazzmusikerin im Musiklokal Mampf, Szenenfoto aus Folge 7 der Filmserie 'FRANKFURTinsights - die 1000 Wunder Frankfurts', © Stadt Frankfurt am Main
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Mampf: Neues für Gaumen und Gehör

Gutbürgerliche Küche genießen und dabei ambitionierten Jazzmusikern lauschen: Dass dieses Konzept aufgeht, beweist das Musiklokal Mampf im Sandweg 64 seit Jahrzehnten. Genaugenommen ist der Jazz bereits seit Anfang der 1970er Jahre im Mampf beheimatet. Zu dieser Zeit übernahm Edgar Henning die Sandwegstube und setzte Hütchentrinker, Metzgergesellen und Asbach-Liebhaber auf Schlagerentzug. Stattdessen ließ Henning konsequent Free-Jazz aus den Boxen strömen und vertrieb damit die alte Stammkundschaft.

1983 übernahmen sieben kulturbesessene Studenten das Lokal, einer von ihnen führt das Mampf seit 1988 bis zum heutigen Tage. Seither hat sich das Mampf zu einer Mischung aus musikalischer Spielwiese und kulturellem Schmelztiegel entwickelt. Newcomer oder gestandene Szenegrößen lieben es gleichermaßen, auf der kleinen Bühne zu stehen und dem Publikum ganz nahe zu sein.

Doch nicht nur Musik, auch künstlerische Wettbewerbe und Literaturveranstaltungen zeugen von einem regen Kulturaustausch und sorgen beim Publikum wie bei den Bühnendarstellern immer wieder für überraschende Momente. So ist es auch gewollt: Denn die Macher des Mampfs wollen ihre Bsucher bewusst aus der Komfortzone locken und sie dazu anzuregen, bei der Gestaltung ihres persönlichen Umfeldes aktiv mitzuwirken.

Im Stadion spielt nicht nur die Eintracht

In der Commerzbank-Arena ist nicht nur bei Heimspielen der Frankfurter Eintracht ordentlich Stimmung. Auch während der Sommerpause pilgern regelmäßig Tausende Besucher in die Multifunktionsarena am Rande des Frankfurter Stadtwalds. Neben Konzerten von Stars wie Helene Fischer oder DJ Guetta gibt es seit 2014 noch einen weiteren Publikumsmagneten. Denn einmal im Jahr wird das Wohnzimmer der Eintracht zum Treffpunkt der internationalen Computerspiel-Elite.

„Dota 2“ heißt das teambasiertes Echtzeit-Rollenspiel, das weltweit Millionen Fans hat – von denen einige sogar ihren Lebensunterhalt mit Computerspielen verdienen. Während die Wettkämpfe der Dota-Veteranen auf dem riesigen Videowürfel in der Arena übertragen und von Experten kommentiert werden, gibt es aber auch abseits der Computer-Bildschirme einiges zu entdecken. Denn auch die sogenannten Cosplayer, die in ihrer Freizeit in die Haut ihrer Comic- und Mangahelden schlüpfen, nutzen das digitale Klassentreffen, um sich in ihren prächtigen Gewändern zu zeigen.

Emmanuel de Greco, Lebemann und ehemaliger Friseur, in seinem Auto, Szenenfoto aus Folge 7 der Filmserie 'FRANKFURTinsights - die 1000 Wunder Frankfurts', © Stadt Frankfurt am Main
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Ein Lebemann geht seinen Weg

Emmanuel de Greco ist ein Lebemann, wie es in dieser Stadt wohl keinen zweiten gibt. Weiß und blau sind die Farben des gebürtigen Griechen, der 1964 von Athen nach Frankfurt übersiedelte, wo er 40 Jahre lang als Friseur arbeitete. Seinen Ruhestand genießt er, indem er – stets in Sakko und weißem Hut mit blauer Krempe gekleidet – in seinem alten, mit unzähligen Plüschfiguren dekorierten Mitsubishi durch die Stadt fährt und das Leben genießt.

Bei gutem Wetter sattelt de Greco auf sein nicht minder farbenfroh mit Blumen und Aufklebern dekoriertes Fahrrad um und mischt sich unter die Flaneure in der Frankfurter Innenstadt. Fotowünsche erfüllt er jedem Passanten gerne. Und wer ihm richtig sympathisch ist, dem steckt de Greco auch schon einmal seine Visitenkarte zu, auf der er sich als „Tantriker“ vorstellt.

Zum Leben braucht der griechische Paradiesvogel neben Spaghetti und Benzin nicht viel – außer natürlich der Aufmerksamkeit seiner Bewunderer. Und falls das Geld doch einmal knapp werden sollte, so hilft der Friseurmeister einfach im Salon eines Bekannten aus.