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06.03.2015

'Respekt. Stoppt Sexismus'

Logo der Kampagne 'Respekt. Stoppt Sexismus', © Frauenreferat Frankfurt
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(pia) „Respekt. Stoppt Sexismus“, so lautet das Motto des diesjährigen frauenpolitischen Schwerpunktthemas in Frankfurt. Zum Empfang der Stadt Frankfurt anlässlich des Internationalen Frauentages im Römer stellte Sarah Sorge, Dezernentin für Bildung und Frauen, am Freitag, 6. März, Anlass und Ausrichtung des Themas und ein neues Online-Beratungsportal vor rund 400 Gästen vor.

„Sexismus finden wir nach wie vor überall – Sexismus steckt in Behauptungen wie, Mädchen seien von Natur aus schlecht in Mathe. Wir finden Sexismus in Rollenklischees die besagen, so sind Männer, so sind Frauen. Sexismus reicht von aufdringlichen Blicken, übergriffigen Worten bis hin zur sexualisierten Gewalt“, sagt Frauendezernentin Sorge.

Es gelte deshalb, Sexismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zu entlarven, sichtbar zu machen und Betroffenen Handlungsoptionen und Unterstützung an die Hand zu geben. Sorge tritt als Frauendezernentin dafür ein, dass betroffene Mädchen und Frauen in ihren Erfahrungen gesehen und ernst genommen werden. „Ich will mit Ihnen gemeinsam erreichen, dass Sexismus gleich wo er uns begegnet geschlechterübergreifend verurteilt wird und wir alle in die Verantwortung gehen, Sexismus zu stoppen“, so Sorge. Gerade für junge Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Haltung gegen Sexismus wichtig, damit sie lernen: Das ist Sexismus und niemand muss sich das gefallen lassen.

Zusammen mit dem Verein für feministische Mädchenarbeit FEM hat das Frauenreferat deshalb ein Onlineportal entwickelt, das gerade Mädchen und jungen Frauen ein Forum bei diffus erlebtem Sexismus oder auch konkreter sexueller Belästigung bietet. Junge Frauen zwischen zwölf und 25 Jahren finden hier Informationen, Beratung und können sich austauschen – selbstverständlich auch anonym.

„Gerade, weil Sexismus oft verdeckt und gesellschaftlich toleriert wird, wollten wir ein Angebot für Mädchen und junge Frauen schaffen, die erstmal nur ein Unbehagen haben und sich Fragen stellen wie: War dieser Spruch okay? Bin ich eine Spaßbremse, wenn ich das nicht lustig finde? Was mache ich, wenn ein Lehrer mir dauernd in den Ausschnitt schaut? Kein Mädchen würde sich in einem solchen Fall an eine Vergewaltigungshotline wenden – Unterstützung braucht sie dennoch. Deshalb gehen wir hier neue Wege“, so Sorge.

Das neue Online Beratungsportal http://www.fem-onlineberatung.de ist barrierefrei und mehrsprachig - auf Deutsch, Französisch und Türkisch. Es gibt ein offenes Forum, in dem sich Mädchen und junge Frauen mit anderen Betroffenen zu ihren Anliegen austauschen, sich untereinander helfen und unterstützen können. Das Forum wird von einer Beraterin fachlich begleitet und moderiert. Im Informationsbereich finden junge Frauen Angebote und Fachinformationen, die für ihr Leben relevant sein können. Zudem gibt es den Bereich HerStory: Dort werden persönliche Geschichten anonym veröffentlicht und hilfreiche Gegenstrategien verdeutlicht. Wie zum Beispiel „Ich habe mir Hilfe geholt, geschrien, geboxt, gelacht ….“. Neben den digitalen Informationen gibt es die Möglichkeit persönliche Beratung bei den Mitarbeiterinnen vom FEM in Anspruch zu nehmen. Damit bietet das Onlineportal Mädchen, jungen Frauen und deren unterstützenden Personen eine direkte, digitale und dauerhafte Unterstützung an.

Für das frauenpolitische Jahr, das laut Sorge jeweils im März zum Internationalen Frauentag beginnt, sind zudem viele Veranstaltungen und Projekte geplant, die dem Abbau von Sexismus dienen. Das Frauenreferat wird neue Konzepte und Ansätze fördern, um gezielt aufzuzeigen, an welchen Stellen noch immer Handlungsbedarf besteht, wo also überall „Sexismus drin steckt“. Die Veranstaltungshighlights bis März 2016 können dem beiliegenden Informationsblatt entnommen werden.

Für den alltäglichen Gebrauch und aktiven Widerstand wurden auf dem Empfang Flyer verteilt, die in Form von Stickern unterschiedliche Stimmen, Empfindungen und Forderungen rund um das Thema abgebilden. Einige dieser Forderungen entstammen dem Forderungskatalog zum Internationalen Mädchentag, der Sarah Sorge im letzten Jahr von Mädchen und jungen Frauen aus Frankfurt übergeben wurde. Die Flyer sind wieder ablösbar und sollen Mädchen und Frauen darin unterstützen, dass sie das Recht haben Sexismus kenntlich zu machen, überall und immer. Die Sticker sind im Frauenreferat erhältlich.

„Wir wollen alltäglichen Sexismus nicht mehr länger hinnehmen und allen Mut machen, dass das Erleben von Sexismus ein Grund ist zum Wütend sein und nicht, um sich zu schämen. Wir wollen eine Stadtgesellschaft, die frei von sexistischen Vorurteilen, Werbungen und Anmachen ist. Die Farbe unseres Schwerpunktthemas ist pink. Damit erobern wir uns eine Farbe zurück und besetzen sie neu. Denn eins ist klar, der Job von Mädchen und Frauen ist nicht lieb und brav zu sein. Der Job einer Frauendezernentin ist es gemeinsam mit dem Frauenreferat aufzuklären, Mut zu machen und Widerstandskraft zu fördern!“, so Sarah Sorge.

Weitere Informationen gibt es bei Linda Kagerbauer, Projektleiterin „Sexismus“ im Frauenreferat, Telefon 069/212-35319 oder per Mail an linda.kagerbauer@stadt-frankfurt.de .