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02.06.2014

Plätze, Protagonisten, Perspektiven

Mitglied des Teams des Rettungshubschraubers Christoph 2, Szenenfoto aus Folge 2 der Filmserie 'FRANKFURTinsights – die 1000 Wunder Frankfurts', © Stadt Frankfurt am Main
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Hier haben wir einzigartige Frankfurter Impressionen für die zweite Folge "FRANKFURTinsights" gesammelt

(pia) Deine Stadt wie andere sie sehen: Neben dem traditionsreichsten Standesamt Frankfurts lernt der Zuschauer dieses Mal einen außergewöhnlichen Erfinder kennen, begibt sich mit einem Helikopter auf Luftrettung und erkundet eine Sporthalle mit eisigem Boden. Dies sind die „anderen“, die uns in der neuen Folge ihren Blick auf Frankfurt schenken:

Standesamt Rathaus Römer

Die schweren, dunkel verzierten Türen mit den Goldklinken dürften den meisten Frankfurtern ein vertrauter Anblick am Rathaus Römerberg sein. Aber wie sieht es dahinter aus? FRANKFURTinsights begleitet eine Standesbeamtin des Römers zum wichtigsten Ort für Trauungen in Frankfurt - in ihren Alltag.

Sechs Trausäle gibt es insgesamt in Frankfurt. Hier am Rathaus sind einem nicht nur die meisten Zuschauer sicher, sondern auch das höchste Maß an Tradition: Im alten Herzen der Stadt und direkt neben dem Kaisersaal im Römer den Bund fürs Leben zu schließen, das ist nach wie vor etwas ganz Besonderes. Seit dem 9. Jahrhundert diente der Römerberg für Märkte und Messen, Turniere und Feste, als Richtplatz und Ort von Kaiserwahlen und –krönungen. Der Rat der Stadt hat hier seit dem 15. Jahrhundert seinen Sitz. Mit Einführung der Zivilehe Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, sich hier trauen zu lassen. Der noch heute bestehende Trausaal wurde nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Rest des zerstörten Rathauses im Stil der fünfziger Jahre wieder aufgebaut.

2013 wurden hier 2.860 Ehen und Lebenspartnerschaften geschlossen. Dreizehn Gäste können sitzend, zwanzig stehend verfolgen, wie die Paare vor dem über 200 Jahre alten Gemälde „Flusslandschaft“ von Christian Georg Schütz ihre Ringe tauschen. Anschließend führt der in Deutschland einmalige Hochzeitspförtner die frisch Vermählten die Hochzeitsstreppe hinab und über die Schwelle der schweren Tür mit goldener Klinke hinaus auf den Römerberg.

Luftrettung mit BGU-Helikopter Christoph 2

In weniger als zwei Minuten ist Christoph 2 einsatzbereit. Dank seiner Geschwindigkeit kommt dem Helikopter mit seiner Crew eine wichtige Aufgabe bei Notfällen zu. Er ist mit allen für die Erstversorgung benötigten Geräten und Medikamenten ausgestattet. In der Regel benötigt die Crew für Hin- und Rückflug 31 Minuten – wertvolle Minuten für den Patienten. Der Beginn der medizinischen Versorgung entscheidet in vielen Fällen über Leben und Tod oder mögliche Spätfolgen. FRANKFURTinsights schwingt sich mit dem Zuschauer ins Cockpit des Hubschraubers mitten unter die fliegenden Retter und begleitet sie auf ihren Einsätzen.

Der Rettungshubschrauber Christoph 2 ist an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Seckbach, kurz BGU, stationiert. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fliegt das Team, 2013 war es auf insgesamt 1.357 Einsätzen. Im Hubschrauber dabei sind immer ein Arzt der BGU, ein Rettungsassistent von der Frankfurter Berufsfeuerwehr, und ein Pilot der Bundespolizei von der Fliegerstaffel Fuldatal, der Christoph 2 nach seinen Einsätzen sicher zurück auf das Dach der Unfallklinik manövriert. Seit 1972 gehört der Helikopter dort zur Ausstattung und ist damit der zweitälteste von deutschlandweit 77 Rettungshubschraubern seiner Art.

Die Klinik selbst wurde 1962 eröffnet und seitdem immer wieder erweitert, erneuert und umgebaut. Mittlerweile beschäftigt die BGU etwa 750 Mitarbeiter und umfasst neun bettenführende Fachabteilungen sowie das traumatologische Schwerpunktzentrum des Rhein-Main-Gebietes. Jährlich werden hier über 9.000 stationäre und ungefähr 50.000 ambulante Patienten medizinisch versorgt. Mit etwa 5.000 Notarzteinsätzen im Jahr ist die BGU einer der größten Notarztstandorte in Hessen.

http://www.rth-christoph2.de

Der Erfinder Walter Günther, genannt 'Daniel Düsentrieb des Nordends', in seiner Werkstatt, Szenenfoto aus Folge 2 der Filmserie 'FRANKFURTinsights – die 1000 Wunder Frankfurts', © Stadt Frankfurt am Main
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Erfinder, Bastler, Freigeist

Von vielen wird er liebevoll der „Daniel Düsentrieb des Nordends“ genannt: Walter Günther ist Erfinder mit Leib und Seele. Aus Alltagsgegenständen bastelt der Schlossermeister in seiner Freizeit praktische Geräte und Maschinen, die das Leben vielleicht erleichtern und zumindest bereichern. Seine kuriosen Konstruktionen reichen von dem Serviettenspender „Servietten-Willi“ bis hin zum „Aldentomaten“, einem Schnellkochtopf zum perfekten Garen von Kartoffeln. Eine Bratwurst-Grillmaschine dreht die Würstchen selbst, ein Kerzenwecker läutet nach beliebiger Zeit ein Glöckchen - alles funktioniert ohne Strom, ohne Batterien, rein mechanisch.

Bereits als Kind war Walter Günther von der Mechanik fasziniert. Ging er seiner Leidenschaft zunächst noch zu Hause und in der Schlosserei nach, nutzt der Tüftler mittlerweile seit 13 Jahren eine eigens eingerichtete Werkstatt, um seine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Hier sammelt Günther Material, das er auf Schrottplätzen und im Sperrmüll findet: Schrauben, Rohre, Kurbeln, alte Tassen und Kochtöpfe, Metallfeilen und Einzelteile von Fahrrädern warten darauf, in neue wundersame Apparaturen verzaubert zu werden. Diese sind nicht nur praktisch, sondern entfalten auch ihre ganz eigene Ästhetik, ihren ganz eigenen Charme. Dem Meister beim Werkeln zuschauen – das ist ein bisschen, als folge man ihm in eine vergessene Zeit.

Der 2011 erschienene Bildband „Die Mechanische Bratwurst“ gibt Einblick in Günthers Werkstatt und stellt einige der Unikate fotografisch und mit Erläuterungen des Meisters versehen vor. Die Homepage Günthers ist zu finden unter http://www.die-mechanische-bratwurst.de/home.phtml

Eissporthalle, Höhle der Löwen

Sie haben gekämpft, sie haben ihre Krallen gezeigt. Und sie haben es geschafft. Die Eishockeymannschaft Löwen Frankfurt hat 2014 eine lange Saison erfolgreich beendet und den ersehnten Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse errungen. Das Löwenfell übergestülpt, wagt FRANKFURTinsights sich mit den erfolgreichen Puckjägern aufs Eis und hinter die Kulissen abseits des glatten Spielfelds.

Eishockey hat als Frankfurter Sportart eine lange Tradition, die bis in die 1930er Jahre zurückreicht. Die Löwen Frankfurt wurden 2010 in Nachfolge der insolventen Frankfurt Lions aus dem Nachwuchsverein Young Lions Frankfurt ausgelagert. Cheftrainer ist Tim Kehler, der sein Löwenrudel in diesem Jahr in die zweite Deutsche Eishockey Liga führte. Zu Hause sind die Löwen in der Eissporthalle Frankfurt, die seit ihrer Gründung 1981 ihren frostigen Boden von insgesamt mehr als 9.000 Quadratmetern Fläche für sportbegeisterte Eisläufer zur Verfügung stellt. Jedes Jahr strömen eine halbe Million Menschen in die Eissporthalle. Die Löwen dürften daran einen nicht unerheblichen Anteil haben: Pro Heimspiel vereinen sie mehr als 5.000 Fans zum Mitfiebern und Mitjubeln. In den Farben der Löwen – orange, schwarz, weiß – bebt dann die Savanne, wenn fünf eigene und fünf gegnerische Feldspieler um den genau ein Zoll hohen und im Durchmesser drei Zoll breiten Puck kämpfen. Immer dabei ist das Gummihuhn – ein Brauch, der laut Löwen zum Frankfurter Eishockey gehört wie der Ebbelwoi zur Stadt an sich. Bei möglichen Fehlentscheidungen darf das Frankfurter Publikum als Zeichen des Protests mit Gummihühnern werfen.

Protest ist gerade aber wenig nötig. Nach dem Aufstieg wurde erstmal kräftig gefeiert. Gut gebrüllt, Löwen! Weitere Informationen zum Eishockeyteam gibt es unter http://www.loewen-frankfurt.de