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Vogelgrippe (Geflügelpest)

Geschichte

Nachdem die Vogelgrippe erstmals 1878 im Piemont (Italien) als “Lombardische Hühnerpest“ beschrieben wurde, hat sich die Krankheit zu einem ernsten tiermedizinischen Problem entwickelt. Seit 1959 sind zahlreiche Ausbrüche bekannt geworden.


Übertragungswege bei Vögeln

Alle Vogelarten sind empfänglich für eine Ansteckung mit Vogelgrippeviren. Wildlebende Wasservögel können das Virus beherbergen, erkranken aber nicht zwangsläufig und verbreiten es daher über weite Strecken. Bei infizierten Tieren finden sich hohe Virus-Konzentrationen insbesondere im Kot. Auch in der Nasen- und Augenflüssigkeit der Tiere sind Viren nachweisbar. Ist das Virus in einem Gehege vorhanden, verbreitet es sich unter den Tieren außerordentlich schnell – zumeist über den direkten Kontakt. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich.


Krankheitsbild bei Vögeln

Nach einer symptomfreien Zeit von drei bis sieben Tagen entwickeln die infizierten Vögel eine zunehmende Schwäche, begleitet von einem Anschwellen der Kämme und Kehllappen. Hinzu kommen Durchfälle. In dieser Phase besteht eine hohe Ansteckungsgefahr für die anderen Tiere und selten auch für den Menschen. Die Sterblichkeit erreicht beim Zuchtgeflügel 50 - 100 %.
Das Virus zeigt eine relativ hohe Umweltstabilität, die bei niedrigen Temperaturen noch ausgeprägter ist. Es kann lange Zeit in den Ausscheidungen und im Wasser, aber auch in Geweben verstorbener Tiere nachgewiesen werden. Bis zu vier Tage übersteht es Temperaturen von 22 Grad Celsius, mehr als 30 Tage bei 0 Grad Celsius und nahezu unbegrenzt im Eis.


Gefahr für den Menschen durch das Vogelgrippevirus H5N1

Eine ernsthafte Gefahr besteht für den Menschen derzeit nur bei direktem Kontakt mit infizierten Tieren. Das Übertragungsrisiko ist zwar gering, kommt es jedoch zu einer Infektion, enden viele Erkrankungen tödlich. Für eine Übertragung des Virus von erkrankten Menschen auf Gesunde gibt es derzeit keine Hinweise. Es handelt sich also um eine Epidemie von Vögeln und nicht, wie oft in der Presse fälschlich zu lesen, des Menschen.
Im Zuge der durch Influenzaviren vom Typ H5N1 ausgelösten Vogelgrippeepidemie in Hongkong im Jahre 1997 erlitten 18 Menschen nach vorausgegangenem engen Kontakt zu Vögeln eine schwere Atemwegserkrankung. Sechs von ihnen verstarben. Durch Vernichtung des gesamten Geflügelbestandes von Hongkong innerhalb von drei Tagen konnte die Tierepidemie beendet werden.
Seit Ende 2003 hat das Influenza A-Virus vom Typ H5N1 in zahlreichen Ländern Ostasiens, insbesondere in Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos, Südkorea, Indonesien, China und Japan, neue Ausbrüche der Vogelgrippe in Geflügelbeständen verursacht. Auch durch Tötung von mehr als 100 Millionen Vögeln ist es nicht gelungen, eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Durch Zugvögel ist das H5N1-Virus im Oktober 2005 in die Balkanländer, im Dezember in die Türkei und im Februar nach Österreich, Frankreich und Deutschland gelangt.
Von Dezember 2003 bis zum 6. März 2006 sind in Vietnam, Thailand, Indonesien, China, Kambodscha und der Türkei von insgesamt 175 gesichert an der Vogelgrippe (H5N1) Erkrankten 95 verstorben.


Pandemiegefahr für den Menschen

Die Dauer der Ausbrüche und ihr Ausmaß lassen befürchten, dass sich durch eine sprunghafte Veränderung des Erbgutes oder einen Austausch von Erbgut zwischen Vogelgrippevirus vom Typ H5N1 und dem gewöhnlichen menschlichen Influenzavirus ein neues, für den Menschen gleichermaßen ansteckendes wie bedrohliches Virus, entwickelt. Dieses neue Virus könnte dann eine so genannte Pandemie, also eine weltweite Epidemie mit einer großen Zahl von Opfern unter Menschen auslösen. Die Entstehung eines solchen Pandemievirus droht vor allem dann, wenn sich ein an der gewöhnlichen Grippe erkrankter Mensch zusätzlich mit dem H5N1-Virus infiziert. Aus diesem Grund wird bei Ausbrüchen von Vogelgrippe eine Grippeimpfung empfohlen, auch wenn der aktuelle Grippeimpfstoff nicht vor dem Vogelgrippevirus H5N1 schützt. Bei den bisher an der Vogelgrippe vom Typ H5N1 erkrankten und verstorbenen Personen wurde eine genetische Vermischung der Viren bislang nicht nachgewiesen.