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Chronik des Ostends

Jungsteinzeit:
Beim Bau des Osthafens wurde ein jungsteinzeitliches Dorf ausgegraben, das bis ins erste nachchristliche Jahrhundert bewohnt war und vermutlich im Zusammenhang mit der römischen Befestigung des Domhügels (ab 83 n. Chr.) aufgegeben werden musste.

6. Jahrhundert:
Die Franken erobern das Rhein-Main-Gebiet (794 erste Nennung Frankfurts). Der Frankfurter Osten gehört zum Rodungsgebiet des Frankfurter Fiskus (Riederhof: alter fränkischer Königshof).

1193:
König Heinrich VI. schenkt den Riederhof dem Frankfurter Schultheißen Wolfram I.

1216:
Der Riederhof kommt an das Kloster Aulisberg (Haina), das ihn 1230 an das Kloster Arnsburg verkauft.

1321:
Graf Ulrich II. von Hanau erwirbt den Riederhof und verkauft ihn 1324 an den Frankfurter Bürger Albrecht zum Eßlinger.

1333:
Die Frankfurter Stadterweiterung vergrößert die staufische Stadt bis zum heutigen Anlagenring.

1343:
Bau des Allerheiligentors.

1378:
Auf dem Riederberg (Röderberg) werden Weinberge erwähnt.

1434:
Der Riederhof gelangt durch Schenkung Frankfurter Patrizier an das Heiliggeisthospital.

1476:
Bau der Bornheimer Landwehr.

1628-67:
Frankfurt erhält eine bastionäre Befestigung (später: Anlagenring).

1765:
Die Hanauer Landstraße wird als »Leipziger Straße« ausgebaut.

1801:
Aufhebung der Bornheimer Landwehr.

1806-13:
Entfestigung Frankfurts. Aus den Bastionen entstehen die Wallanlagen mit dem Rechneigrabenweiher.

1809:
Niederlegung des Allerheiligentors und Neubau (1810) als »Hanauer Tor«.

1820-25:
Bau der Alten Stadtbibliothek (zerstört März 1944 bis auf den Portikus).

1823:
Eröffnung der »Neuen Anlage« (Weinwirtschaft »Tivoli« bis 1865 an der heutigen Rückertstraße).
Brand der Riederhöfe.

1839:
Das Heiliggeist-Hospital bezieht den Neubau an der Langestraße.

1844/45:
Bau der »Englischen Gasfabrik« an der heutigen Oskar-von-Miller-Straße.

1845:
Eröffnung des 1841 von Dr. med. Johann Theobald Christ testamentarisch gestifteten Dr.-Christs-Kinderkrankenhaus in der Theobaldstraße (heute Theobald-Christ-Straße).

1847:
Der »Hanauer Bahnhof« entsteht als Kopfbahnhof an der heutigen Zobelstraße.

1848:
Eröffnung der Bahnlinie nach Hanau.

1853:
Eröffnung der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG) durch Samson Raphael Hirsch (Schützenstraße).

1855:
Eröffnung der Ostendhalle gegenüber dem Hanauer Bahnhof (Café-Restaurant bis 1869).

1859:
Die Verbindungsbahn verbindet am Main entlang die Westbahnhöfe mit der Hanauer Bahnlinie.

1860:
Frankfurter Turnverein 1860 wiedergegründet. (nach Aufhebung des Verbots, Erstgründung 1833 durch August Ravenstein als »Turngemeinde«).

1863:
Die über die Obermainanlage vordringende Bebauung verdichtet sich zwischen Ostendstraße (benannt 1863) und Pfingstweidstraße (benannt 1846). Hier siedeln sich vor allem jüdische Mitbürger an.

1864:
Aufhebung der Torsperre.

1870/71:
Militärlazarette an der Pfingstweide.

1871:
Errichtung des Röderbergturms (Umbau 1880, abgebrochen 1936).

1872:
Auf der Hanauer Bahn werden »Arbeiterzüge« eingeführt.

1873:
Das Krankenhaus des »Vereins vom Roten Kreuz« entsteht in der Königswarterstraße (1887, 1904 und 1914 sowie nach 1945 vergrößert).
Eröffnung der Uhlandschule.
Erste Gebäude der Naxos-Union (gegründet 1871 von Julius Pfungst als »Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels«) entstehen an der heutigen Wittelsbacherallee.

1874:
Der Zoologische Garten (gegründet 1858 an der Bockenheimer Landstraße) wird auf die Pfingstweide verlegt.

1875:
Eröffnung der Ostendmittelschule (heute Gerhart-Hauptmann-Schule).
Eröffnung der Pferdebahnlinie zum Hanauer Bahnhof.
Das Clementine-Kinderhospital (gestiftet von Freifrau Luise von Rothschild) in der Bornheimer Landwehr 110 eröffnet (heute in der Theobald-Christ-Straße).
Eröffnung des Hospitals der israelitischen Gemeinde in der Königswarterstraße (Stiftung des Bankiers Issak Königswarter).

1877:
Grundsteinlegung zur Turnhalle des Frankfurter Turnvereins von 1860 auf dem Grundstück Sandweg 4 (Einweihung 1878).

1878:
Die Sarah-von-Rothschildsche Stiftung (israelitisches Fremdenhospital, gegründet 1870) wird verlegt in den Röderbergweg 97.
Obermainbrücke wird dem Verkehr übergeben.

1879:
Gründung des Ostendvereins (9./10. Februar).

1881:
Bezug des Neubaus der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, Am Tiergarten 8 (zerstört 1944, heute Erweiterungsbau des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums).
J.G. Mouson & Cie. (gegründet 1789) zieht in den Bergweg (heute: Mousonstraße).

1881/82:
Bau der Landwirtschaftlichen Halle in der Ostendstraße (abgebrannt 1924).

1882:
Im November letzte große Überschwemmung des Mains vor der Regulierung; im Ostend wird das Gebiet vom Anlagenring entlang der Ostendstraße, Danziger Platz, Ostparkstraße bis jenseits der Riederhöfe überschwemmt.

1887:
Gründung des Nord-Ost Vereins (heute: evangelische Personal-Kirchengemeinde Nord-Ost); Einweihung des Vereinshauses in der Wingertstraße 1889.

1888:
Eröffnung des Kaiser-Friedrich-Gymnasiums (1948 in Heinrich-von-Gagern-Gymnasium umbenannt).
Bau einer Kapelle der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) am Tiergarten.

1899:
Die Allerheiligenschule bezieht als »Martin-Luther-Schule« das Gebäude Hanauer Landstraße 28.
Anlage der Wittelsbacher, Habsburger und Luxemburger Alleen.

1901:
Eröffnung der Hölderlin-Schule (gegründet 1889, seit 1961 Heinrich-Hoffmann-Schule).
Bau der Oberräder Schleuse. Rheinschiffe fahren bis Offenbach.

1904/05:
Bau des Gaswerks Ost durch Peter Behrens als einer der modernsten Zweckbauten der Zeit.

1907:
Anlage der Saalburgallee.

1907/10:
Anstelle des großen Riederbruchs (ehemaliger Altmainarm) entsteht der Ostpark mit Schulgarten.

1909:
Bau der Ratsbrücke.
Einweihung der St.-Nikolai-Kirche in der Waldschmidtstraße.

1910:
Bau der Honsellbrücke.
Eröffnung der Linné- und Wittelsbacherschule.

1911:
Einweihung der Herderschule.

1911/13:
Bau der Deutschherrn-Eisenbahnbrücke.

1912:
Einweihung des Osthafens.
Eröffnung der Helmholtz-Oberrealschule.

1913:
Am Danziger Platz entsteht ein neuer Ostbahnhof als Durchgangsbahnhof.

1914:
Errichtung eines katholischen Pfarramts Ostend (später: Allerheiligengemeinde).

1927/28:
Bau der 220 Meter langen und 50 Meter breiten Großmarkthalle durch Martin Elsässer.

1940:
Der Schützenbrunnen vor dem Zoo (errichtet 1894) fällt der sogenannten »Metallspende des deutschen Volkes« zum Opfer und wird für Kriegszwecke eingeschmolzen.

1943/44:
Schwerste Bombenangriffe vernichten das Frankfurter Ostend.

1945:
Am Ratsweg entsteht die Trümmerverwertungsgesellschaft, die Bausteine aus Trümmerschutt herstellt.

1947:
Das Kleine Theater im Zoo wird eröffnet.

1950:
20.870 Männer und Frauen wohnen im Ostend.

1952:
Bau der Allerheiligenkirche in der Thüringer Straße.

1953:
Einweihung des Giraffenhauses im Zoo.

1956:
Eröffnung des August-Stunz-Heimes am Röderbergweg (Altersheim der Arbeiterwohlfahrt).

1957:
Eröffnung des Zoo-Exotariums.

1959 ist die Wohnbevölkerung bei 25.083 Menschen angelangt.

1961:
Eröffnung des Zoo-Vogelhauses.
Inbetriebnahme der Zentralfeuerwache I an der Hanauer Landstraße.
Neubau des Ostbahnhof-Empfangsgebäudes.

1964:
Verkehrsübergabe der Flößerbrücke.
Einweihung der Kaiserleibrücke.

1965:
Die vollständig zerstörte Dahlmannschule ist wiederaufgebaut.
Der 72 Meter hohe Schornstein der Trümmerverwertungsgesellschaft wird gesprengt.

1966:
Einweihung des Zoo-Menschenaffenhauses.

1968:
Eröffnung des Frankfurter Festplatzes am Ratsweg.
Einweihung des Containerterminals im Güterbahnhof Ost.

1970:
Schließung der städtischen Tierkörperbeseitigungsanstalt in der Dieselstraße.
Im Zoologischen Garten wird die Freianlage für Menschenaffen eingeweiht.
Die Frankfurter Feuerwehr erhält das erste hessische Feuerlöschboot, welches seine Anlegestelle an der Mole im Osthafen haben wird. Das Boot hat eine Wasserverdrängung von 86 Tonnen, ist 18 Stundenkilometer schnell, und kostet mit seinem 630 PS starken Motor 1,3 Millionen Mark.

1971:
In einer Bürgerversammlung in der Helmholtzschule fordert OB Walter Möller ein neues Bodenrecht zum Schutz gegen Spekulanten und gezielte Maßnahmen gegen die Prostitution.
Mit einer Unterschriftensammlung protestieren die Bewohner des Ostends gegen »mutwillige Zerstörung von Wohnraum«.

1972:
OB Rudi Arndt tauft das 14. im Zoo geborene Flusspferd auf den Namen »Dynamit«.
Inbetriebnahme der ersten Schredderanlage im Osthafengelände. Die Anlage kann täglich etwa 500 Autowracks zerkleinern.
Aus dem Münzbrunnen im Zoo wurden im Laufe des Jahres 90.000 Mark gefischt, die dem Spendenkonto »Hilfe für die bedrohte Tierwelt« zu Gute kommen.

1973:
Grundsteinlegung für das jüdische Altenzentrum in der Gagernstraße.
Im Ostpark wird eine Wassersprühanlage in Betrieb genommen.
Eröffnung des Kindergartens der evangelischen St.-Nikolai-Gemeinde mit Plätzen für 100 Kinder.

1974:
Viertes großes Musikfest im Ostpark.
Im Zoologischen Garten wird die historische »Napoleon-Ulme«, die etwa 300 Jahre alt sein soll, gefällt.
Wohnbevölkerung: 22.191.

1975:
Im Ostpark wird ein Grillplatz eingerichtet.
Fritz Rémond übergibt die Leitung des »Kleinen Theaters im Zoo« an Lothar Baumgart. Mit Beginn der Spielzeit 1975/76 heißt das Theater »Fritz Rémond Theater im Zoo«.

1976:
Der fertiggestellte Teilbau des jüdischen Altenzentrums in der Gagernstraße mit 30 Wohnplätzen wird bezogen.
Fritz Rémond stirbt in einem Sanatorium in Bad Nauheim.

1978:
Eröffnung des Grzimek-Hauses für Kleinsäugetiere mit einer Nachtabteilung im Zoo.
Auf der Mole des Osthafens wird ein zwanzig Meter hoher Flaggenmast eingeweiht.
Einweihung der von den Fußballvereinen Ostend 07 und SC Grünweiß erstellten Flutlichtanlage im Ostpark.

1979:
Beginn der Fahrten von Oldtimerzügen auf den Gleisen der Hafenbahn zwischen Westhafen und Osthafen.
Einweihung des neuen Zentralstellwerks Osthafen der Hafenbahn.
Die Stadt erwirbt durch eine Zwangsversteigerung das Gelände der ehemaligen Firma Mouson.
27.000 Einwohner hat das Ostend und bietet 25.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

1980:
Im Riederwaldstadion wird die neue Kunststoffbahn mit acht Bahnen auf der Geraden und sechs in den Kurven eingeweiht.
Die Schorsteinfegerinnung Rhein-Main nimmt ihre neue zentrale Schulungsstätte in der Intzestraße in Betrieb.
Die Hafenbahn stellt mit der Rangierlok M700C von Krauss-Maffei die erste Lok einer neuen Reihe von Diesellokomotiven vor, die die sechs alten Loks der Hafenbahn ablösen soll.
Renovierung des Portikus der ehemaligen Stadtbibliothek an der Obermainbrücke.

1981:
Auf dem Gelände der Hauptfeuerwache ensteht die modernste Feuermeldezentrale Hessens.
Modell der neuen Flößerbrücke, einer von Zügelgurten gehaltenen Betonbrücke in Schräglage, wird vorgestellt.
OB Dr. Walter Wallmann eröffnet die Eissporthalle am Ratsweg (19. Dezember).

1982:
Beginn der Baumaßnahmen für den Neubau der Ratswegbrücke.
Sperrung der großen Spiel- und Liegewiese im Ostpark für Hunde.
Beginn des Baus des Maintunnels für die S-Bahn mit Hilfe des „Absenk- und Einschwimmverfahrens“.

1983:
Im Menschenaffenhaus des Zoos wurden bisher geboren: 20 Schimpansen, 7 Zwergschimpansen, 12 Gorillas und 22 Orang-Utans.
Auf einem Teil des Geländes der ehemaligen Main-Gaswerke plant die Degussa ein EDV-Zentrum.
Der Magistrat beschließt den Ausbau der Hanauer Landstraße zwischen Obermainanlage und Ostbahnhof und die Erweiterung des Ratsweges.

1988:
Das Clementine-Kinderhospital erhält – im weiten Umkreis als einziges seiner Art – eine psychosomatische Abteilung zur Betreuung von acht jungen Patienten.
Durch ein Loch im Zaun gelingt es vier jungen Löwinnen, das Freigehege im Zoo zu verlassen. Ein Jaguar tötet im Nachbarkäfig einen Panther, weil versehntlich ein Schieber geöffnet worden war.
Die Verschönerungsarbeiten der Hanauer Landstraße zwischen Dieselstraße und Hugo-Junkers-Straße sind abgeschlossen. 98 Platanen du Ahornbäume und 99 Säulenrobinien sowie 2.300 große und 4.000 kleine Sträucher wurden auf den Mittel- und Seitenstreifen gepflanzt.
Der Ententeich auf der Stelzvogelwiese im Zoo wird abgepumpt und mit Sand, Teichfolie und Zementschicht abgedichtet, da aus einem Leck des Teiches Wasser in den darunter verlaufenden Tunnel der U-Bahnlinie C geflossen war.
Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft vor dem Bunker in der Friedberger Anlage wird neu gestaltet.

1984:
Eröffnung des Bürgerhauses Bornheim (10. März).
Das Postamt auf dem Gelände der Großmarkthalle schließt am 31. März.
Der Schulgarten im Ostpark wird zum Bürgergarten umgestaltet.

1985:
Wegen der im Untergrund verlaufenden Felsflöze muss beim S-Bahn-Bau Sprengstoff verwendet werden, was zu Schäden an Wohngebäuden und vor allem an der Uhlandschule führt.

1986:
Das August-Stunz-Heim richtet eine Schwerbehindertenstation ein.
Mit der Gestaltung als autofreie Spielstraße zwischen Rückert- und Windeckstraße und mit Pflanzung von Linden beginnt die Verkehrsberuhigung der Ostendstraße.
Eröffnung des städtischen Beratungsbüros in der Hanauer Landstraße 54 zur Sanierung des Ostends.

1987:
Der denkmalgeschützte Turm der ehemaligen Firma Mouson wird zu einem Kulturzentrum umgebaut.
Eine von einem Volkshochschulkurs erarbeitete Ausstellung »Näher betrachtet: Ostend« ist im August-Stunz-Heim zu sehen.
Gründung des Vereins »Kaleidoskop« zwecks Einrichtung eines Kinder-Werkstattmuseums.

1989:
Wie schon das »Lorch«-Haus in der Hanauer Landstraße werden in das benachbarte »Emda«-Haus Betriebe aus der Werbebranche und Künstler einziehen.
Am Neubau des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums wird eine Gedenktafel für die frühere Samson-Raphael-Hirsch-Schule enthüllt.
Die Stadt Frankfurt mietet die Naxoshalle, die wie auch das Verwaltungsgebäude die Reste der Schmirgelfabrik Naxos Union sind und unter Denkmalschutz stehen. Es ist beabsichtigt, in der Halle ein Museum zur Industriegeschichte einzurichten.
Nachdem seit fünf Jahren das »Lorch«-Haus Hanauer Landstraße 135-137, das lange Zeit leer stand, da die traditionsreiche Firma Lorch die Produktion von Drehbänken Ende der 60er Jahre eingestellt hatte, zu einem krativen Zentrum wurde, ziehen auch in das benachbarte »Emda«-Haus Nr. 139-145 nach Auszug der Zahntechnikfirma Emda Betriebe aus der Werbebranche und Künstler ein. Auch die ausgedienten Produktionsgebäude des Frankfurter Brauhauses werden von der »kreativen« Branche bezogen wie von Werbefotografen und einem Tonstudio.

1990:
Die für rund drei Millionen Mark erbaute Halle als Sonderabfall-Zwischenlager in der Schielestraße ist fertiggestellt.
Nach zweijähriger Bauzeit wird das für 34,5 Millionen Mark umgebaute und sanierte Zoo-Gesellschaftshaus von 1875 eingeweiht.
Einweihung der neuen Räume des vor zwei Jahren gegründeten Café Rosa-Luxemburg im Souterrain des Hauses Windeckstraße 62.
Gestiftet vom Sohn des ehemaligen Direktors wird am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ein Heinrich-Weinstock-Preis für herausragende Aktivitäten zur Förderung der Schule eingerichtet.
In der alten Fabrikhalle in der Oskar-von-Miller-Straße veranstaltet der Verein »Kaleidoskop« als sein erstes Projekt eine Mitmachbaustelle.
Die S-Bahn-Strecke von der Konstablerwache über Ostend zum Lokalbahnhof, Südbahnhof und Stresemannallee wird eingeweiht.
Das Amt für Statistik, Wahlen und Einwohnermeldewesen bezieht seinen Neubau Zeil 3 Ecke Lange Straße. Die darin eingerichtete zentrale Meldestelle ersetzt die bisherigen Meldestellen Mitte und Ostend.

1991:
Im Nachbarschaftsszentrum in der Uhlandstraße 20 wird die »Servicestelle Bürgerbeteiligung« zur Verbesserung der Lebensqualität im Rahmen des Gesunde-Städte-Projekts der Weltgesundheitsorganisation WHO eröffnet.
In der Dahlmannschule wird ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen.
Eröffnung des neuen Domizils »Fabrik« der Deutschen Ensemble Akademie in der Schwedlerstraße 6.
Nach zweijähriger Bauzeit wird auf dem ehemaligen Mousongelände das Wohnstift am Zoo der Gesellschaft Deutsche Altenhilfe eröffnet.

Die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung verkauft die Naxos-Union, die 1871 von Julius Pfungst gegründete »Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels« in der Wittelsbacherallee. Die Stiftungsverwaltung und die Technische Bibliothek (1965 für Mitarbeiter der Schleifmittelwerke und der Maschinenfabrik der Naxos-Union gegründet, später öffentlich zugänglich) ziehen in die Waldschmmidtstraße 39 um.
Eröffnung der neuen »Servicestelle BürgerInnen Beteiligung« der Selbsthilfe Kontaktstelle in der Uhlandstraße 50. Im Mittelpunkt des zusätzlichen Angebots steht das körperliche und seelische und soziale Wohlbefinden im Sinne des WHO-Projekts »Gesunde Stadt«.

1992:
In der Waldschmidtstraße wird das »Wohnstift am Zoo« der Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe mit 321 Appartements von einem bis drei Zimmern eingeweiht.
Vorstellung des Ergebnisses des städte- und wohnungsbaulichen Gutachtens für ein 22 ha großes Areal rund um die Großmarkthalle, wo im Zuge des Projekts »Wohnen am Fluss« Wohnungen und Büros entstehen sollen. Sechs namhafte Architekturbüros hatten sich daran beteiligt. Das Gutachtergremium hat sich für den Entwurf des Hamburger Architektenbüros Ohrt/von Seggern entschieden.

1995:
Mit dem Fahrradweg an der unteren Berger Straße wird die erste der sechs geplanten durchgängigen Fahrradrouten in Frankfurt eröffnet, die von Seckbach bis in die City führt.
Richtfest des durch die Bauherren Ardi Goldman und Maik Sznap zu einem Bürogebäude umgestalteten und umgebauten alten Stammhauses des Teeproduzenten Messmer von 1899 bis 1989 in der Hanauer Landstraße.
Mit dem Neubau des BMW-Hauses und dem Umzug der Werbeagentur Thompson von der Bockenheimer Landstraße setzt sich der Wandel der Hanauer Landstraße zwischen Honsell-Brücke und Ratswegkreisel von einer Straße von Lagerhäusern und Produktionsstätten zu einer Straße von Büros fort.

1996:
Vorstellung der Planung für das Bauprojekt der Firma Gewerbe im Park für das Gelände von Messer-Griesheim an der Hanauer Landstraße.
Das von Werner Andreas geleitete Internationale Theater zieht von Bornheim in den Neubau der Zoo-Passage Ecke Hanauer Landstraße und Friedberger Anlage.

1997:
Das Standesamt bietet die Möglichkeit von Trauungen im Palmengarten, im Palais Zoo und in der Alten Oper.
Die 3. Kulturwochen der Stadt Frankfurt 1997 finden mit rund 90 Veranstaltungen vom 7. Juni bis 20. Juli im Ostend statt.

1998:
Erster Spatenstich für den Wohnhof Ostend auf dem Gelände des ehemaligen Landwirtschaftlichen Vereins in Sonnemann-, Rückert- und Uhlandstraße. Er wird in Blockrandbebauung um einen begrünten Innenhof entstehen.
Öffnung der Schwedlerstraße für den Durchgangsverkehr zur Entlastung der Hanauer Landstraße.
Die Feuerwehr stellt die Modelle für das neue Feuerwehrzentrum am Marbachweg auf dem Gelände der ehemaligen Gibbskaserne und der neuen »Wasserwacht« an der Franziusstraße vor.

1999:
Nach zehnjähriger Bauzeit werden die von der U6 befahrene U-Bahnstrecke vom Zoo zum Ostbahnhof und die auf allen Ebenen durch Tageslicht erhellte U-Bahnstation Ostbahnhof eröffnet.
Die vom Architektenbüro Christoph Mäckler entworfene Dampfumformstation der Mainova auf dem bis 1995 freien Grundstück an der Oskar-von-Miller-Straße erhält den Preis der Hessischen Landesregierung und der Architektenkammer. Sie dient der Versorgung des Deutschherrnviertels mit Heizungswasser. Da der Bebauungsplan sechs Stockwerke vorsah, die Station aber nur drei Geschosse benötigt, wurden über ihr drei Hoteletagen errichtet.
Der Ostpark wird umfassend in Stand gesetzt, im besonderen der Bürgergarten hergerichtet, einer der beiden Brunnen, die den Bach im Wäldchen speisen, repariert, die Treppenanlage am Weiher saniert.
Die »Frankfurter Malakademie«, bisher im Haus Dornbusch untergebracht, bezieht in der Zobelstraße ihr neues Domizil.
Im Gewerbegebiet am Osthafen wird das von der Rhein-Main-Biokompost GmbH geleitete Biokompostwerk in Betrieb genommen. Es verarbeitet den Biomüll der braunen Tonnen von 359.000 Haushalten. Die bei der Verarbeitung entstehende Wärme und Energie versorgt die Anlage und Verwaltungsgebäude mit Strom und Warmwasser.
Für die unter Denkmalschutz stehende, 1989 von der Stadt angemietete und seit 1990 bis auf sporadische Ausstellungen leerstehende Naxoshalle gibt es Pläne hinsichtlich Verwendung als Hotel, Ökohaus oder für die Städelschule.
Der Literaturkeller Romanfabrik, 1985 in der Uhlandstraße 21 gegründet, bezieht ein neues Domizil in der Hanauer Landstraße 186.

2000:
Frankfurts erste Tagesklinik für allgemeine Kinderheilkunde wird am Clementine-Kinderhospital eröffnet.
Die Obermainbrücke wird nach dem vor kurzem verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, in Ignatz-Bubis-Brücke umbenannt.

Chronik wird nicht fortgesetzt.