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Chronik von Fechenheim

Fotografie des Kinderheimes der Cassella-Werke (Haus Hoffmann) von 1907, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Ansicht von Südwesten (Fotografie von 1910), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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977:
Erste Nennung des älteren Fechenheim: Kaiser Otto II. bestätigt der Salvatorkapelle in Frankfurt (später: Dom) den Besitz der Kirche in «Vechenheim». Der Ortsname kommt wohl von «Fach», einer Vorrichtung zum Fischfang mit Reusen.
Eine Urkunde von 882 hat sich als Fälschung erwiesen.

12. Jhdt.:
Fechenheim gehört als altes fränkisches Königsgut in den Bezirk des Reichsgerichts Grafschaft Bornheimer Berg.

1236:
Konrad von Dornburg verkauft den Zehnten zu Fechenheim an das Kloster Arnsburg in der Wetterau. Das Kloster Arnsburg war hier im Mittelalter einer der größten Grundbesitzer.

Vor 1242:
Das Reich verkauft Dorf und Gericht Fechenheim an die Frankfurter Schöffen Ulrich Lange und Johann Goldstein.

1285:
Die «universitas» (Gemeinde) Fechenheim wird erstmals genannt.

1328:
Der Frankfurter Patrizier Hermann von Speyer kauft das Fechenheimer Gericht vom Kloster Arnsburg.

1386:
König Wenzel bestätigt die Frankfurter Familie Speyer im Reichslehenbesitz des Dorfes Fechenheim.

1438:
Fechenheim besitzt Burgrecht in Frankfurt (Erwähnung in der Frankfurter Burgrechtsrolle).

1473/84:
Die Frankfurter Familien Speyer und Weiß verkaufen ihre Anteile an Dorf und Gericht Fechenheim an die Grafen von Hanau.

1481/84:
Auflösung der Grafschaft Bornheimer Berg. Die Hoheitsrechte in Fechenheim fallen an die Grafschaft Hanau.

1564:
Einführung der Reformation in Fechenheim (Filiale von Rumpenheim bis 1718).

1672:
Einrichtung einer lutherischen Gemeinde neben der reformierten.

1719:
Fechenheim wird selbstständige Pfarrei.

1736:
Fechenheim fällt mit Hanau an die Landgrafschaft Hessen-Kassel (1803 Kurfürstentum).

1765:
Ausbau der Hanauer Landstraße.

1772:
Die Melanchthonkirche wird erbaut.

1788:
Die Gasthäuser an der «Mainkur» entstehen.

1819:
Fertigstellung der Offenbacher Schiffbrücke (gegenüber dem Schloss).
Durchgangsverkehr nach Vilbel.

1821:
Vereinigung der reformierten und der lutherischen Pfarrei.

1847:
Bau der Frankfurt-Hanauer Bahn (Bahnhof Mainkur).

1850:
Fechenheim hat 1.500 Einwohner.

1854:
Einrichtung des neuen Kirchhofes.

1866:
Fechenheim wird mit Kurhessen preußisch.

1870:
Gründung der Cassella-Farbwerke Mainkur mit 15 Arbeitern.

1881:
Erste Werkswohnungen der Farbwerke entstehen «Am Gansbühl».

1887:
Die Carl-Ulrich-Brücke wird im Zuge der Offenbacher Kaiserstraße erbaut und ersetzt die Schiffsbrücke von 1819.

1894:
Eröffnung der Willmannschule, benannt nach dem Philosophen und Pädagogen Otto Willmann.

1895/96:
Bau der katholischen Herz-Jesu-Kirche.

1897:
Eröffnung der Freiligrathschule unter dem Namen «Körnerschule» (seit 1949 «Mainschule», 1952 «Freiligrathschule»)

1900:
Fechenheim hat 6.400 Einwohner.

1903:
Gründung der Maschinenfabrik Mayfarth (Orber Straße).

1909:
Erfindung des Hydron-Blau bei Cassella.

1911:
Errichtung der Diskuswerke an der Vilbeler Landstraße.

1914/21:
Aufstauung des Mains. Ausbau der Main-Schiffahrtsstraße bis Aschaffenburg.

1918:
Der Ausbau des Frankfurter Osthafens (seit 1912) zwingt Frankfurt zu ersten Eingemeindungsgesprächen.

1920/22:
Bau des alten Verwaltungsgebäudes der Cassella-Farbwerke.

1924:
Die Werkzeugfabrik Meuser & Co. (Hanauer Landstraße) entsteht.

1926:
Eingemeindungsvertrag Frankfurt-Fechenheim (17. Dezember).
Eine erste Omnibuslinie wird eingerichtet.

1927:
Das Hallenbad Fechenheim entsteht als eines der modernsten in Europa.

1928:
Fechenheim wird mit 711 Hektar und 10.000 Einwohner in die Stadt Frankfurt eingemeindet (1. April).
Die Straßenbahnlinie 14 nimmt ihren Betrieb auf.

1929:
Das Werk Fechenheim der Naxos-Union wird in Betrieb genommen.

1941:
Am 30. August fallen die ersten Bomben auf Fechenheimer Gemarkung (Oberhafengebiet).

1943/45:
Schwere Kriegszerstörungen in Fechenheim, unter anderem auch die Mainbrücke.

1949:
Bau der Vogelschutzwarte Untermain im Fechenheimer Wald (1937-46 im Schloss Rödelheim).

1950:
Fechenheim hat 12.000 Einwohner.

1952/53:
Die Mainbrücke wird wieder aufgebaut.

1957:
Umbau des Fechenheimer Hallenbades.

1960:
Die Neckermann-Versand-KG bezieht ihr neues Hauptgebäude an der Hanauer Landstraße.
Einrichtung der evangelischen Glaubenskirchengemeinde.

1961:
Erweiterung der Riederwald-Siedlung auf Fechenheimer Gebiet.
Eröffnung der Konrad-Haenisch-Schule (benannt nach dem preußischen Kultusminister von 1919-21).

1962:
Die Siedlung Fechenheim-Südwest der Nassauischen Heimstätte entsteht.

1963:
Fechenheim hat 14.000 Einwohner.

1964:
Nach zweijähriger Bauzeit ist die Hanauer Landstraße wieder ohne Umleitung befahrbar.
Richtfest für drei zwölfgeschossige Hochhäuser der Nassauischen Heimstätte in der Neubausiedlung Fechenheim-Südwest.
Die Fußgängerbrücke über die Hanauer Landstraße ist fertig gestellt. Sie verbindet den südlichen Teil Fechenheims mit dem Gebiet nördlich der Hanauer Landstraße und ist mit 760 Metern die längste Frankfurter Brücke.

1965:
Übergabe des Neubaues der Konrad-Haenisch-Schule.

1966:
Eröffnung der Kindertagesstätte 75 in der Lauterbacher Straße.
Einweihung der Bezirkssportanlage «Pfortenstraße».
Einweihung der Fechenheimer Melanchthonkirche.

1967:
Explosionsunglück bei den Cassella-Farbwerken.

1970:
Grundsteinlegung für das Alten- und Pflegeheim der evangelischen Melanchthongemeinde.
Im Jugendhaus Fechenheim wird ein Jugendcafé eröffnet.

1971:
Der Waldspielpark Fechenheim erhält den Namen «Heinrich-Kraft-Park».
Richtfest für das Alten- und Pflegeheim der evangelischen Melanchthongemeinde.
Eröffnung einer Beratungsstelle für ältere Bürger durch die Abteilung Altenhilfe des Sozialamtes im Altenwohnhaus Lauterbacher Straße.

1972:
In der Ferdinand-Porsche-Straße wird die Stadtbäckerei eröffnet (Stundenkapazität 800 kg Brot).
Eröffnung des Gemeindezentrums St. Hildegard.
Fechenheim hat 17.331 Einwohner.

1973:
Die Vogelschutzwarte in Fechenheim für Hessen-Rheinland-Pfalz und Saarland wird als Außenstelle Frankfurt am Main der hessischen Landesanstalt für Umweltschutz angegliedert und vom Land Hessen übernommen.

1974:
Der Arbeitskreis der Fechenheimer Vereine protestiert in einer Unterschriftenaktion mit Unterstützung der öffentlichen Kirchenleitungen gegen den geplanten Bau des Großkraftwerkes.
Einweihung der Altenwohnanlage am Roten Graben mit 164 Wohnungen.

1977:
Die Gesamtschule der Stadt Frankfurt in Fechenheim erhält die Namensurkunde des Darmstädter Regierungspräsidenten als «Heinrich-Kraft-Schule». Kraft war 1960-1971 Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher.
1000-Jahr-Feier von Fechenheim.

1978:
Der Ortsbeirat lehnt den Kraftwerksbau im Mainbogen ab.
Einweihung des Kirchenzentrums der Melanchthongemeinde.
Restaurierter Alter Friedhof der Melanchthongemeinde wird wieder eröffnet.
Erstmalig wird das Fischerfest veranstaltet, das seitdem jedes Jahr am ersten Samstag im September stattfindet.

1979:
Eröffnung eines 8,3 Kilometer langen Teilstücks der Autobahn A66 Frankfurt-Hanau.
Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins.
Die Verbandsversammlung der Regional-Planungsgemeinschaft Untermain spricht sich gegen ein Großkraftwerk Fechenheim aus.

1980:
Die letzten Häuser der 1875 errichteten Cassella-Siedlung werden abgerissen.
Eröffnung der Fußgängerzone «Linne» mit Bäumen, Bänken und einem Trinkbrunnen.
Eröffnung des 7 Hektar großen Spielzentrums im Heinrich-Kraft-Park mit einem mehrgeschossigen Spielhaus aus Holz im Mittelpunkt.
Grundsteinlegung für 67 Wohneinheiten des Alten- und Pflegeheims Heinrich-Schleich-Haus in der Bregenzer Straße.
Fertigstellung der Brücke an der Mainkur über die B 8/40 als Ersatz für den schienengleichen Bahnübergang im Verlauf der Vilbeler Landstraße.

1981:
Baubeginn für das biologische Klärwerk der Cassella AG und des Werkes Offenbach der Hoechst AG.
Stadtdekan Adlhoch weiht das neue Gemeindezentrum der Fechenheimer Herz-Jesu-Gemeinde ein.
Der Heimat- und Geschichtsverein findet bei Aufräumungsarbeiten in einem Schuppen die vom Offenbacher Lehrer Reinhold Oehler zusammengetragenen Materialien zu einer Geschichte Fechenheims.
Eröffnung der Fuß- und Radwegunterführung an der Fechenheimer Mainkur.

1982:
Einweihung der neuen Fußgängerbrücke über den Main zwischen Fechenheim und Rumpenheim.
Richtfest der Altenwohnanlage Bregenzer Straße als Erweiterung des seit zehn Jahren bestehenden Alten- und Pflegeheims «Heinrich-Schleich-Haus» in der Fachfeldstraße.

1983:
Die Fußgängerbrücke über den Main nach Rumpenheim wird Arthur-von-Weinberg-Steg genannt.
Erstes Stadtteilfest in der Steinauer Straße in Fechenheim-Nord, veranstaltet von den Kirchengemeinden, von der Spielstube des Caritasverbandes und von Mitarbeitern des Kindergartens der Glaubensgemeinde.

1984:
Von Montag bis Freitag hält jeden Tag je eine halbe Stunde lang ein fahrbares Postamt vor der Altenwohnanlage Am Roten Graben und in der Lauterbacher Straße.
Richtfest für 20 altengerechte Wohnungen in Fechenheim-Nord (Steinauer Straße) neben dem Pfarrzentrum St. Hildegard.
Einweihung eines Landestegs für die Personenschiffe auf dem Main.
Nach elfmonatigen Arbeiten wird die renovierte Herz-Jesu-Kirche wieder eingeweiht.
Inbetriebnahme der Abwasserreinigungsanlage der Cassella AG mit Biohochreaktor.

1985:
Errichtung eines «Anti-Atom-Dorfs» mit Rundbau, Versorgungshütte und etlichen Zelten.
Eröffnung der neugestalteten «Langgass» (Alt-Fechenheim).
Abbruch der letzten Häuser des «Rußländche», einer in den 20er Jahren erbauten Arbeitersiedlung der Cassella (Salmünsterer/Wächtersbacher Straße).

1986:
Eröffnung der Gartenpassage zwischen Baumertstraße und Alt-Fechenheim auf einem ehemals brachliegenden Grundstück, in 1,5 Jahren entstanden.
Gründung des Fechenheimer Musikzugs 1986.
Erstes Stadtteilfest der Initiativgruppe gegen Neonazismus, Ausländerfeindlichkeit und Sozialabbau auf dem Linneplatz.

1987:
Eröffnung des renovierten Veranstaltungsraums im «Selbstverwalteten Jugendzentrum Fechenheim».
Die Heinrich-Kraft-Schule muss wegen Asbestentsorgungsarbeiten geschlossen werden.
Die Melanchthonkirche wird saniert.
Das Projekt der Einrichtung des ersten Frankfurter Gewerbehofs für ca. 30 kleinere Betriebe auf dem 15.000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Gelenkwellenfarbrik in der Nähe des Mainkurkreisels wird vorgestellt.

1988:
Eröffnung des neuen Clubhauses vom Tennisclub Cassella.
In der Unterführung an der S-Bahn-Station Mainkur werden zusätzliche Beleuchtungskörper angebracht.
Die Praunheimer Werkstätten errichten eine neue Zweigstelle in der Wächtersbacher Straße mit 240 Arbeitsplätzen.
Die Cassella baut ein neues Lehrtechnikum.
Auf dem Werksgelände der Cassella wird die Farbenmühle - ein Stahlskelett-Trägerbau hinter einer Klinkerfassade - aus dem Jahre 1913 in zehnmonatiger Arbeit restauriert.

1989:
Erster Spatenstich für den Erweiterungsbau der Kindertagesstätte 27 in der Baumertstraße.
Die Freie Christliche Schule findet in der ehemaligen Willmannschule ein Domizil.

Chronik wird nicht fortgesetzt.