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Chronik von Berkersheim

Berkersheimer Feuerwehrwagen (um 1900), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Frühzeit bis 1599

2000 v. Chr.:
Die Berkersheimer Niddaterasse war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt.

83. n. Chr.:
Die Römerstadt Nida (zwischen Heddernheim und Praunheim) beherrscht die Gegend um Berkersheim.

um 260:
Der Alemannensturm beendet die Römerherrschaft im Rhein-Main-Gebiet.

795:
„Berchgisisheim“ im Niddagau wird erstmals urkundlich genannt. Der Ortsgründer war vermutlich ein Franke namens „Berthgisil“, was soviel wie „prächtiger Jüngling“ bedeutet.

12./13. Jahrhundert:
Aus Reichslehen erwachsen die Grundherrschaften (besonders der Schelme von Bergen und des Deutschherrnordens), die im Mittelalter das Berkersheimer Gebiet besitzen.

15. Jahrhundert:
Die Einwohner von Berkersheim genießen Burgrecht in der Stadt Frankfurt, d.h. sie können sich bei Gefahr hinter die Stadtmauern zurückziehen.

1434:
Kaiser Sigismund verpfändet die Reichsgrafschaft Bornheimer Berg mit Berkersheim an die Grafen von Hanau.

1600 bis 1899

1678:
Das Wappen am Schelmenhof trägt diese Jahreszahl. Der Hof wurde damals vermutlich neu erbaut.

1736:
Die Grafschaft Hanau mit Berkersheim fällt an das Kurfürstentum Hessen-Kassel.

1766:
Die Pfarrkirche tritt an die Stelle eines älteren Gotteshauses. Die Jahreszahl wird am Portal genannt.

1840:
Berkersheim hat 279 Einwohner.

1850:
Berkersheim wird an die Main-Weser-Bahn angeschlossen.

1866:
Berkersheim kommt mit Hessen-Kassel zu Preußen.

1880:
Berkersheim hat 347 Einwohner.

1900 bis 1969

1910:
Berkersheim wird in das Frankfurter Stadtgebiet eingemeindet. Die Stadt gewinnt 317 Hektar und 400 Einwohner.

1914:
Die Frankfurter Straßenbahn wird bis Berkersheim geführt.

1939:
Berkersheim hat 608 Einwohner.

1957:
Die Unterweser-Reederei Bremen stellt den 17.500 Tonnen großen Massenguttransporter MS „Berkersheim“ in Dienst.

1960:
Zwischen Berkersheim und Preungesheim entsteht eine neue Wohnstadt. Berkersheims Einwohnerzahl überschreitet die 1000er Grenze.

1966:
Nördlich des Berkersheimer Weges am Oberen Ornberg wird mit dem Bau der Hochhaussiedlung begonnen.

1968:
Berkersheim hat 1.200 Einwohner.

1969:
Gründung des Reitsport-Clubs Berkersheim. Erste Bürgerversammlung des Magistrats. In der Michaeliskirche wird die neue Orgel geweiht.

1970 bis 1989

1970:
Bau einer Reithalle.

1971:
Das seit 1877 bestehende Lokal „Schöne Aussicht“ wird abgerissen. Vorlage einer „Planungsstudie Heiligenstock“ als erster Schritt für das Projekt einer Siedlung für ca. 75.000 Menschen und den geschätzten Kosten von rund 5 Milliarden Mark.

1972:
Zu der Frage „Kirche in Heiligenstock“ findet im Dominikanerkloster eine Tagung statt. Das Projekt der Siedlung am Heiligenstock bildet die Grundlage zu dieser Tagung.

1974:
Der Plan der „Wohnstadt Heiligenstock“ beschränkt sich darauf, die Bebauung des Gebietes auf die Durchführung funktionsfähiger Teilbaumaßnahmen zu untersuchen. Wohnbevölkerung: 1.722 Einwohner.

1976:
Die Freiwillige Feuerwehr erhält ein zweites Einsatzfahrzeug.

1977:
Berkersheim wird Bezirkssieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Gründung des Vereins der Freunde und Förderer der Berkersheimer Schule zwecks Erhaltung der Klassen 3 und 4 der Schule und zur Finanzierung der Umsetzung eines Schulpavillons von Harheim nach Berkersheim.

1978:
Aufnahme des S-Bahn-Betriebs. Wegfall der Straßenbahnlinie 13. Einrichtung einer Buslinie.

1983:
Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr An der Roseneller wird seiner Bestimmung übergeben. Feierliche Einweihung des Erweiterungsbaus (Küche, Gruppen- und Jugendraum) des Gemeindehauses der Michaelisgemeinde.

1985:
Bekanntgabe der von den Architekten Frank Baumann und Peter Fischer entworfenen Pläne für die Tennisanlage des Tennisclubs Palmengarten (FTC 1914) am Berkersheimer Weg.

1986:
Die US-Army verzichtet auf die seit 1984 geplante Wohnsiedlung für Offiziere am Heilsberg.

1987:
Erster Weihnachtsmarkt in Berkersheim.

1988:
Freigabe der Fußgängerbrücke über die Bahngleise am Bahnhof Berkersheim.

1990 bis 1999

1990:
Freigabe der B3a zwischen Karben-Kloppenheim und Preungesheim.
Magistrat kündigt Verkehrsberuhigung der Straße Am Dachsberg und Umgestaltung weiterer Straßen an.

1991:
Am 3. Juni 1991 wird eine Schranke im Heiligenstockweg installiert, die morgens von 6.00 bis 9.00 Uhr und nachmittags von 15.00 bis 18.30 Uhr die Durchfahrt für Fahrzeuge versperrt.

1992:
In Berkersheim wird die 18. Tempo-30-Zone im Stadt-gebiet Frankfurt eingerichtet. Zwischen den Straßen „Im Wiesenacker“, „Am Kalten Berg“, „Am Hohlacker“ und der S-Bahn-Linie S6 wird der Ortsteil flächendeckend verkehrsberuhigt. Im Herbst soll nördlich des Heiligenstockwegs ein Tierfriedhof eingerichtet werden.

1993:
Beginn des naturnahen Umbaus des 2,5 Kilometer langen Teilstücks der Nidda zwischen Berkersheim und Bonames; der Berkersheimer Bogen wird für 1,8 Millionen DM neu gestaltet, indem künstliche Auen angelegt werden.

1994:
Die Gesangsabteilung des TSV Berkersheim erhält, gemeinsam mit drei anderen Frankfurter Chören, den „1822-Chor-Preis“, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird.
Der Fußballverein Berkersheim feiert sein zwanzigjähriges Bestehen.
Die Kapazität des kleinen Berkersheimer Friedhofs ist in absehbarer Zeit erschöpft; da keine Aussicht auf baldige Vergrößerung besteht, kann laut einer Grundsatzentscheidung des Magistrats hier nur noch begraben werden, wer zum Zeitpunkt des Todes auch im Stadtteil gewohnt hat.

1995:
1200-Jahr-Feier anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung Berkersheims.
Der erste Berkersheimer Volkslauf über zwei, fünf und zehn Kilometer startet im Juli.

1996:
In den vergangenen acht Jahren erhöht sich die Einwohnerzahl in Berkersheim um 31,6% auf 2.700 Personen (Stand: Ende 1995); das ist der stärkste Zuwachs unter allen Frankfurter Stadtteilen.
Die Arbeiterwohlfahrt Frankfurter Berg/Berkersheim veranstaltet ein großes Fest zum fünfzigsten Jahrestag ihrer Gründung.

1997:
Durch die Aufnahme der beiden Freizeitgartenanlagen „Bahnübergang“ und „Im Wiesengarten“ in den Bebauungsplan will die Stadt Bestandssicherung erreichen.

1998:
Alle Berkersheimer Haushalte werden mit der Biotonne ausgerüstet.
Die Renaturierung kommt wieder ein Stück voran; im zweiten Bauabschnitt werden drei Buchten zwischen Berkersheim und Bonames für 1,2 Millionen DM in Überflutungsflächen umgewandelt.

1999:
Mit 69 Jahren stirbt der in Berkersheim ansässige prominenteste deutsche Feuerwehrmann Ernst Achilles; der frühere Leiter der Frankfurter Berufsfeuerwehr (1966-89) war nicht nur Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, sondern anerkannter Brandschutzexperte und Prozessgutachter.

2000 bis heute

2000:
Der Ortsbeirat spricht sich gegen die geplante Personalverringerung des 15. Polizeireviers aus, das unter anderem auch für Berkersheim zuständig ist.
Das Busnetz im Frankfurter Norden wird neu geordnet; dabei wird die Linie 25 zwischen Nieder-Erlenbach und der S-Bahn-Station Berkersheim neu eingerichtet; auf dieser Strecke verkehren fortan sogenannte Midi-Busse, die für die engen Altstadtstraßen gut geeignet sind.

2002:
Volker Gilbert, Vorsitzender des Turngaus Frankfurt und des TSV Berkersheim, erhält für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit den Ehrenbrief des Landes Hessen.
Der Bürgerverein Berkersheim enthüllt feierlich das neue „Dorfschild“ an der Straße Am Dachsberg, das künftig den elf Vereinen des Stadtteils für Aushänge zur Verfügung steht.
Die „Bürgerinitiative Berkersheim“ protestiert gegen den geplanten Ausbau der S-Bahn-Strecke nach Bad Vilbel von zwei auf vier Gleise unter anderem wegen der zu befürchtenden zusätzlichen Lärmbelästigung; die Deutsche Bahn AG versichert, dass für Berkersheim sowohl eine 700 Meter lange Trennwand zwischen den Fernbahn- und den S-Bahn-Gleisen sowie noch einmal eine 3,5 Meter hohe Lärmschutzwand neben den Gleisen in Richtung des Ortsteils vorgesehen sind.

2003:
Eröffnung des neuen Jugendzentrums „Teenie Café Edwards Garden“ unter dem Dach der ehemaligen Edwards-Kaserne (Sonnentaustraße 52); das Angebot des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren aus den Stadtteilen Frankfurter Berg und Berkersheim.
Der Ortsbeirat hat sich auf einen neuen Standort für die Berkersheimer Reithalle des Reit- und Fahrvereins Niddertal verständigt, die beim geplanten Ausbau der S-Bahn-Strecke nach Bad Vilbel abgerissen werden muss; sie soll etwas weiter östlich, auf dem jetzigen Abreitplatz errichtet werden, der dafür in Richtung Norden versetzt werden wird.

2004:
Das geringste Angebot an Hortplätzen in ganz Frankfurt findet sich laut Schuldezernat in Berkersheim; hier liegt der Versorgungsgrad nur bei 13%.
Die Evangelische Michaelisgemeinde Berkersheim führt mit Wirkung vom 1. Juli den Namen „Evangelische Michelisgemeinde Frankfurt a. M.-Berkersheim“.

2005:
Die Stadt Frankfurt reicht beim Verwaltungsgericht Kassel Klage ein gegen den von der Deutschen Bahn AG im Zusammenhang mit dem S-Bahn-Ausbau projektierten Tunnel mit Autospur, Rad- und Gehweg anstelle des vorhandenen Bahnübergangs Berkersheimer Bahnstraße; dadurch verzögert sich der gesamte Baubeginn, der für dieses Jahr vorgesehen war, um mindestens zwölf Monate.
Einweihung der „Liese-Lotte- und Adolf-Heck-Häuser“: Die 2001 gegründete Lebenshilfe-Stiftung Frankfurt hat mit Unterstützung der Stadt und der „Aktion Mensch“ das von der Familie Heck überlassene ehemalige Wohnhaus des oben genannten Ehepaares in Berkersheim umgebaut und um einen Neubau ergänzt, damit hier geistig und mehrfach Behinderte betreut wohnen können.

Chronik wird nicht fortgesetzt.