Logo FRANKFURT.de

Chronik von Hausen

Das Hausener Bad auf einer Fotografie aus dem Jahre 1904, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
Dieses Bild vergrößern.
Hochwasser an der Hausener Landstraße, Fotografie um 1930, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
Dieses Bild vergrößern.

Frühzeit bis 1499

1132:
Hausen, ursprünglich ein Hof des Bistums Fulda in der Grafschaft Bornheimerberg (Gericht), zuerst genannt.

1428:
Die Herren von Praunheim, ursprünglich Lehnsträger des Bistums Fulda, verkaufen Hausen an die Stadt Frankfurt.

1481:
Bei der Teilung des Gerichts Bornheimerberg (in der Grafschaft Hanau) fallen Hausen, Oberrad und Bornheim an Frankfurt.

1500 bis 1899

1500:
Hausen hat 60 bis 70 Einwohner.

1544:
Einführung der Reformation.

1685:
Hausen hat 153 Einwohner.

Um 1770:
Entstehung des Brentanoparks (Goethe soll den Bau des Gartenpavillons beeinflusst haben und durch den alten Gingkobaum am Niddawehr zu seinem Gedicht im Westöstlichen Divan angeregt worden sein).

1772:
Hausen, bisher evangelische Filiale von Praunheim, wird eigene Pfarrei.

1818:
Der französische Architekt Salins de Montfort erbaut die neueren Teile des Schönhofs, darunter den Theaterbau (1937 abgerissen) und den Gartenpavillon (1964 in den Grüneburgpark versetzt).

1850:
Eröffnung der Main-Weser-Bahn bis Friedberg, 1852 bis Kassel.
Hausen hat 630 Einwohner.

1852:
Bau der evangelischen Kirche.

1866:
Hausen wird mit Frankfurt preußisch.

1875:
Hausen hat 1.135 Einwohner.

1886:
Hausen kommt zum Landkreis Frankfurt.

1900 bis 1949

1901:
Gründung der katholischen Gemeinde St. Anna.

1910:
Hausen, 131 Hektar, 2.000 Einwohner, wird mit den nördlichen Vororten in das Frankfurter Stadtgebiet eingemeindet.

1913:
Hausen erhält durch Eröffnung der Strecke Schönhof-Praunheim Straßenbahnverbindung mit Frankfurt.

1927/29:
Niddaregulierung zwischen Rödelheim und Eschersheim.

1929/31:
Errichtung der Siedlung Westhausen. Ausbau der Ludwig-Landmann-Straße.

1930:
Eröffnung der Ebelfeldschule (erste Freiflächenschule im Pavillonstil).

1932:
Eröffnung der Straßenbahnlinie Hausen (Sportplatz-Heerstraße.

1933/35:
Errichtung der Kleinsiedlung Hausen „In den Pflanzländern“.

1935:
Bau der Flakkaserne (später Industriehof).

1939:
Hausen hat 3.739 Einwohner.

1945:
Nur noch 200 Einwohner in dem stark von Bomben zerstörten Hausen.

1945/46:
Frankfurter Firmen beginnen ihre Nachkriegsproduktion in der stark beschädigten Flakkaserne (Industriehof).

1947:
Die Straßen der Siedlung Westhausen werden nach Widerstandskämpfern umbenannt.

1950 bis 1969

1951:
Eröffnung des Autohofes im Industriehof.

1952:
Erste Belegung des Friedhofes Westhausen (eingeweiht 1950).

1954:
Eröffnung der Kerschensteinerschule, benannt nach dem Reformpädagogen Georg Kerschensteiner (1854-1932).

1958:
Erste Bürgerversammlung des Magistrats in Hausen.

1961:
Das Strandbad Hausen wird zum Beckenbad erweitert.

1962:
Neubau des Hauses des Straßenverkehrs im Industriehof.

1963:
Einweihung des Käthe-Kollwitz-Hauses (siebtes Frankfurter Bürgerhaus).

1964:
Errichtung der katholischen Pfarrei St. Raphael (Hausen-West).

1964/65:
Ausbau des Brentano-Beckenbades.

1966:
Verkehrsübergabe der Breitenbachbrücke.
Neubau des Liebig-Gymnasiums.
Einweihung der neuen Trauerhalle auf dem Friedhof Westhausen.
Einweihung des Jugendwohnheims des Caritasverbandes (Große Nelkenstraße 37).

1967:
Einweihung der orthodoxen Kirche St. Nikolaus.
Die Künstlerkolonie „An den Pflanzgärten“ wird bezogen.

1968:
Weihe der neuen St. Anna-Kirche.
Hausen hat 3.400 Einwohner.
Bürgerversammlung des Magistrats.
Einweihung des Altenzentrums des Caritasverbandes.

1969:
Nach Beendigung der Bauarbeiten für die Wasser-Erwärmungsanlage wird das Freibad eröffnet.
Die ersten 200 Mieter ziehen im „Friedrich-Dessauer-Studentenheim“ ein.

1970 bis 1989

1972:
Die Stadttangente von der Ludwig-Landmann-Straße in Richtung Rödelheim wird für den Verkehr freigegeben.
Zum Gedenken an den im Mai 1970 verstorbenen Oberbürgermeister erhält die neue Siedlung westlich der Praunheimer Landstraße an der Nidda den Namen „Willi-Brundert-Siedlung“.
Festlicher Gottesdienst aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der evangelischen Kirchengemeinde Hausen.

1975:
Die westliche Fahrbahn der Ludwig-Landmann-Straße zwischen Kreisel Industriehof und Haus Nr. 122 wird für den Verkehr freigegeben.
Einweihung des evangelischen Kindergartens in der Obergasse 37.
Wohnbevölkerung: 6.645 Einwohner.

1976:
Der Teilabschnitt der A66 zwischen Anschlussstelle Ludwig-Landmann-Straße und Miquel-Knoten wird für den Verkehr freigegeben.
Der Frankfurter Verband für Altenfürsorge übergibt die Altentagesstätte in der Obergasse 15/15a.
Erster Spatenstich für den Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses.

1977:
Baubeginn für den restlichen Abschnitt der Umfahrung Hausen von der Straße Am Ellerfeld bis zur Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße.
Der Freiwilligen Feuerwehr Hausen wird nach neunmonatiger Bauzeit ein neues Spritzenhaus (Baukosten: 512.000 Mark) übergeben.

1978:
Vom Zentralverband Gartenbau wird die Bundesgartenschau 1989 an Frankfurt vergeben; ihr Schauplatz wird die Niddaaue sein.
Nach Fertigstellung der Innenausmalung durch den Ikonenmaler Adam Wassiljewitsch Russak wird die russisch-orthodoxe Kirche St. Nikolaus, in der schon seit zwölf Jahren Gottesdienst stattfindet, eingeweiht und die Ikonostase geweiht.
In der Heinrich-Lübke-Straße wird das Postamt 902 eröffnet, während die Postämter 904 in der Stephan-Heise-Straße und 902 in der Ludwig-Landmann-Straße geschlossen werden.
Zwischen der Willi-Brundert-Siedlung und der A66 wird ein Lärmschutzwall errichtet.

1980:
Freigabe der vierspurig ausgebauten Ludwig-Landmann-Straße auf dem 1.150 m langen Abschnitt vom Opelkreisel bis zur Lötzener Straße.
Freizeitanlage „Litzelwiese“, insbesondere als Freianlage für das nahegelegene Altenheim, wird angelegt.

1981:
Stadtrat Prof. Rhein übergibt der Freiwilligen Feuerwehr Hausen ein neues Einsatzfahrzeug.
Der letzte Teilabschnitt der neu ausgebauten Ludwig-Landmann-Straße - zwischen Heerstraße und Egestraße - wird dem Verkehr übergeben; die Käthe-Kollwitz-Straße ist kreuzungsfrei an sie angebunden.
Die Stadtverordnetenversammlung bewilligt einen Zuschuss in Höhe von 311.500 Mark für das von der Versehrtensportgemeinschaft Frankfurt geplante Sportzentrum für Behinderte auf dem Gelände des Brentanobades.

1982:
Die Hausener Feuerwehr feiert ihr 100-jähriges Bestehen.
Im März wird die frühere Großbäckerei als Kulturzentrum „Brotfabrik“ eröffnet.

1983:
Das Vereinshaus FV Hausen 1920 wird fertiggestellt.

1988:
Hausen wird über die U7 an das U-Bahnnetz bis Enkheim angeschlossen. Die U6 zwischen Heerstraße und Zoo ersetzt die Straßenbahn.
Das Zentrum für Weiterbildung zieht in den Industriehof, Elbinger Straße 1-3.

1989:
Die japanische Schule in der Langweidenstraße ist bezugsfertig.
Der „Volkspark Niddatal“ wird im Zuge der in diesem Jahr in Frankfurt stattfindenden Bundesgartenschau auf einem 168 Hektar großen Gelände zwischen Praunheim, Ginnheim und Hausen erbaut.

1990 bis 1999

1990:
Auf dem früheren Mühlengelände am Hausener Weg übernimmt die Universität den neugebauten Gebäudekomplex. Das Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte sowie die Fachbereiche Evangelische und Katholische Theologie sowie Kunstgeschichte ziehen ein.

1991:
Das von der Caritas betriebene heilpädagogische Schülerheim „Haus Thomas“ in der Großen Nelkenstraße feiert in diesem Jahr 25jähriges Bestehen.

1992:
Das „Zentrum für deutsche Sprache und Kultur“ eröffnet in der Tilsiter Straße.

1993:
Schließung des städtischen Jugendhauses am Industriehof.

1994:
Der Festakt zum vierzigjährigen Jubiläum des „Bauvereins Katholische Studentenwohnheime“ findet im Friedrich-Dessauer-Haus statt.
Der Betreiber der Brotfabrik, die „Markt- und Kulturzentrum Gesellschaft zur Nutzung der ehemaligen Hausener Brotfabrik mbH“, meldet Mitte des Jahres Konkurs an.

1995:
An der Ludwig-Landmann-Straße eröffnet Frankfurts erstes Fabrikverkaufszentrum; im „Out of Frankfurt“ wird Markenmode zu Herstellerpreisen angeboten.
Der neu gegründete Verein „Kultur in der Brotfabrik“ bietet ab Frühjahr wieder Konzerte in der Brotfabrik an.
Einen Teil der ehemals amerikanischen Siedlung „Fischstein Housing Area“ (36 Wohnungen) wird von der städtischen Wohnungsholding vom Bund erworben, renoviert und vermietet.
Wiederinbetriebnahme der zentralen Elemente des zur Bundesgartenschau errichteten Wasserspielplatzes Hausener Terrasse, der in den vergangenen drei Jahren wegen technischer Schwierigkeiten und aus Kostengründen stillgelegt gewesen ist.

1996:
Grundsteinlegung für ein neues Labor- und Verwaltungsgebäude der Chemetall GmbH an der Trakehner Straße; der Umzug aus dem Reuterweg in das neue Domizil ist für Mitte nächsten Jahres vorgesehen.

1997:
Richtfest für den „Jugendtreff Hausen“; der Holzpavillon an der Ludwig-Landmann-Straße entsteht unter Mitwirkung der 14 bis 21 Jahre alten Jugendlichen, für die er gedacht ist (geplante Fertigstellung: Ende des Jahres).
Umzug der marokkanischen Abu-Bakr-Gemeinde aus der Bockenheimer Schlossstraße auf das frühere Gelände der Autowerkstatt Kneifel in der Praunheimer Landstraße 19-21.
Die im vergangenen Herbst fertiggestellte Kindertagesstätte in der Mühlwiesenstraße 14A wird im Februar offiziell eröffnet und nach der 1992 verstorbenen Kommunalpolitikerin und engagierten Katholikin Charlotte Schiffler benannt; die von der Caritas betriebene Einrichtung bietet Platz für 64 Kinder.

1998:
Die Saalbau GmbH verkauft den unrentablen Bürgertreff „Käthe-Kollwitz-Haus“ in der Lötzener Straße an die Koptische Gemeinde Frankfurt, die hier ihr neues Gemeindezentrum unterbringt; ein Teil des Gebäudes wird aber weiterhin von der städtischen Kindertagesstätte 67 genutzt.
Alle Haushalte in Praunheim werden mit der Biotonne ausgerüstet.
Im Mai ist die im Sommer letzten Jahres begonnene Sanierung der Brotfabrik abgeschlossen; der seit 1981 existierende deutsch-türkische Jugendverein „SAZ-Rock“ muss seine dortigen Räume wegen wiederholter Ausschreitungen der Jugendlichen aufgeben.
Einrichtung einer Tempo-30-Zone für das Gebiet südlich der Autobahn 66, westlich der S-Bahn-Linie 6 und nördlich der Straße Am Industriehof; von der Regelung ausgenommen ist die Durchgangsstraße Am Hohen Weg.
Das in einer Fabriketage Am Industriehof 7-9 ansässige, von der „Frauenkulturinitiative“ betriebene Frauenkulturhaus wird im März wegen Überschuldung geschlossen.

1999:
Richtfest für den Komplex aus sechs achtstöckigen, miteinander verbundenen Gebäuden der „Neuen Börse“ an der Rossittener Straße (geplante Fertigstellung: April 2000).
Der Spielplatz Am Niddatal wird renoviert und aufgewertet.

seit 2000

2000:
Im August offizielle Eröffnungsfeier in der Neuen Börse; der Umzug der rund 1.200 Mitarbeiter der Gruppe Deutsche Börse AG aus der Innenstadt, wo ausschließlich der Parketthandel verbleibt, wird erst im November endgültig abgeschlossen sein.
Seit November residiert die Niederlassung des privaten Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie KGaA in der Königsberger Straße.

2001:
Behindertengerechter Umbau der U-Bahn-Stationen Industriehof/Neue Börse und Hausener Weg; die Haltestelle Fischstein wird im nächsten Jahr folgen.
In der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Kerschensteinerschule wird ein Schülerclub eingeweiht; den Kindern und Jugendlichen stehen dort ein Beratungszimmer und Wohlfühlräume zur Verfügung.
Baubeginn für das „Steubenhouse“, ein sechsgeschossiges Bürogebäude an der Königsberger Straße (geplante Fertigstellung: Ende 2002).
Aus Anlass des hundertsten Gründungstages der katholischen Gemeinde St. Anna wird eine Festschrift zur Geschichte der Gemeinde und ihrer Kirche herausgegeben.
Das „Frankfurter Institut für Frauenforschung e. V.“, sesshaft in der Elbinger Straße 3, wird aufgelöst, weil das Land Hessen nach jahrelangen finanziellen Querelen seine Förderung eingestellt hat.

2002:
Die bislang in der Elbinger Straße ansässigen „Akademie für Marketing-Kommunikation“ und „Akademie für Media“ ziehen in ein neues Domizil in Rödelheim.
Eröffnung des Mädchen- und Jungenzentrums „Mezzo Mezzo“ für Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren in der Straße Am Industriehof 7-9.
Grundsteinlegung für die Vergrößerung der russisch-orthodoxen Kirche St. Nikolaus und den Neubau eines angeschlossenen Gemeinderaums (geplante Fertigstellung: Frühjahr 2003).
Richtfest für die von dem Butzbacher Architekturbüro „bauart“ geplante Abu-Bakr-Moschee in der Praunheimer Landstraße (geplante Fertigstellung: 2003).

2003:
Die Kerschensteinerschule erreicht den dritten Platz beim in diesem Jahr erstmals von der Stadt Frankfurt verliehenen Preis „Klimaschutzschule des Jahres“ für ihre vorbildliche Umweltbildung.
Die Neue Börsenstraße ist jetzt durchgängig für den Verkehr befahrbar.
Der traditionsreiche Frankfurter Betrieb „Farben Jenisch“ verlässt seinen Stammsitz an der Berliner Straße und lässt sich in der Elbinger Straße nieder.
Richtfest für den ersten von drei Teilabschnitten beim Umbau des Altenzentrums „Santa Teresa“; nach einem neuen Ansatz in der Altenpflege entstehen drei Wohngruppen für jeweils sieben bis 13 Senioren, die zwar alle ihr ein eigenes Zimmer, aber auch eine Wohnküche als Gemeinschaftsraum haben werden (geplante Fertigstellung: 2005).
In der Elbinger Straße wird ein neues Bürogebäude der Frankfurter Architekten Gruber + Kleine-Kranenburg eröffnet; der elegante viergeschossige Kubus mit dem 15 Meter hohen Atrium wird im Erdgeschoss von einem Zentrum für die Computerschulung von Frauen samt Kindergarten und Café genutzt.

2004:
Die Privatbank Sal. Oppenheim verlässt ihren Sitz in Hausen, um in einen Neubau in der Untermainanlage zu ziehen.

2005:
Den in diesem Jahr erstmals vom Ortsbeirat verliehenen Stadtteilpreis für herausragende ehrenamtliche Tätigkeit erhält der Arbeitskreis Hausen.
Der Verein „Kulturprojekt 21“ wird neuer Veranstalter des Kulturprogramms in der Brotfabrik.

Chronik wird nicht fortgesetzt.