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Glossar Altlasten/Bodenschutz

Altablagerungen

Stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert und abgelagert wurden. Hierzu zählen ehemalige Deponien, Grubenverfüllungen und sonstige Grundstücke, wo Abfälle abgelagert wurden. In Frankfurt am Main wurden 123 Altablagerungen erfasst und in der Karte "Altablagerungen und Standorte ehemaliger Gaswerke in Frankfurt am Main", Maßstab 1:30.000, dargestellt. Diese Karte ist kostenlos beim Umweltamt erhältlich.

Altflächen

Sammelbegriff für Altablagerungen und Altstandorte.

Altlast

Flächen von Altablagerungen und Altstandorten, von denen aufgrund nachgewiesener Verunreinigungen wesentliche Beeinträchtigungen des Allgemeinwohls (Mensch und Umwelt) ausgehen. Hierbei ist die bestehende oder geplante Nutzung zu berücksichtigen. Die zuständige Behörde stellt im Rahmen des Altlastenverfahrens das Vorliegen einer Altlast und das damit verbundene Sanierungserfordernis für das Grundstück durch einen förmlichen Verwaltungsbescheid fest.

Altlastenverdächtige Flächen

Altablagerungen und Altstandorte, bei denen ein begründeter Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für Mensch und Umwelt besteht.

Altstandorte

Ehemalige Gewerbe- und Industriebetriebe und Grundstücke, auf denen mit Umwelt gefährdenden Stoffen umgegangen wurde, wodurch schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden können. Hierzu zählen insbesondere frühere Tankstellen, chemische Reinigungen, metallverarbeitende Betriebe und Gaswerke. Derzeit sind in Frankfurt am Main ca. 4.000 Altstandorte erfasst.

anthropogen

Durch den Menschen verursacht, von menschlichen Aktivitäten beeinflusst oder überprägt.

Beispiel: Anthropogene Geländeauffüllung im Gegensatz zu dem am Standort natürlich anstehenden Boden.

Bauabfälle

Als Bauabfälle werden bei Baumaßnahmen, Abbruchmaßnahmen oder Bodensanierungsmaßnahmen anfallender Bodenaushub, Bauschutt oder Straßenaufbruch bezeichnet. Ebenfalls zu den Bauabfällen gehören die nichtmineralischen Baustellenabfälle (Kunststoffe, Holz etc.).

Bauschutt

Beim Abbruch anfallende Stoffe mineralischer Zusammensetzung. Bauschutt kann materialabhängig oder nutzungsbedingt Schadstoffe enthalten. Bei Gebäudeabbrüchen anfallender belasteter Bauschutt ist gesondert zu entsorgen. Im Hinblick auf eine Wiederverwertung sollte Bauschutt auf der Baustelle sortenrein getrennt werden.

Bodenaushub

Ausgehobener oder abgeschobener Boden, welcher bei Sanierungen, Tiefbaumaßnahmen oder Flächengestaltungen anfällt. Bodenaushub sollte je nach Schadstoffgehalt auf dem Grundstück selbst oder im Landschaftsbau bzw. bei der Rekultivierung von Deponien schadlos wiederverwertet werden.

Bodenluft

Die in der wasserungesättigten Bodenzone (Bereich oberhalb des Grundwassers) in Porenräumen enthaltene bzw. eingeschlossene Luft. Die Bodenluft enthält auf Altlastenflächen oft flüchtige Schadstoffe wie chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) und aromatische Kohlenwasserstoffe (BTX). Die Messung der Bodenluftkonzentrationen erfolgt durch Anlegung eines Unterdrucks im Bohrloch (Absaugung) und anschließende Analytik. Auf Altablagerungen und Hausmülldeponien werden durch den Abbau organischer Substanzen oft erhöhte Gehalte an Methan gemessen.

Bodenprobenahme

Bodenprobenahmen erfolgen zum Ziel:

  • der geologisch-bodenkundlichen Beschreibung
  • der sensorischen Ansprache (visuell, geruchlich)

der laboranalytischen Untersuchung
auf Flächen mit Bodenkontaminationen und Altlasten sowie auf deren Verdachtsflächen.

Das Vorgehen bei der Bodenprobenahme (Probenahmestrategie) orientiert sich an der vermuteten vertikalen und horizontalen Schadstoffverteilung, den betroffenen Wirkungspfaden (z. B. Boden - Mensch, Boden - Grundwasser) und der Flächengröße. Die Bodenprobenahmen sind so auszuführen, dass eine Gefährdungsabschätzung ermöglicht wird und die Schadstoffkontaminationen im Boden flächen- und tiefenbezogen eingegrenzt werden können.

Man unterscheidet in der Regel zwischen rasterförmigen und anlagenbezogenen Probenahmen (d. h. orientiert an Betriebsanlagen). Die Probenahme erfolgt als Einzelprobe oder als Mischprobe. Bei der Mischprobe werden mehrere Einzelproben zu einer repräsentativen Mischprobe zusammengefasst.

Für die Entnahme von Bodenproben kommen verschiedene Aufschlussverfahren zum Einsatz:
Kernbohrungen

Bohrverfahren unter Gewinnung eines Bohrkerns zur Boden- und Gesteinsansprache und zur ungestörten Probennahme. Die Kernbohrungen werden mit Rohrdurchmessern von mindestens 15 cm durchgeführt. Dabei können die Bohrlöcher auch als Grundwasser-Messstellen ausgebaut werden.

Rammkernsondierungen

Bei der Rammkernsondierung wird eine Sonde von 30 - 80 mm Durchmesser mittels eines Motorhammers in die Tiefe getrieben ("gerammt"). Damit können in Lockergesteinen bis zu max. ca. 10 m Tiefe Erkundungen mit Bodenansprache und Probenahme durchgeführt werden. Zur oberflächennahen Bodenprobenahme auf gärtnerisch und landwirtschaftlich genutzten Flächen werden in der Regel Handsondierungen, z. B. mit dem "Pürckhauer-Bohrstock" (Schlitzsonde von 20 - 30 mm Durchmesser), durchgeführt. Der Bohrstock wird hierbei mit einem Hammer manuell einen Meter tief in den Boden geschlagen und anschließend mit dem Bohrgut wieder gezogen.

Baggerschürfe

Baggerschürfe bieten bis in eine Tiefe von 4 bis 5 m den besten Einblick in den Untergrundaufbau und die Schichtenabfolge des Bodens. Baggerschürfe werden in der Regel dann ausgeführt, wenn Schichten mit grobem Bauschutt oder auch Müllablagerungen die Ausführung von Rammkernsondierungen unmöglich machen.

Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)

Untergesetzliches Regelwerk (Ausführungsverordnung) zum Bundes-Bodenschutzgesetz vom 12.07.1999.
Die BBodSchV konkretisiert die inhaltlichen Anforderungen des Bundes-Bodenschutzgesetzes und regelt vor allem die

  • Methodik der Beprobung und chemischen Analyse von Böden
  • Bewertung von Untersuchungsergebnissen (Angabe von maßgeblichen Orientierungswerten)
  • Anforderungen an die Aufbringung von Materialien auf den Boden

Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG)

Bundeseinheitliches Gesetz vom 17.03.1998 für den vorbeugenden Bodenschutz (Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen) und die Altlastensanierung. Mit dem Gesetz wird erstmalig eine bundesweite Regelung für den Bodenschutz angestrebt. Zweck des Bundes-Bodenschutzgesetzes ist insbesondere die nachhaltige Sicherung bzw. Wiederherstellung der Bodenfunktionen.

Deklarationsanalysen

Laboranalytische Schadstoffuntersuchung repräsentativer Materialproben von Bauabfällen (Bodenaushub, Bauschutt, Straßenaufbruch). Die Ergebnisse dienen der abfalltechnischen Deklaration (Einstufung) der Materialien ("unbelastet", "belastet" oder "verunreinigt") sowie als Grundlage zur Anlieferung in einer Verwertungs- bzw. Beseitigungsanlage. Die Analysen sind in Art und Umfang gemäß den abfallrechtlichen Bestimmungen und nach Maßgabe des jeweiligen Entsorgers durchzuführen.

Eluatanalyse

Wässriger Probenauszug (Eluat) zur Ermittlung der Löslichkeit (Eluierbarkeit) von Schadstoffen im Boden. Bei Eluaterstellung wird in der Regel eine definierte Probemenge in einer definierten Menge destilliertem Wasser 24 Stunden geschüttelt. Anhand der im Eluat analysierten Schadstoffgehalte können Rückschlüsse auf eine potentielle Grundwassergefährdung durch Schadstoffauswaschungen aus dem Boden gezogen werden.

Entsorgung von Bauabfällen

Als Bauabfälle bezeichnet man Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch. Diese Materialien fallen gewöhnlich an bei Bau- und Abbruchmaßnahmen sowie Bodensanierungen. Ebenfalls zu den Bauabfällen gehören die nichtmineralischen Baustellenabfälle (Kunststoffe, Holz, Dachpappen etc.). Verantwortlich für deren schadlose Entsorgung (Verwertung oder Beseitigung) ist in der Regel der Bauherr (= Abfallerzeuger).
Bei der Entsorgung von Bauabfällen gibt es zwei Möglichkeiten. Primär eine Verwertung (d. h. nützliche und umweltverträgliche Wiederverwendung bzw. Wiedereinbau) angestrebt werden. Sollte dies aufgrund der Schadstoffgehalte oder fehlender schadloser Verwertungswege nicht machbar sein, dann muss eine Beseitigung erfolgen. In diesem Fall werden die Bauabfälle dem weiteren Stoffkreislauf entzogen, d. h. Ablagerung auf einer Haus-/Sonderabfalldeponie oder Verbrennung in einer geeigneten Anlage.

In Abhängigkeit von ihrer Schadstoffbehaftung und bautechnischen Eignung können mineralische Bauabfälle bei weiteren Maßnahmen im Straßen- und Deponiebau, im Landschaftsbau (Rekultivierungen, Lärmschutzwälle) sowie bei Arbeitsraumverfüllungen auf Baugrundstücken verwertet werden.
Für die Beurteilung einer umweltverträglichen und zulässigen Verwertung werden derzeit hilfsweise die "Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen/Abfällen" (Technische Regeln der LAGA - Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) zu Grunde gelegt.

In diesen technischen Regeln werden unter Berücksichtigung:

  • der Nutzung am Verwertungs- bzw. Einbauort (z. B. Wohngebiet, Gewerbegebiet)
  • den hydrogeologischen Verhältnissen am Verwertungs- bzw. Einbauort (Abstand des Grundwassers zum Einbauort)
  • den Einbaubedingungen (z. B. versiegelte Fläche)

weiterer örtlicher Gegebenheiten

mehrere Einbauklassen definiert.

Für diese werden jeweils in Form von Zuordnungswerten ("Z-Werte") die maximal zulässigen Schadstoffbelastungen festgelegt:

Tabelle
Zuordnungswert (Obergrenze der Einbauklasse)
Einbau
ZO
Uneingeschränkter Einbau
Z 1.1/1.2
Eingechränkter offener Bau
Z 2
Eingeschränkter Einbau mit definierten techn. Sicherungsmaßnahmen (z. B. Versiegelung)
Z 3
Deponieklasse I (Hausmülldeponie ohne Basisabdichtung
Z 4
Deponieklasse II (Hausmülldeponie mit Basisabdichtung)
Z 5
Sonderabfalldeponie


Nach der Schadstoffbehaftung bzw. dem Gefährdungspotential der Abfälle unterscheidet das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

  • nicht überwachungsbedürftigen Abfällen
  • überwachungsbedürftigen Abfällen
  • besonders überwachungsbedürftigen Abfällen


Soweit Bauabfälle überwachungsbedürftig sind, müssen die Bauherren (Abfallerzeuger) die ordnungsgemäße Entsorgung durch das Führen von Entsorgungsnachweisen dokumentieren. Für besonders überwachungsbedürftige Abfälle, früher als "Sonderabfälle" bezeichnet, erfolgt eine besondere behördliche Überwachung der Entsorgungswege. Diese geht über die einfache Nachweisführung bei überwachungsbedürftigen Abfällen hinaus.

Nach der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) werden Bauabfälle gemäß ihrer Herkunft und Eigenschaften nach Abfallarten klassifiziert. Die Abfallarten sind jeweils mit einem sechsstelligen Abfallschlüssel gekennzeichnet. Soweit Abfälle in Deutschland einer besonderen Überwachung unterstellt werden, sind die Abfallschlüssel mit einem Sternchen (*) versehen.

Beispiel

Tabelle
Abfallschlüssel
Abfallart
17 05 04
Boden und Steine
17 05 03
Boden und Steine, die gefährliche Stoffe enthalten
17 01 01
Beton
17 01 02
Ziegel
17 01 03
Ziegel, Fliesen und Keramik
17 01 06*
Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten


Feststoffanalyse (Bruttoanalyse)

Analytik an der Original-Bodensubstanz, im Gegensatz zur Eluatanalyse (wässriger Probenauszug). Angegeben wird das Ergebnis in [mg/kg], in der Regel bezogen auf den Trockensubstanzanteil (TS) der bei 105 °C getrockneten Bodenprobe.

Geländeauffüllung

Bodenschicht mit Fremdmaterialien wie Bauschuttreste und Schlacken oberhalb des natürlich anstehenden Bodens, entstanden durch Siedlungsaktivitäten, Geländeaufschüttungen und Kriegseinwirkungen (Verfüllung von Bombentrichtern). Besonders in innerstädtischen Bereichen ist die Auffüllung als oberste Bodenschicht großflächig verbreitet und oft mehrere Meter mächtig. Durch den Anteil an Fremdmaterialien handelt es sich bei der Auffüllung häufig um einen belasteten Boden.

geogen

Natürlich entstanden, in Böden von der geologischen Herkunft bzw. der Zusammensetzung des Ausgangsgesteins abhängig.
Beispiel: Erhöhte Chrom- und Nickelgehalte in Böden durch Verwitterung von Basaltgesteinen (z.B. im Vogelsberg, aber auch in Frankfurt-Bockenheim).

Kontamination

Punktuelle oder flächenhafte Belastung bzw. Verunreinigung von Boden, Bodenluft und Grundwasser durch Schadstoffe.

Maßnahmenwert

Schadstoffkonzentration, bei deren flächenhafter Überschreitung in der Regel von einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast auszugehen ist und Sanierungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind:

Zu berücksichtigen sind hierbei die Nutzungen:

  • Kinderspielflächen, Wohngebiete, Park- und Freizeitanlagen
  • Industrie- und Gewerbegrundstücke
  • Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen


Die Maßnahmenwerte sind umso niedriger, je schutzbedürftiger ("sensibler") die Nutzung ist.

Mutterboden

"Mutterboden" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die in der Regel ca. 30 cm mächtige humose Oberbodenschicht. Mutterboden unterliegt dem besonderen Schutz. Bei Baumaßnahmen anfallender Mutterboden ist getrennt vom Unterboden aufzunehmen, in nutzbarem Zustand zu erhalten und entsprechend seiner Eignung wieder in Vegetationsflächen einzubauen.

Prüfwert

Schadstoffkonzentration, bei deren flächiger Überschreitung unter Berücksichtigung der Bodennutzung weitere Untersuchungen erforderlich sind zur Beurteilung eines Sanierungserfordernisses. Bei Einhaltung (Unterschreiten) des Prüfwerts sind in der Regel weitere Untersuchungen auf dem Grundstück nicht notwendig, der Verdacht auf Altlasten oder schädliche Bodenveränderungen ist ausgeräumt.

Sanierungsmaßnahme

Synonym: Dekontaminationsmaßnahmen

Maßnahmen zur Beseitigung oder Verminderung von Kontaminationen im Boden, in der Bodenluft und im Grundwasser.

Sanierungsmaßnahmen können z. B. sein:

  • Bodenaushub mit nachfolgender Bodenreinigung (pysikalisch-chemisch/mikrobiologisch/thermisch)
  • Bodenluftabsaugung
  • Grundwasserreinigung

Sanierungsschwellenwerte

siehe Maßnahmenwert

Sanierungszielwert

Behördlich vorgegebener Konzentrationswert für einen Schadstoff im Boden, bis zu dessen Unterschreitung Sanierungsmaßnahmen des Bodens durchzuführen sind.

Schädliche Bodenveränderung

Zentraler Begriff des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) vom 17.03.1998. Schädliche Bodenveränderungen können z.B. sein:

  • Flächige Bodenverunreinigungen mit Schadstoffen
  • Bodenverdichtungen mit Staunässe als Folge
  • Bodenerosion durch Wasser (Abschwemmung)


Nach den Vorgaben des Bundes-Bodenschutzgesetzes sind schädliche Bodenveränderungen zu vermeiden bzw. zu sanieren.

Sicherungsmaßnahme

Maßnahmen zur langfristigen Verhinderung oder Verminderung der weiteren Ausbreitung von Kontaminationen ohne die Schadstoffe zu beseitigen. Sicherungsmaßnahmen können z. B. sein:

  • Oberflächenabdeckungen
  • Bau von Dichtwänden (Einkapselungen)


Nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz sind Sicherungsmaßnahmen unter bestimmten Umständen gleichwertig mit Sanierungsmaßnahmen.

Straßenaufbruch

Straßenaufbruch besteht in der Regel aus mineralischen Anteilen (z. B. Basaltschotter) mit unterschiedlichen Bindemitteln.
Je nach Entstehungszeit und Beanspruchung der Straßen wurden als Bindemittel entweder Straßenpech (Steinkohleteer), Bitumen oder Zement verwendet. Aus Steinkohleteer hergestelltes Straßenpech bzw. Pechbitumen-Gemische wurden im Straßenbau bis in die 80-iger Jahre eingesetzt. Heute kommen pechhaltige Bindemittel aus umweltrelevanten Gründen (sehr hohe PAK-Gehalte !) nicht mehr zum Einsatz.

Umwelttechnische Untersuchung

Technische Erkundung (Beprobung und Schadstoffanalytik) von Boden, Bodenluft und (Grund-)Wasser mittels Kernbohrungen, Rammkernsondierungen, Bodenluft- und Grundwassermessstellen. Es wird hierbei unterschieden zwischen einer ersten, orientierenden Untersuchung und einer Detailuntersuchung, welche auf den Ergebnissen der orientierenden Untersuchung aufbaut.

Historische Recherche

Erfassung und Auswertung von verfügbaren Informationen wie z.B. Pläne, Archivmaterialien, Zeitzeugenbefragungen und Luftbilder über Altlastenverdachtsflächen. Die Ergebnisse der Historischen Erkundung ermöglichen oft eine erste Abschätzung des Gefährdungspotenzials einzelner Verdachtsflächen (Erstbewertung) und dienen zur Entwicklung eines Untersuchungskonzeptes für die Orientierende Untersuchung.

Orientierende Untersuchung

Technische Erkundung von Boden, Bodenluft und (Grund-)Wasser zur Lokalisierung von Belastungen und zur Ermittlung des Schadstoffinventars auf einem Grundstück. Bei der Untersuchungskonzeption werden - soweit vorliegend - die Ergebnisse einer vorangegangenen Historischen Erkundung berücksichtigt.

Detailuntersuchung

Die Detailuntersuchung ist eine vertiefte technische Erkundung und baut auf einer orientierenden Untersuchung auf. Sie dient zur Eingrenzung bereits bekannter Belastungsschwerpunkte, zur Ermittlung der Belastungsursachen und zur Planung von Sanierungsmaßnahmen.

Wirkungspfad

Weg eines Schadstoffes von der Schadstoffquelle bis zum Ort einer möglichen Einwirkung auf ein Schutzgut.

Man unterscheidet die drei Hauptwirkungspfade:

  • Boden-Mensch (direkter Kontakt)
  • Boden-Nutzpflanze
  • Boden-Grundwasser


Eine Beeinträchtigung der Schutzgüter menschliche Gesundheit, Boden, Wasser und Nutzpflanze kann dann entstehen, wenn Schadstoffe auf diese einwirken.