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22.06.2017

Energiereferat stellt aktualisierten Klimaschutz-Stadtplan vor

Ob Solaranlage, Blockheizkraftwerk oder Passivhaus: Der aktualisierte Klimaschutz-Stadtplan der Stadt Frankfurt am Main liefert mit wenigen Klicks einen Überblick darüber, welche Klimaschutzaktivitäten die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen, die Stadtverwaltung und andere Akteure umgesetzt haben. Zirka 3.500 Projekte im Frankfurter Stadtgebiet sind in dem Plan erfasst und mit Detailinformationen hinterlegt. „Die Handhabung des Klimaschutz-Stadtplans ist sehr einfach und übersichtlich“, sagt Paul Fay, stellvertretender Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main. „Die Anzahl der eingetragenen Projekte ist beeindruckend und zeigt, dass Frankfurt am Main auf einem guten Weg ist, die Ziele des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ zu erreichen“.

Klimaschutz-Stadtplan auch unterwegs verfügbar

Der Klimaschutz-Stadtplan von Frankfurt am Main ist jetzt technisch auf dem neusten Stand und kann jetzt auch mit mobilen Geräten wie Handys oder Tablets von unterwegs genutzt werden. Mit dem Klimaschutz-Stadtplan möchte das Energiereferat einen Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern anregen und sie zum Handeln und Helfen bei der Realisierung neuer Projekte motivieren. Neben der rein visuellen Darstellung einzelner Projekte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, hat sich der Klimaschutz-Stadtplan und die zugrundeliegende Datenbasis zu einem unverzichtbaren Informationstool entwickelt. Im Rahmen von Quartierskonzepten wie auch im Bereich von strategischen Planungen wie dem Masterplan 100 % Klimaschutz und der CO2-Bilanz sind diese Informationen unverzichtbar. Ebenso eignet sich der Klimaschutzstadtplan hervorragend zur Informationsbereitstellung auf kleinräumiger Ebene wie Ortsbezirken, Stadtteilen oder gar Postleitzahlenbereichen.

Der Plan enthält (Stand Mai 2016):

• 385 BHKWs (Blockheizkraftwerke)
• 120 Biomasse-Projekte
• 36 NEHs (Niedrigenergiehäuser)
• 262 PHs (Passivhäuser), die mehr als 3.400 Wohneinheiten in Passivhausbauweise repräsentieren
• 1.157 Photovoltaikanlagen
• 1.334 Solarthermieanlagen
• 13 besonders innovative Projekte
• 23 Quartierskonzepte
• 61 Ökoprofit-Teilnehmer
• 12 Leen-Teilnehmer
• 39 Stromtankstellen
• 2 Wasserkraftprojekte

Heizen mit Sonne und Eis – Besuch beim Energie-Plus-Projekt in der Kamelienstraße

Exemplarisch für die zahlreichen Projekte des Klimaschutz-Stadtplans ist das Energie-Plus-Projekt „Kamelienstraße“ der KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH zu nennen. Die insgesamt 56 Wohnungen im Neubaugebiet „Parkstadt“ im Westen Frankfurts am Main werden aus rein regenerativen Energiequellen versorgt. Übers Jahr gesehen entsteht sogar eine Energie-Überschuss.
Der Energiebedarf der gesamten Gebäudetechnik sowie der Außenbeleuchtung, der Keller und der Treppenhäuser wird durch die Nutzung von Sonnenlicht abgedeckt. Überschüssige Energie wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist. In den ersten 450 Tagen ihres Betriebs hat die Photovoltaikanlage rund 75.000 kWh Strom „produziert“. Zur Wärmeversorgung wird eine solarthermische Anlage in Verbindung mit einer Speicheranlage mit insgesamt 50.000 Litern Fassungsvermögen eingesetzt. Ergänzt wird die Versorgungsleistung der solarthermischen Anlage durch einen Eisspeicher in Verbindung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und mehreren Helixsonden. So ist die effiziente Nutzung auch kleinerer Energiemengen möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Wärmeüberschüsse in das Nahwärmenetz vor Ort einzuspeisen.
Abgerundet wird das Projekt durch zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor dem Haus. Perspektivisch ist die Einrichtung eines Solarparkers geplant, an dem bis zu vier Elektrofahrzeuge mit Sonnenstrom betankt werden können. Er soll im Zusammenhang mit der Errichtung eines Mehrfamilienhauses entstehen, das unabhängig von öffentlichen Strom- und Wärmenetzen durch regenerative Energiequellen versorgt wird. Mit dem Bau dieses „Energieautarken Hauses Frankfurt“ will die KEG noch in diesem Jahr beginnen.

Klimaschutzziele der Stadt Frankfurt am Main

Im Rahmen des „Masterplan 100% Klimaschutz“ hat sich die Stadt Frankfurt am Main dem Ziel verschrieben, bis 2050 den Energiebedarf um die Hälfte zu reduzieren. Die Deckung des Restenergiebedarfs soll 2050 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien aus Frankfurt und der Region erfolgen. Gleichzeitig sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 95 Prozent reduziert werden.

Weiterführende Links:

http://klimaschutzstadtplan-frankfurt.de/
http://www.bsmf.de